Karina Verlag: Letzte Beiträge

Teilweise tödlich

Micheal Kracht (Herausgeber): Teilweise tödlich (Karina Verlag, 2016)Autor/innen: Roland Blümel,‎ Ulrike Braune,‎ Rosario Chriss,‎ Stella Delaney,‎ Sabine Gröne,‎ Sabine Hennig-Vogel,‎ Alva Henny,‎ Helga Jahnel,‎ Eckard Klages,‎ Mika M Krüger,‎ Marc Pain,‎ Sabine Peterson,‎ Sunny Regen,‎ Martina Schiller-Rall,‎ Neal Skye,‎ Gabriele Steininger,‎ Katinka Weisenheimer
Herausgeber: Michael Kraft
Formate: Taschenbuch, E-Book
Seitenzahl: 272 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3903161238

Altersempfehlung: ab 16 Jahre

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Klappentext:

Diese Sammlung gruseliger, historischer, skurriler Kurzgeschichten lässt das Herz jedes Krimifreundes höherschlagen. Auch wenn sie nicht immer tödlich enden, perfide sind sie allemal. Natürlich die Stories, nicht die AutorInnen.

Lesehäppchen für zwischendurch, die garantiert nicht dick machen, aber Wartezeiten überbrücken, die Kaffeepause würzen und Ausreden liefern, wenn Sie einen Termin verpassen. Ob man sie auch vor dem Einschlafen lesen kann, müssen Sie selbst entscheiden ...

Der Herausgeber und Autor Michael Kracht über sich und seine Werke:

Michael Kracht (Autor)Ich habe in Würzburg, Kiel, Gießen und Oxford (UK) studiert und wurde 1985 an der Universität Giessen in Biologie promoviert. Anschließend habe ich mehr als 30 Jahre in der Industrie gearbeitet - als Angestellter großer Firmen in den USA, in Großbritannien, in den Niederlanden und in Indien, aber auch als Inhaber einer eigenen Firma mit Niederlassungen in Deutschland, Polen und Ungarn.

Schwerpunkte meiner beruflichen Aktivitäten waren dabei Entwicklungs-Management, B2B-Marketing, und Aufbau von multinationalen Forschungs- und Marketing-Teams.

Natürlich habe ich während meiner ganzen Berufstätigkeit geschrieben und auch veröffentlicht - wissenschaftliche Texte, in Deutsch und in Englisch. Ich habe seit meiner Doktorandenzeit regelmäßig für andere Wissenschaftler als Korrektor gearbeitet, ebenfalls in beiden Sprachen.

Mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen - vor allem Krimis und Reisegeschichten - habe ich vor etwa 5 Jahren begonnen.

Bei der "Akademie der Deutschen Medien" habe ich eine Ausbildung "Freies Lektorat" absolviert.

Inzwischen ist die Arbeit mit Literatur - als Viel-Leser, als Autor, Korrektor, Lektor, und auch als Herausgeber - meine Hauptbeschäftigung geworden.

Leseprobe aus dem Buch "Teilweise tödlich":

VORWORT

Mit Begeisterung, aber auch mit viel finsterer Fantasie haben sich 18 Krimi-Autoren zusammengefunden, um Sie mit einem Blick in die Abgründe der menschlichen Seele zu unterhalten.

Dabei endet nicht jeder Fall tödlich - perfide jedoch sind sie allemal. Manche Schlitzohren entwickeln einen skurrilen Humor, andere Taten sind seit Langem verjährt und haben dennoch nichts an Gruselfaktor verloren.

Die Grundidee war, dass die Geschichten jeweils für eine S-Bahnfahrt zur Arbeit am Morgen oder am Abend reichen sollten. Nun sind die Wege zur Arbeit ja sehr unterschiedlich, und deswegen wurden auch die Vorgaben von den Autoren sehr unterschiedlich interpretiert.

Von klassischen Krimis mit Ermittlern und Tätern, über historische Krimis, Psycho-Krimis, kriminelle Tiere, blutige Thriller, bis zu Wissenschaftskrimis und hintergründig-sozialkritischen Geschichten ist alles dabei.

Ich danke meinen Mitautor/innen für die rasche Umsetzung ihrer kriminellen Instinkte und ihre Geduld bei der Umsetzung meiner Korrekturvorschläge ...

EIN VERHÄNGNISVOLLER DIEBSTAHL (Roland Blümel)

Micheal Kracht (Herausgeber): Teilweise tödlich (Karina Verlag, 2016)Seit sie denken konnten, waren Leo und Ronny dickste Freunde. Sie waren zusammen zur Schule gegangen, hatten vieles unternommen und nach der Schule beschlossen, sich ihren Lebensunterhalt mit Taschendiebstahl zu verdienen.

Beide waren gut darin, aber Ronny war nahezu brillant. Er konnte einem Passanten die Armbanduhr abnehmen, ohne dass der etwas davon bemerkte.

Sie waren noch nie erwischt worden und ihre Diebstähle waren ein einträgliches Geschäft, mit dem sie sich gut über Wasser halten konnten. Leo hatte immer weder seine Zweifel, ob sie nicht lieber damit aufhören und eine vernünftige Arbeit aufhehmen sollten. Aber Ronny wischte diese Fragen beiseite.

