Chancen und Gefahren von Chat-Kanälen für Kinder und Jugendliche

Soziale Netzwerke und Chaträume sind bei zahlreichen Internetnutzern nicht mehr wegzudenken. Auch Kinder nutzen den Chat-Kanal sehr gern, um mit anderen zu plaudern oder Informationen und Botschaften auszutauschen. Soziale Netzwerke sind für viele Kinder ein wichtiger Teil ihrer Kommunikation geworden. Doch neben den vielfältigen Chancen, die das Chatten bietet, lauern ebenso einige Gefahren, denn auch im Chat bewegen sich Täter. Der folgende Beitrag erläutert alles Wissenswerte rund um die Chancen und Gefahren von Chat-Kanälen für Kinder und Jugendliche.

Die Risiken beim Chatten

Internet und Kinder: Chatten birgt auch GefahrenEin Chat bietet für Kinder und Jugendliche zweifelsohne viele Möglichkeiten und Chancen, um beispielsweise Kontakte zu knüpfen und aufrechtzuerhalten, mit anderen zu kommunizieren und sich auszutauschen. Dies gilt auch für schulische Inhalte, sodass der Chat-Kanal dabei helfen kann, die schulischen Leistungen zu verbessern.

Viele Schüler wohnen mittlerweile weit voneinander entfernt, sodass es nicht immer möglich ist, sich nach der Schule zu treffen. Der Chat, diese moderne Kommunikationsform hat in den meisten Fällen das Telefon bei den Kindern und Jugendlichen abgelöst.

Kinder und ChatkanäleLeider verbirgt das Chatten für Kinder und Jugendliche auch ernste Gefahren, denn problematische und sogar gefährliche Kontakte sind möglich. Täter bedienen sich in einem Chat-Kanal beispielsweise gern einmal der Informationen, die durch die Nutzer öffentlich eingestellt werden oder sie versuchen über Gratisaktionen, Gewinnspiele etc., entweder an die Daten der Mitglieder zu gelangen oder auch Schadsoftware zu verbreiten. Andere Täter wiederum nutzen die Möglichkeit, durch den Chat-Kanal Kontakt zum Opfer aufzunehmen.

Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Chat

Kinder und Gefahren durch ChattenEltern können Kindern einen gewissen Schutz durch Absprachen ermöglichen. Daher ist es wichtig, mit ihnen über die Gefahren beim Chatten zu sprechen und bestimmte Regeln zu vereinbaren.

Zu den wichtigsten Verhaltensregeln gehört, im Chat-Kanal grundsätzlich misstrauisch zu sein, keine persönlichen Daten weiter zu geben, unangenehme Gespräche oder Kontakte sofort abzubrechen, bei einer unangenehmen Erfahrung sofort die Eltern zu benachrichtigen und niemals ein reales Treffen mit einem unbekannten Chat-Partner einzugehen.

Vor allem, wenn Kinder und Jugendliche chatten, ist es zudem wichtig, dass der Chat über einen Moderator verfügt. Dieser hat die Aufgabe, aufzupassen und als Ansprechperson zu fungieren.

In einem kontrollierten Chat besteht außerdem die Möglichkeit, mit der Ignore-Funktion störende Teilnehmer stumm schalten zu können und mit dem Notfall-Button, schnell einen Moderator zur Hilfe zu rufen. Des Weiteren ist es sinnvoll, wenn der Chat-Kanal keinen Gastzugang hat, denn dies sorgt dafür, dass alle User registriert sein müssen.

Ungeeignet sind für Kinder Voice-Chats. Hier läuft die Kommunikation zwischen den Mitgliedern über Sprache ab. Dabei sind kaum eine Kontrolle oder ein Eingriff durch den Moderator möglich. Wenn Kinder allein chatten, sollte anschließend mit ihnen über die Chat-Erfahrung gesprochen und auch gefragt werden, mit wem es gechattet hat.

Privatsphäre ist in einem Chat-Kanal sehr wichtig

Sicherheitseinstellungen für Kinder beim ChattenSicherheitseinstellungen für Kinder beim Chatten - FacebookPrivate Daten sind in einem Chat-Kanal das höchste Gut. Je weniger davon bekannt gegeben werden und je besser die Öffentlichkeit des Accounts beschränkt wird, umso weniger können eventuelle Täter mit dem Profil etwas anfangen. Skype und soziale Medien, wie Facebook, verfügen auch über Chat-Funktionen, wobei man die Sichtbarkeit von persönlichen Daten sowie die Erreichbarkeit über die Privatsphäre-Einstellungen einschränken kann (siehe Abbildungen oben).

