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Die Welle: Der Roman nach dem Film von Dennis Gansel

Die Welle: Der Roman nach dem Film von Dennis GanselAutorin: Kerstin Winter

Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 160 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Auflage: Auflage: 3 (2008)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3473582839

Altersempfehlung: 13 bis 16 Jahre

 

 

 

 

 


Klappentext:

"Ihr meint also, eine Diktatur wäre bei uns heute nicht mehr möglich?" Der Lehrer Rainer Wenger will seinen Schülern das Gegenteil beweisen und sie zu willenlosen Befehlsempfängern machen. Das Experiment gerät außer Kontrolle ...

Inhalt:

Deutschland, 2008, ein Gymnasium einer mittelgroßen Stadt. Der junge Lehrer Rainer Wenger ist ein cooler Typ und bei seinen Schülern sehr beliebt. Im Rahmen einer Projektwoche behandelt er mit seiner Klasse das Thema Diktatur. Die Schüler glauben nicht, dass sie sich selbst einem autoritären Regime oder gar einem „Führer“ unterordnen würden. Niemals! Das nimmt Wenger zum Anlass, ein gefährliches Experiment mit seinen Schülern zu starten.

Diese Geschichte erzählt der aktuelle Kinofilm „Die Welle“ mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle - das Buch zum Film erscheint jetzt im Ravensburger Buchverlag. Grundlage ist das Experiment, das der Lehrer William Ron Jones 1967 in den USA tatsächlich durchgeführt hat.

Der junge deutsche Regisseur Dennis Gansel und der Drehbuchautor Peter Thorwarth haben den Stoff aktualisiert und nach Deutschland übertragen - von seiner Brisanz hat er auch nach Jahren nichts verloren.

Die Welle mit Jürgen VogelRainer Wenger will seine Schüler unter dem Deckmantel von „Zusammenhalt“ und „Disziplin“ zu Anhängern einer Bewegung machen, die sich an den Prinzipien einer faschistischen Diktatur orientiert. Rainer kann es selbst kaum glauben: Seine subtile Gehirnwäsche funktioniert. Im Unterricht herrscht plötzlich Ordnung, jeder will mitmachen, nicht ausgeschlossen sein, alle wollen an der gemein-samen „Idee“ einer leistungsfähigen Gruppe teilhaben. Die Bewegung nennt sich „Die Welle“.

Bereits am dritten Tag beginnen Schüler Andersdenkende auszugrenzen und zu drangsalieren. Als die Situation zu eskalieren droht, beschließt Wenger das Experiment abzubrechen. Zu spät. Die Welle ist schon längst außer Kontrolle geraten.

Über die Autorin:

Kerstin Winter ist seit 1992 als freie Übersetzerin tätig. Die umfangreiche Liste ihrer Arbeiten reicht von Krimis über Romane, Essays, Biografien bis zu Kinderbüchern.

Geboren wurde Kerstin Winter 1964 in Hamburg. In Köln, wo sie heute noch lebt, studierte sie nach dem Abitur Romanistik. Es folgten ein Volontariat und eine vierjährige Tätigkeit als Redakteurin bei einem Verlag, bevor sie den Schritt in die freie Arbeit ging.

Hintergrund:

Der Film sowie das Buch zum Film Die Welle basiert auf dem Sozialexperiment "The Third Wave", welches 1967 an der Cubberley High School in Palo Alto durchgeführt wurde. Der Stoff wurde bereits 1981 ebenfalls unter dem Titel Die Welle verfilmt.

Die Handlung dieser neuen Verfilmung 2008 wird allerdings aus den USA in das moderne Deutschland verlegt. Im Vergleich zur wahren Begebenheit und zur ersten Verfilmung gibt es einige Änderungen: Um mehr Dramatik zu erzeugen, enden z.B. das Buch und der Film blutig. Im Original wird das Experiment gewaltlos beendet.

Unsere Empfehlung:

Die Themen Diktatur und Nationalsozialismus sind leider immer noch sehr aktuelle Themen. Gruppierunge am rechten Rand des politischen Spektrums gewinnen immer mehr Anhänger und punkten meist bei frustrierten Menschen, die wegen einer Ungleichverteilung von Ressourcen in Folge unseres Wirtschafssystems auf der Strecke geblieben sind.

Die angeboten, sehr einfachen "Lösungen" richten sich meistens gegen ethnisch-religiöse Minderheiten und Personen mit Migrationshintergrund. Menschen, die unter Verdrängungsängsten leiden, sind für solche Botschaften sehr anfällig und werden zu Mitläufern, wobei sie autoritäre Strukturen, Diskriminierung von Mitmenschen und die Aushöhlung von bürgerlichen Grundrechten durchaus in Kauf nehmen.

Gerade deshalb sollte „Die Welle“ meiner Meinung nach Pflichtlektüre in allen Schulen bleiben. Hier wird den Leser/innen drastisch vor Augen geführt, wie rasch man autoritären Verführungen auf den Leim gehen kann, ohne dass man es gleich merkt. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess, wobei es die Verführer geschickt verstehen, Neid, Zwietracht und individuellen Ehrgeiz für ihre Zwecke zu mobilisieren.


Filmtrailer: Die Welle - Making of deutsch
Filmausschnitte und Interwiews mit den Darstellern


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