»Wir leben doch gut so. Und das bisschen, was wir den Leuten abnehmen, merken die doch gar nicht. Ich hab jedenfalls keine Lust, jeden Morgen früh aufzustehen, zu einer öden Arbeit zu rennen, um abends müde und platt nach Hause zu kommen und mich vor die Glotze zu hauen.«

Ronny konnte sehr überzeugend sein, und Leo gab jedes Mal nach. Mittlerweile hatten sie sich auf Arbeitsteilung geeinigt.

Leo guckte die Opfer aus, stand abseits und passte auf. Ronny griff den Leuten in die Taschen, in die Jacken, wo auch immer er Wertgegenstände, Portemonnaies oder Geld vermutete. Und wenn es tatsächlich mal jemand mitbekam und Ronny verfolgen wollte, stellte sich Leo wie zufällig in den Weg und ließ sich über den Haufen rennen.

Das war die ganzen vier Jahre, seit sie das machten, gut gegangen. Zumeist war ihr Revier der Hamburger Hauptbahnhof, wo viele Menschen täglich durch die Gegend hetzten und es turbulent zuging, sodass sie leichtes Spiel hatten.

Aber dann meinte Ronny, er bräuchte mal eine neue Herausforderung und so verlegten sie ihr »Arbeitsgebiet« auf den Kiez, wo zwar auch viele Touristen rumliefen, diese aber nicht so hektisch durch die Gegend eilten. Sie wurden eher durch die Dinge, die man zu sehen bekam, abgelenkt: Peepshows, leicht bekleidete Frauen, Glücksspiele usw.

An einem Dienstag waren sie wieder spätabends auf Streife, wie sie es nannten. In der Nähe einer Peepshow fiel ihnen ein Mann auf, der ganz offensichtlich kein Tourist war, sondern sie eher an einen Zuhälter erinnerte. Kahl rasierter Schädel, dicke Goldkette um den Hals und eine protzige, goldene Uhr am Handgelenk. Ein unsympathischer Typ, mit dem man sich besser nicht anlegen sollte.

Als Ronny auf den Mann zusteuerte, versuchte Leo, ihn vorsichtig davon abzubringen. Wenn der den Diebstahl bemerken würde, dann würde es sicher Ärger geben.

Ronny aber sah das eher als sportliche Herausforderung. Er schlenderte an dem Mann vorbei, rempelte ihn scheinbar unabsichtlich an und entschuldigte sich unterwürfig, als dieser ihm Schläge androhte.

Von dem Mann unbemerkt hatte sich Ronny das Bündel gegriffen, das der Mann in seiner großen Tasche hatte und bog rasch in eine Seitenstraße ein.

Sie hatten sich verabredet, sich bei der S-Bahn-Station Reeperbahn zu treffen, wenn sie aus irgendeinem Grund getrennt wurden. Nun war so ein Fall. Es würde nicht lange dauern, bis der Typ den Diebstahl bemerkt hatte.

Als Leo am vereinbarten Treffjpunkt angekommen war, erwartete ihn Ronny schon mit triumphierendem Grinsen.

»Alter, das hat sich ja mal gelohnt. Schau hier: 5.000 Dinger und jede Menge Koks!« Ronny ließ Leo einen kurzen Blick in seine Tasche werfen.

»Ich denke, wir können für heute Feierabend machen.« Ronny wirkte überaus zufrieden, ganz im Gegensatz zu Leo.

»Du dickes Ei, wen haben wir denn da bestohlen? Wenn das mal keinen Ärger gibt!« Leo konnte Ronnys Begeisterung nicht nachvollziehen.

»Was denn, mein Freund! Du glaubst doch nicht, dass der Typ ne große Welle machen wird wegen der 5.000 Mäuse. Und Stoff bekommt er sicher auch wieder, so wie der aussieht!«

»Aber, Ronny, was machen wir denn jetzt mit dem Koks?« Leo fühlte sich nicht wohl in seiner Haut ...

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Rezension zum Buch "Teilweise tödlich":

Micheal Kracht (Herausgeber): Teilweise tödlich (Karina Verlag, 2016)Eine traumhafte Kurzgeschichtensammlung, wobei Anthologie oder Kurzgeschichtensammlung das Buch unzureichend beschreibt.

So schön wie das Cover gestaltet ist, so schön und einmalig sind auch die Geschichten darin. Besonders gelungen ist die Mischung, jede Geschichte ist für sich etwas Besonderes und hat einen eigenen Stil.

Ich hatte erwartet, dass einfach ein Krimi an den anderen gereiht ist, aber das ist bei weitem nicht der Fall. Das sind nicht einfach Krimis, sondern kriminelle Geschichten genreübergreifend erzählt.

Die Länge der einzelnen Geschichten ist perfekt für Zug- und Straßenbahnfahrten, auch wenn das Aufhören schwerfällt, denn eine geht noch ... (oder auch nicht, wenn man die Haltestellte verpasst hat).

(Rezension von "Arkas" bei Amazon)

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