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Die Zombie-Maske

Michael Schönberg: Die Zombie-Maske (Karina Verlag, 2016)Autor: Michael Schönberg
Format: Taschenbuch; 15,1 x 22,8 cm
Seitenanzahl: 380 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3903161214
Altersempfehlung: Ab 18 Jahre, Erwachsene

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Klappentext:

Freddys Körper ist durch mehrere Missbildungen stark entstellt. Zeit seines Lebens litt er unter den gehässigen Späßen anderer. Als Frührentner lebt er daher sehr zurückgezogen und meidet die Gesellschaft anderer Menschen.

Die Freuden seines Lebens findet er nur dort, wo er nicht erkannt wird: Im Urlaub in seinem Wohnmobil und anonym auf Kontaktseiten im Internet. Der Höhepunkt des Jahres ist jedoch der Karneval. Mit der passenden Verkleidung fällt er nicht auf und wird beim Feiern behandelt wie jeder andere auch.

Für die kommende Saison will er als Zombie gehen, doch nirgends findet er eine Maske, die ihm zusagt und seinen Kopf vollständig einhüllt. Doch dann lernt er im Internet eine stark übergewichtige Frau kennen, in deren Gesicht er die perfekte Maske für sich erkennt. Er schmiedet einen teuflischen Plan …

Achtung: Dieses Buch enthält jugendgefährdende Szenen und ist daher für Leser/innen unter 18 Jahren nicht geeignet.

Über den Autor Michael Schönberg:

Michael Schönberg (Autor)Michael Schönberg wurde 1955 in Düsseldorf geboren. Schon von klein auf dachte er sich Geschichten aus und unterhielt mit ihnen Familie und Freunde.

Nach dem Ende seiner beruflichen Karriere als Maschinenbaumeister und Logistikleiter widmete er sich dieser Leidenschaft professionell. So entstand sein Debüt-Roman: “Blond ja. Dumm nein”.

Für öffentliche Lesungen schrieb er Kurzgeschichten, die er in dem Buch “Michaels Kurzgeschichten” zusammenfasste.

Mit seinem Roman “Für die Liebe ist man nie zu alt” hat er sich einen Herzenswunsch erfüllt, ältere Menschen zu ermutigen, vor der Liebe im Alter nicht zurückzuschrecken.

Als Mitglied im WAV (Westdeutscher Autoren Verein) nutzt er die Möglichkeit, sich mit anderen Autoren auszutauschen und aus seinen Werken vorzulesen. Auf vielen Veranstaltungen (Ruhrorter Büchermarkt, Autoren-Frühstück in der Kulturkneipe, Destille, sowie in Leserunden) erfreut er die Anwesenden mit seinen Kurzgeschichten oder Leseproben.

Besondere Freude hatte er an der Mitwirkung bei der Buchreihe »Jedes Wort ein Atemzug« von Karina Pfolz im Jahre 2015. Insgesamt haben dort 143 Autoren/innen mitgearbeitet und ihre Kurzgeschichten zu Verfügung gestellt. Der Erlös aus diesen Werken unterstützt das Projekt “Respekt für Dich, Autoren gegen Gewalt”.

In drei Büchern, “Geschichten aus aller Welt, Teil 1 und 2″ sowie “Thriller und Kriminelles” hat er seine Geschichten einbringen dürfen. In der Anthologie “Farbenspiel” wurden weitere Kurzgeschichten von ihm veröffentlicht.

Im April 2016 erschien sein zweites Kurzgeschichten-Buch: “Kurzstrecken Geschichten” im September 2016 sein Horror-Roman: "Die Zombie Maske". Im Januar 2017 wurde sein zweiter Horror-Roman “Die Dunkelheit” veröffentlicht.

“Haifischjagd” ist im Juni 2017 erscheinen: Ein brutaler Thriller der unter die Haut geht und auch den nächsten Mittelmeer-Urlaub anders werden lässt.

Leseprobe aus dem Buch "Die Zombie-Maske":

Michael Schönberg: Die Zombie-Maske (Karina Verlag, 2016)In seiner kleinen Wohnung saß Freddy und überlegte, als was er denn beim nächsten Karneval gehen könnte und welches Kostüm er dafür benötigen würde. Am Tag zuvor hatte er im Kleiderschrank eine Schublade aufgezogen und dort das Karnevalskostüm vom letzten Jahr entdeckt.

Ein Clown-Kostüm.

Diesmal sollte es wieder etwas anderes sein. Er suchte sich jedes Jahr ein neues Kostüm aus. Freddy war ein eher schüchterner Mann und hatte nur wenige Freunde. Streng genommen hatte er gar keine.

Seine Nachbarn grüßten ihn freundlich, mehr aber auch nicht. Seine Eltern waren früh verstorben, und so war er mit seinen 40 Jahren alleine auf dieser Welt. Die wenigen Verwandten, die es gab, mieden den Kontakt.