Solche zusätzlichen Optionen eines Chat-Kanals zur Einstellung der Privatsphäre sollten unbedingt genutzt werden. Es ist genau darauf zu achten, wer die Daten sehen kann, damit enge Freunde mehr sehen können, als vielleicht flüchtige Bekannte oder gar Fremde.

Folgendes sollte nicht veröffentlicht werden:

* Wohnort

  • Geburtsdatum
  • Besuchte Schule
  • Kontaktdaten wie Telefonnummer und Email-Adresse
  • Aktueller Aufenthaltsort, beispielsweise Urlaubsadresse
  • Intime oder aufreizende Fotos
  • Fotos, auf denen das Kind gut zu erkennen ist, sind generell eher ungeeignet

Instant Messenger stellen eine Gefahr dar

Kinder - Chat: Instant Messenger WhatsAppBeim Instant Messanger läuft die Kommunikation, im Unterschied zu den Chats, nicht über die Plattform des Chat-Anbieters. Die Computer der Nutzer bauen vielmehr eine direkte Verbindung untereinander auf.

Diese persönliche Kommunikation ist mit einem Telefonat vergleichbar. Der Instant Messenger wird online heruntergeladen und auf dem Computer oder Handy installiert. Über den Instant Messenger kann die Kommunikation in Echtzeit ausgetauscht und außerdem Bilder und Töne weitergeleitet werden. Der Instant Messenger hat den Vorteil, dass nur die Personen einen direkten Kontakt aufnehmen können, denen es ausdrücklich erlaubt wird.

Allerdings handelt es sich beim Instant Messenger um eine private Kommunikation, sodass es auch keine Kontrolle gibt, wie beispielsweise im Chat-Kanal durch einen Moderator. Zudem besteht die Gefahr, dass unerwünscht Fotos oder Videos zugesendet werden. Instant Messenger, wie die beliebte Smartphone-Software "WhatsApp" (Bild oben) stellen daher ein erhöhtes Risiko dar und sind für Kinder nicht geeignet.

Anbahnung von sexuellem Missbrauch im Chat-Kanal

Kinder beim Chatten: Gefahr von sexuellem MissbrauchKinder und Jugendliche gehen mit einem Treffen außerhalb des Chat-Kanals zweifellos ein großes Risiko ein. Eventuelle Enttäuschungen sind dabei noch das geringere Übel. Die größen Gefahren bestehen in sexuellen Übergriffen.

Hierbei verschleiert der Täter seine Identität meist bis zum Treffen. Häufig spielt sich die Anbahnung in den folgenden Schritten ab: Zunächst einmal versucht der Täter, das Vertrauen des Opfers zu gewinnen. Dabei möchte er an den Namen, Kontaktdaten und die Adresse gelangen.

Kinder beim Chatten: Gefahr von sexuellem MissbrauchDurch einen Kontakt über Telefon oder SMS versuchen die Täter meist, sich zu versichern, dass es auch tatsächlich ein Kind ist, mit dem sie es zu tun haben. Im Anschluss vereinbart der Täter ein Treffen mit dem Opfer. Meist wählen sie zunächst einmal einen Ort, der für Kinder attraktiv ist, beispielsweise ein Schwimmbad, Zoo etc. Daher müssen Kinder und Jugendliche unbedingt wissen, dass es ein großes Risiko darstellt, sich mit unbekannten Mitgliedern aus einem Chat-Kanal zu treffen. Hilfreich kann es sein, den Chat des Kindes zu überprüfen.

Fazit

Kinder beim ChattenAuch wenn der Chat-Kanal für Kinder und Jugendliche einige Gefahren verbirgt, sei dennoch gesagt, dass das Chatten auch gute Chancen bietet. Kinder müssen beim Chatten nicht mit den Risiken zwangsläufig konfrontiert werden. Sie sollen lediglich nicht außer Acht gelassen werden.

Den größten Schutz bietet hierbei die vorbeugende Aufklärung. Daher ist es wichtig, mit dem Kind über mögliche Gefahren, die beim Chatten auftreten können, zu sprechen und ihm das richtige Verhalten in den verschiedenen Fälle zu erklären. Eltern müssen als Ansprechpartner und Vertrauensperson fungieren.

Medien als Begleitperson und Vertrauensperson s

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