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Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften

Hans-Henning Scharsach: "Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften"Autor: Hans-Henning Scharsach
Format: Hardcover, E-Book
Seitenanzahl: 208 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau
Auflage: 1 (August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3218010849
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsene

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Klappentext:

Norbert Hofers Präsidentschaftswahlkampf war ein Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne. Mit eisernem Lächeln täuschte er erfolgreich über die von ihm vertretenen rechtsextremen Standpunkte hinweg.

Doch das ist nur die Speerspitze einer Entwicklung, die fast unbemerkt von der österreichischen Öffentlichkeit vor sich geht: Ein kleiner, verschworener Kreis hat die FPÖ in Besitz genommen, zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern.

Hans-Henning Scharsach untersucht die engen Verflechtungen Norbert Hofers, Heinz-Christian Straches und ihrer Weggefährten mit den Burschenschaften. Seine akribische Recherche taucht tief in deren antisemitische und nationalsozialistisch geprägte Geschichte ein.

Er analysiert ihr politisches Instrumentarium, das sich mit Hasskampagnen und systematischer Verbreitung von Unwahrheiten über alle Regeln der Fairness hinwegsetzt.

Anhand belegbarer Zahlen, Daten und Fakten zeigt Scharsach auf, was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter an die Macht kämen.

Über den Autor Hans-Henning Scharsach:

Hans-Henning Scharsach (Autor)Hans-Henning Scharsach (* 1943 in Wien) ist ein österreichischer Journalist, Publizist und Menschenrechtsaktivist.

Er war u.a. für den Kurier und News tätig, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur.

Scharsach ist seit den 1960er Jahren journalistisch tätig. Er begann als Wirtschaftsjournalist bei IW-Internationale Wirtschaft.

Bei den Vorarlberger Nachrichten leitete er die Ressorts Landes- und Innenpolitik. Ab Mitte der 1970er Jahre war er Chefredakteur der Neuen Vorarlberger Tageszeitung, von 1982 bis 1990 Auslandskorrespondent für den Styria-Verlag, verantwortlich für die Kleine Zeitung für Steiermark und Kärnten und die Neue Vorarlberger Tageszeitung, in Bonn, Brüssel und Ost-Berlin.

1990 wurde er Leiter des außenpolitischen Ressorts der überregionalen Tageszeitung Kurier sowie von 1994 bis 2006 stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Auslandsressorts des Nachrichtenmagazins News.

2006 wurde er pensioniert und blieb nur als Autor tätig. Er gilt als Experte für Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Neonazismus. Einige seiner politischen Sachbücher wurden Bestseller.

Bei der Verleihung des Berufstitels Professor betonte Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (2014), Scharsach habe „wichtige Impulse zur Aufarbeitung unserer Vergangenheit gesetzt“ und „sich während seines Berufslebens und weit darüber hinaus für Demokratie, Menschenrechte und sauberen Journalismus eingesetzt“.

Leseprobe aus dem Buch "Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften":

VORWORT UND ANMERKUNGEN DES VERFASSERS

Hans-Henning Scharsach: "Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften"Ein rechtsextremer, demokratie- und verfassungsfeindlich agierender Akademikerklüngel hat die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) unterwandert, danach dominiert und zuletzt in Besitz genommen.

Österreichs Burschenschaften, aus denen die schlimmsten Nazi-Verbrecher, die brutalsten politischen Gewaltverbrecher der Nachkriegszeit und zahlreiche rechtskräftig verurteilte Neonazis hervorgegangen sind, greifen nach der Macht. Die unter den Dachverbänden Deutsche Burschenschaft und Burschenschaftliche Gemeinschaft agierenden deutschnationalen schlagenden Verbindungen werden in großen Teilen der Medien und der Öffentlichkeit falsch (oder gar nicht) wahrgenommen - meist als locker miteinander verbundene Gemeinschaft autonomer kleiner Vereine mit beschränktem politischem Einfluss. In Wirklichkeit sind sie auf dem Sprung, die Macht in Österreich zu übernehmen.

Wissenschaftliche Arbeiten belegen, dass die mit einem Bevölkerungsanteil von etwa 0,04 Prozent zahlenmäßig verschwindend kleine, elitär agierende Akademiker-Gruppierung sich aus den Traditionen des Nationalsozialismus nie befreit hat. Als völkisch-deutschnationale Speerspitze der FPÖ haben die aus diesem Kreis kommenden Führungskader den Rassismus weder zum Motor von Emotionalisierung und Radikalisierung gemacht.

