Die Lernspaßkiller - Was Kindern die Lust am Lernen raubt

Lernspaßkiller

Die meisten Kinder starten überaus motiviert in die 1. Klasse. Sie sind lernbereit und wissbegierig, doch innerhalb weniger Jahre ebbt diese Motivation ab. Dies ist fatal, denn der Erfolg beim Lernen steigt insbesondere dann, wenn der Schüler motiviert ist. Nachfolgend werden die größten Lernspaßkiller erläutert und was dagegen getan werden kann.

Lernspaßkiller Nummer 1:
Zu volle Lehrpläne

Lernen: Überforderung durch magelnde Sinnhaftigkeit des LernstoffsDie meisten Eltern kennen wahrscheinlich den verzweifelten Ausruf ihres mutlosen Kindes, dass in der Schule alles zu viel ist und sie der Meinung sind, es einfach nicht zu schaffen. Überfrachtete Lehrpläne führen dazu, dass die überforderten Schüler oftmals kurz vor dem Resignieren sind, da der Leistungsdruck immer größer wird. Die Lehrpläne sind absolut voll gepackt, sodass häufig nur vom einen zum nächsten Thema gesprungen wird ...

Um sich dieses Wissen anzueignen, müssten die meisten Schüler Tag und Nacht pauken und wären viel länger beschäftigt, als ein Arbeitnehmer mit einer 40-Stunden-Woche. Die Inhalte zu vertiefen, dafür bleibt meist keine Zeit. Die Überforderung ist ein ständiger Begleiter der Kinder.

Die Lösung wäre hier, dass lieber weniger Inhalte behandelt werden, diese aber zu vertiefen. Da dies jedoch nicht beeinflusst werden kann, muss zu Hause entsprechend gehandelt werden. Ein Fehler wäre es, zu denken, wenn dem Kind die Freizeit gestrichen wird, dass es dann mehr lernt. Entscheidend ist nicht, wie viel Zeit zur Verfügung steht, sondern wie intensiv sie genutzt wird. Danach sollte dem Kind etwas Schönes gegönnt werden, damit es weiß, wofür es sich gerade so „abgerackert“ hat.

Lernspaßkiller Nummer 2:
Der Lernstoff ergibt oftmals für das Kind keinen Sinn

Lernen: Überforderung durch zu viel LernstoffHäufig fragen sich die Kinder, wofür sie den Unterrichtstoff denn später im Leben benötigen. Dies vermittelt ihnen das Gefühl, dass sie es umsonst lernen. Wenn sie die Bedeutung des Unterrichtsstoffes erkennen würden, würde auch das Lernen viel leichter von der Hand gehen.

Hier gilt es als Eltern, an das Leben anzuknüpfen und zu schauen, wie die Themen im Leben einen Sinn ergeben und den Interessen und Emotionen des Kindes entsprechen. Wenn die Lerninhalte zu Hause in einen Zusammenhang gestellt werden, können die Kinder einen Sinn erkennen. Jedes Stückchen Sinn, der dem Kind gegeben wird, ist Motivation pur.

Lernspaßkiller Nummer 3:
Langweiliger Unterricht

Lernen: Langweiliger LernstoffDie Schüler klagen häufig darüber, dass der Unterricht so langweilig sei, dass sie einschlafen könnten. Dies entspricht natürlich nicht dem Sinn der Kinder, denn sie möchten in erster Linie Spaß haben.

Eine Lösung wären Techniken, in denen der Humor integriert ist. Diese sollten ein Bestandteil der Ausbildung zum Lehrer sein. Da wir dies leider nicht beeinflussen können, sollte der Humor zumindest zu Hause nicht zu kurz kommen.

Lernspaßkiller Nummer 4:
Schüler haben Angst vor schlechten Noten

Lernen: Angst vor schlechten NotenDie Angst, schlechte Zensuren zu bekommen, sitzt bei vielen Schülern seht tief. Eng damit verbunden ist die Angst, sitzen zu bleiben und das Schuljahr wiederholen zu müssen.

Aus schlechten Noten resultiert auch gern einmal das schlimme Gefühl, versagt zu haben, woraus häufig Minderwertigkeitsgefühle resultieren. Auch die negative Reaktion der Eltern wird oftmals gefürchtet. Dies sollte unbedingt vermieden werden, denn ein starker Leistungsdruck sorgt für keine Motivation, sondern eher zum Gegenteil.

Es gibt Schüler, die der Schulstress so sehr belastet, dass es zu körperlichen und seelischen Problemen kommt. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden. Kinder müssen von der Familie die notwendige Unterstützung erhalten und motiviert werden.