Schon von Weitem erkannte man ihn an seinem Wackelgang, weil sein rechtes Bein etwas kürzer war als das linke. Zudem behinderte ihn ein Buckel auf der rechten Schulterseite, so dass seine ganze Haltung gebeugt war.

Mit 1,65 Meter Körpergröße war er für einen Mann auch recht klein. Dafür brachte er stattliche 90 Kilogramm auf die Waage. Seine Hasenscharte an der Oberlippe machte ihn auch nicht schöner. In dem rundlichen Gesicht mit den vollen Lippen fiel sie besonders auf. Eine Kehlkopfverkrümmung erschwerte ihm das Sprechen.

Bestimmte Buchstaben kamen ihm nur schwer über die Lippen, und ganze Sätze mutierten oft zu einem unverständlichen Gemurmel. In der Schule riefen sie ihn Quasimodo. Schon früh begann er mit dem Rückzug in sich selbst.

Eine Berufsausbildung hatte er nicht. In jungen Jahren hatte er bei verschiedenen Firmen als Staplerfahrer gearbeitet. Doch als die Firmen mehr und mehr dazu übergingen, von ihren Fahrern auch das manuelle Ein- und Ausräumen der Regale und die Kommissionierung von Bestellungen zu übernehmen, verlor er auch seine letzte Stelle. Denn diesen Anforderungen war er nicht gewachsen.

Das Arbeitsamt erachtete Umschulungen als zwecklos. Weder eine körperliche, noch eine kommunikative Aufgabenstellung kamen infrage. Freddy wurde zunächst langzeitarbeitslos und durch ein ärztliches Gutachten schließlich Frührentner.

Mit der geringen Rente und einem Wohngeldzuschuss hatte er ein Auskommen, von dem er leben konnte. Große Sprünge waren jedoch nicht drin.

Allerdings besaß er ein gebrauchtes Wohnmobil, das er mit dem Erbe seiner Eltern finanziert hatte. Damit fuhr er oft aufs Land oder auch an die Küste, um dort ganz alleine sein zu können. An diesen Tagen genoss er die Tatsache, nicht ständig angestarrt und begutachtet zu werden, und in seinem Wohnmobil war er für sich.

Wie oft hatte er von Eltern, die im gleichen Haus wohnten, mitanhören müssen, wie sie ihren Kindern damit drohten, später so auszusehen wie er, wenn sie ihr Frühstücksbrot nicht aufaßen. Mit seinem Wohnmobil konnte er den Menschen entfliehen, untertauchen und nur der Natur nahe sein.

Diese Reisen beschränkten sich jedoch auf die warmen und trockenen Monate. Im Herbst und im Winter bleib er zu Hause.

Und dann gab es da noch die Karnevalszeit, da war alles anders. Im Karneval blühte Freddy auf. Er konnte sich verkleiden und sich unter die Leute mischen. So fühlte er sich frei, lachte, schunkelte und sang am Straßenrand. Im Karneval konnte er der Mensch sein, der er gerne wäre. Einer, der sich normal unter anderen Menschen aufhalten konnte, ohne als Krüppel erkannt oder gar geärgert zu werden.

Unter all den vielen, teils bewusst hässlichen oder entstellenden Kostümen fiel er nicht auf. Im Gegenteil. Viele lobten seine Art, sich zu verkleiden. Auch weil sie nicht ahnten, wie viel Wahrheit hinter dem ein oder anderen Kostüm steckte.

Seine Auftritte als Affe, als Clown, als Glöckner von Notre Dame, als Untier oder als Außerirdischer brachten ihm Anerkennung und Applaus ein. Bereits die Vorfreude auf das nächste Kostüm ließ ihn die schlechten Erfahrungen seines Lebens vergessen. Beispielsweise, dass er oft an der Fleischtheke dreimal seine Bestellung wiederholen musste, bis man ihn verstand und er das Richtige bekam ...

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Buchempfehlung:

In seinem Roman "Die Zombie Maske" greift Michael Schönberg ein alt bekanntes Thema der Weltliteratur und des Spielfims auf: Der Missgestaltete Mensch, der unter seinem Äüßeren unendliches Leid und Spott ertragen muss.
Erinnert sei hier an Victor Hugos "Glöckner von Notre Dame" oder an den bedauernswerten Joseph Carey Merrick, der im viktorianischen Zeitalter lebte und später Stoff für den Spielfilm "Der Elefantenmensch" lieferte.

Schönbergs Erzählung folgt in weiten Teilen diesem Schema. Freddy ist ein beeinträchtigter Mensch von abstoßender Gestalt, dem fast nichts an Leid, Scham und Schande erspart bleibt.

Im Laufe der Geschichte weicht der Autor jedoch von diesem Muster ab und bietet den Leser/innen ein grauenvolles Finale, wobei Freddy aus einer Opferrolle heraustritt und einen schauderhaften Plan in die Tat umsetzt.

Ein gut gelungener Thriller, der die Finessen des Horrorgenres sehr gut beherrscht und für schlaflose Nächte garantiert!

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