Sie führen Wahlkämpfe nach historischem Muster mit Hasskampagnen gegen Feindbilder und Sündenböcke. Ihre rücksichtslose Art der Stimmenmaximierung setzt sich über alle Regeln von Anstand, Fairness und Mitmenschlichkeit hinweg.

Die zu Fake News verharmloste Verbreitung von Unwahrheiten ist zum systematisch und flächendeckend eingesetzten Instrument ihrer Wahlkämpfe und Mobilisienmgskampagnen geworden.

Dieses Buch will dieser Politik durch Aufklärung begegnen. Es ist auch für den zivilgesellschaftlichen Widerstand geschrieben.

Der Kampf gegen Ausgrenzung, Lügen, Verleumdung, Hasskampagnen, Korruption, Postenschacher und braune Geschichtsfälschung erfordert ebenso verlässliche Informationen wie die Verteidigung der Errungenschaften unserer Demokratie, unseres Rechtsstaates und des in der Verfassung verankerten Verbots nationalsozialistischer Wiederbetätigung.

Die Arbeit stützt sich auf wissenschaftlich abgesicherte Quellen, auf Originaldokumente und Medienberichte aus dem Burschenschafter-Milieu. Zitate aus Zeitungen und Rundfunk sowie Meldungen aus privaten Internet-Medien (z. B. solchen, die sich auf das Sammeln und Korrigieren von Fake News spezialisiert haben) wurden nachrecherchiert, mit anderen Medienberichten verglichen oder zumindest einer Plausibilitätskontrolle unterzogen.

Obwohl dieses Buch leicht lesbar und gut verständlich sein soll, hat sich der Autor bemüht, den beiden wichtigsten Kriterien wissenschaftlicher Arbeit gerecht zu werden: der korrekten Zitierung der Quellen und der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit der daraus gezogenen Schlüsse.

Der Begriff Rechtsextremismus wird im Sinne der Definition des Rechtsextremismus- und Faschismus-Forschers Willibald Holzer verwendet. Als wichtigste Kriterien nennt dieser Antiliberalismus, Antipluralismus, Reduktion komplizierter sozialer Zusammenhänge auf ein Freund-Feind-Schema, Frontstellung gegen die (repräsentative Parteien-) Demokratie, die Forderung nach einem starken Staat, autoritäres Führer- und Gefolgschaftsprinzip, Volksgemeinschaftsideologie, völkischen Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus, Antifeminismus, die Behauptung naturgegebener sozialer Differenzen, Stärke- und Männlichkeitskult bis hin zur Gewaltbereitschaft sowie unterschiedliche Formen des Revisionismus (Geschichtsfälschung).

Der Begriff Neonazismus wird ausschließlich in politischem und wissenschaftlichem Sinn verwendet, nicht in seiner juristischen oder strafrechtlichen Bedeutung. Durch Verwendung dieses Begriffes wird weder eine strafbare Handlung unterstellt noch die Unschuldsvermutung aufgehoben.

Neonazismus wird, den Definitionen wissenschaftlicher Literatur folgend, als besondere Ausprägung des Rechtsextremismus verstanden, der sich durch Wortwahl und Taten zu nationalsozialistischen Politikinhalten bekennt oder auf nationalsozialistische Ideologie-Elemente Bezug nimmt, das NS-System und dessen Verbrechen gutheißt oder verharmlost, die Träger dieses Systems gegen Kritik in Schutz nimmt, besonders würdigt oder glorifiziert, das Wiederbetätigungsgesetz bekämpft bzw. in Frage stellt und - wie einst die NSDAP - totalitäre Politikelemente auf rassistischer (völkischer) Grundlage vertritt.

Die Verwendung des Begriffs orientiert sich nicht nur an den Ergebnissen wissenschaftlicher Arbeiten, sondern auch an den Urteilen des österreichischen Verfassungsgerichtshofes, insbesondere an den Verboten von als neonazistisch eingestuften Parteien und Organisationen wie NDP, ANR, Nationale Front, VAPO oder der Liste Nein zur Ausländerflut.

Für die Einordnung von Personen oder Gruppen als rechtsextrem müssen laut Holzer nicht alle der genannten Kriterien erfüllt sein. Es reicht, wenn sich einige der wesentlichen Merkmale nachweisen lassen, was sinngemäß auch für den Begriff Neonazismus gilt.

Um den Text nicht zu komplizieren, wurden Angehörige pennaler und akademischer völkischer Korporationen mit dem geläufigen Sammelbegriff Burschenschafter bezeichnet.