Lernspaßkiller Nummer 5:
Kränkung des Selbstwertgefühls

Lernen: Demotivation durch mangelndes SelbstwertgefühlDiese oder ähnliche Aussagen kennen wahrscheinlich die meisten Eltern: „Für Geografie bin ich zu blöd, die anderen begreifen es besser.“ In der Schule läuft es, wie so oft im Leben so ab, dass zwischen Mittelmaß und Verlierern unterschieden wird und genau damit beginnt die Kränkung des Selbstwertgefühls.

Andere Kinder verschweigen es und leiden still, da sie ihre Verletzungen nicht zeigen möchten. Viele werden tagtäglich von Selbstzweifeln gequält. Wer da als Eltern nicht aufpasst, riskiert, dass das Kind diese Zweifel an sich selber mit ins spätere Leben nimmt und sie vielleicht nie wieder verliert.

Hier gilt es, das Kind zu motivieren und seiner Stärken bewusst zu machen, denn die Kinder selber kennen ihre Stärken nicht. Daher müssen die Eltern sie in deren Bewusstsein rufen.

Lernspaßkiller Nummer 6:
Zu viel Distanz statt Nähe zum Lehrer

Demotivation durch Distanz zum LehrerViele Schüler haben das Gefühl, dass es dem Lehrer nur um den Unterrichtsstoff und nicht um den Schüler selber geht. Es wirkt so, als seien sie ihm völlig egal. Hier spielt der Lehrer eine sehr wichtige Rolle, wie es der Schüler empfindet.

Meist zählen die Fächer zu den Lieblingsfächern, bei denen positive Erfahrungen mit dem Lehrer gemacht werden. Die Fächer, in denen dies nicht der Fall ist, entwickeln sich schnell zu den gehassten Unterrichtsfächern. Fühlen sich Schüler vom Lehrer angenommen, sind sie viel motivierter und legen sich für ihn ins Zeug. Hier gilt in erster Linie, dass Eltern und Lehrer an einem Strang ziehen müssen.

Lernspaßkiller Nummer 7:
Die Lernmethoden haben keine Langzeitwirkung

Lernen: Demotivation durch KurzzeitgedächnisDa der Unterrichtsstoff zu kurz im Gedächtnis bleibt, fragen sich viele Schüler, warum sie überhaupt lernen sollen, wenn sie sowieso alles wieder vergessen werden. Hier ist es wichtig, die eigenen Lernmethoden herauszufinden, mit denen der Schüler die meisten Erfolge beim Lernen erzielen kann. Auch die optimale Umgebung zum Lernen spielt eine ganz entscheidende Rolle und sollte geschaffen werden.

Lernspaßkiller Nummer 8:
Falsche Ernährung

Lernen: Demotivation durch falsche ErnährungWer die falschen Lebensmittel zu sich nimmt, wird merken, dass er sich nicht genügend konzentrieren kann und somit schlechtere Ergebnisse in der Schule erzielt. Eine Optimierung der Nahrung bedeutet grundsätzlich auch eine Optimierung der Leistungen in der Schule.

Zu den wichtigen Nahrungsmitteln gehören:

  • Kohlenhydrate als Kraftstoff und Energielieferant für das Gehirn
  • Vitamine
  • Mineralstoffe und Spurenelemente
  • Hochwertige Eiweiße, damit die Informationen aus dem Unterricht fließen können
  • Essentielle Fettsäuren
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Adneralin als Wachmacher
  • Serotonin als Glücksbringer
  • Ebenso ganz wichtig: Ausreichend Flüssigkeitszufuhr wie Wasser, denn mit einem Flüssigkeitsmangel kann kein Schüler gut lernen

Lernspaßkiller Nummer 9:
Pausen, Bewegung und Schlaf sind zu wenig

Lernen: Demotivation durch SchlafmangelEs ist ein großes Problem, dass die Schüler zu lange am Stück arbeiten und zu lange still sitzen müssen. Zudem wird unterschätzt, wie wichtig ausreichend Schlaf ist. Durch diese Faktoren wird ein Schüler stark strapaziert, sodass sich der Lernerfolg verringert. Ist ein Ausgleich in der Schule nicht möglich, sollte zu Hause darauf geachtet werden.

Lernspaßkiller Nummer 10:
Fremdbestimmung

Lernen: Demotivation durch FremdbestimmungFremdbestimmung hemmt die Lernlust von Schülern stark ein. Daher ist es sehr wichtig, dass Kinder einen eigenen Entscheidungsspielraum haben. Sie sollten zu einem großen Teil selber entscheiden dürfen, wann und wie lange sie lernen. Natürlich ist dies stark vom Alter des Kindes abhängig.

Fazit

Dies waren die 10 größten Lernlustkiller. Um dem entgegenzuwirken, sollte stets bedacht werden, dass im Kopf gewonnen wird. Wer sein Kind bewusst motiviert und stärkt, kann vielen Lernspaßkillern effektiv entgegenwirken oder sie zumindest verringern. Die optimale Unterstützung durch das Elternhaus kann ganz erheblich zu einer erfolgreichen Schulkarriere beitragen.

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