Die Unterscheidung zwischen Mitgliedern von Burschenschaften, Landsmannschaften, Sängerschaften, Gildenschaften usw. ist verzichtbar, weil die völkischen Korporationen ideologisch durch die Dachverbände weitgehend gleichgeschaltet sind. In keinem Fall bezieht sich der Text auf katholische Verbindungen wie CV, K.Ö.St.V oder MKV.

Rezension zum Buch "Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften":

Wie bereits in seinem Buch „Strache – im braunen Sumpf“, nimmt sich der Autor Hans-Henning Scharsach kein Blatt vor den Mund, wenn er über die Verbindungen zu rechtsextremistischen oder gar neonazistischen Gruppierungen mancher österreichischer Spitzenpolitiker berichtet.

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen diesmal jedoch weniger eine Person als vielmehr die Gruppierungen (meist schlagende Burschenschaften) aus welchen sich viele führende FPÖ-Mitglieder entwickelt haben und noch entwickeln.

Bei Hans-Henning Scharsach erhält man einen fundierten Einblick in die Statuten der Burschenschaften, in deren Gründungsgeschichten oder deren Ziele. Nicht verwundern darf es den Leser, wie tief verwurzelt die Burschenschaften im rechtsradikalen oder neonazistischen Milieu sind – auf denjenigen Leser, der Burschenschaften bisher vielleicht „nur“ mit dem Akademikerball in Verbindung brachte, wird manches Kapitel sogar schockierend wirken.

In diesem Buch wird versucht, einen Einblick in die Wirkungsweise sowie die dahinterliegenden Traditionen rechter Verbindungen aufzuzeigen und deren Auswirkung auf unsere Demokratie, unser Rechtsystem oder auch die Meinungsbildung durch Medien darzulegen. So wird sehr stark die bereits im Nationalsozialismus bekannte Methode der Täter-Opfer-Umkehr dargestellt, die Angriffe auf objektiv berichtende Medien erläutert und über den unübersehbaren Zusammenhang zwischen Burschenschaften und Nationalsozialismus berichtet.

Dass unweigerlich die Verbindungen der Burschenschaften zur FPÖ und deren Führungsmannschaft zur Sprache kommen, ist in diesem Buch nicht nur unerlässlich sondern sogar gewollt. Wie viele FPÖ-Politiker bereits politische Schlüsselpositionen bekleiden, ist nur ein kleiner Teil dieses Buches – wie viele Regierungsmitglieder diesen Bezug bestreiten schon ein größerer.

In einem persönlichen Nachwort schreibt der Autor zur Frage, warum er immer „gegen“ die FPÖ und „gegen“ deren Wähler schreibe: „Schon gar nicht schreibe ich 'gegen FPÖ-Wähler'. Im Gegenteil: ich schreibe FÜR sie, weil ich erkannt habe, wie sehr sie durch zu 'Fake News' verharmloste Lügen in die Irre geführt werden.“

Leider muss der Autor aber die Reichweite seiner Bücher selbst einschränken: „Menschen, die ihr Weltbild und dessen Rechtfertigung aus dubiosen Kanälen rechtsextremer bzw. rassistischer Foren beziehen, scheinen immun gegen Aufklärung, sogar gegen beweisbare und bewiesene Tatsachen.“ (Seite 118 Abs. 3)

Deshalb kommt dem Aufruf des Autors auf seiner letzten Seite eine besondere Bedeutung. Alle jene, die dieses Buch gelesen haben, sollten dazu beitragen die Informationen in diesem Buch weiterzutragen. Nur so lässt sich Propaganda und deren (oftmals falschen) Inhalten entgegentreten.

Zivilcourage zeigen, seine (politische) Meinung nicht vor der Propagandamaschine verstecken und diese auch vehement vertreten – dazu fordert der Autor auf, zwar nicht direkt, aber doch wenn er sagt: „Werbt für eure Zukunft, eure Welt“.

Fazit: Schonungslos werden die Zusammenhänge von FPÖ-Politik und burschenschaftlichem Denken dargestellt. Wenngleich sich der Autor auch oftmals wiederholt, dann nur zum besseren Verständnis des Sachverhaltes – lesenswert für alle Bürger, die an die Demokratie glauben und für deren Werte einstehen.

Quelle: Kundenrezension bei Amazon


Abschneiden der FPÖ bei Nationalratswahlen in Österreich:

Hans-Henning Scharsach: "Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften"


Buchpräsentation „Stille Machtergreifung: Hofer, Strache und die Burschenschaften“

Veröffentlicht am 11. 09. 2017; Dauer: 01:38:51

Autor Hans-Henning Scharsach​ präsentiert im Republikanischen Club in Wien sein neues Buch „Stille Machtergreifung – Hofer, Strache und die Burschenschaften“.

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