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Rede an den kleinen Mann

Wilhelm Reich: "Rede an den kleinen Mann"Autor: Wilhelm Reich
Format: Sondereinband
Seitenzahl: 128 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Auflage: 19 (1984)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3596267774

Altersempfehlung: Ab 14 Jahre

 

 

 

 

 

 


Abstract:

Wilhelm Reichs Rede an den sprichwörtlichen "kleinen Mann" ist ein menschliches, kein wissenschaftliches Dokument. Sie ist ein aufrüttelnder, auf langer Lebens- und Leidenserfahrung beruhender Appell an die Menschen, sich auf ihre wahren Bedürfnisse zu besinnen und endlich mit der grausamen Selbstzerfleischung aufzuhören.

Die "Rede an den kleinen Mann" wurde im Sommer 1946 für das Archiv des Orgon-Instituts abgefaßt, ohne Absicht, es je zu publizieren.

Es war das Ergebnis der inneren Stürme eines Naturforschers und Arztes, der jahrzehntelang zunächst mit Naivität, dann mit Staunen und schließlich mit Entsetzen erlebte, was der kleine Mann aus dem Volke (sich selbst) antut; wie er leidet, rebelliert, seine Feinde verehrt und seine Freunde mordet; wie er, wo immer er als 'Volksvertreter' Macht in seine Hände bekommt, sie mißbraucht und grausamer gestaltet als die Macht, die er seitens einzelner Sadisten der oberen Klassen zu erleiden hatte.

Über den Autor Wilhelm Reich:

Wilhelm Reich (Autor)Wilhelm Reich wurde 1897 in Dobrzcynica, Galizien, geboren. 1920 trat er in die Wiener Psychoanalytische Gesellschaft ein. 1928 Fachwissenschaftlicher Leiter der sozialistischen Gesellschaft für Sexualberatung und Sexualforschung in Wien.

Noch als Student wurde er 1920 in die Wiener Psychoanalytische Vereinigung aufgenommen. Im Jahre 1922 promovierte er zum Doktor der Medizin.

Mit Billigung Freuds praktizierte es als Psychoanalytiker. Von 1924 bis 1930 leitete er das Wiener Seminar für Psychoanalytische Therapie, wo man praktische Probleme der Behandlung systematisch erforschte.

Aus den dortigen Diskussionen und aus einer konsequenten Weiterentwicklung der Freudschen Libidotheorie zur Orgasmustheorie (1927) gingen Reichs therapietechnische Innovationen hervor: von der Widerstandsanalyse (1927) zur Charakteranalyse (1933), danach zur körperorientierten Vegetotherapie (1935) und in den 1940er Jahren zur Orgontherapie.

Unter dem Eindruck der Geschehnisse beim Wiener Justizpalastbrand vom 15. Juli 1927 hatte sich Reich politisch radikalisiert und war in die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) eingetreten, heimlich, denn offen blieb er Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs (SDAP). Aus dieser wurde er im Januar 1930 wegen Spalteraktivitäten zugunsten der KPÖ ausgeschlossen.

Seit Mitte 1927 hatte Reich außerdem, parallel zu seiner Arbeit innerhalb der Psychoanalyse, eine Synthese von Marxismus und Psychoanalyse auf theoretischer wie praktischer Ebene versucht.

Er war 1930 von Wien nach Berlin gegangen, wo er der KPD beitrat und 1931 den Deutschen Reichsverband für Proletarische Sexualpolitik gründete, kurz: die Sexpol.

Auch diese Arbeit war so konfliktträchtig, dass er 1933, vor allem wegen seines Buches "Massenpsychologie des Faschismus", aus der Partei ausgeschlossen wurde.

Reichs Buch "Die Sexualität im Kulturkampf" (1936) enthält eine scharfe Kritik der rückschrittlichen Entwicklung in der Sowjetunion unter Stalin.

1933 emigrierte Reich zusammen mit seiner Frau Annie zunächst nach Wien und dann nach Kopenhagen. Seine Bücher wurden zu dieser Zeit in Deutschland verbrannt. 1934 verlor er die Aufenthaltsgenehmigung für Dänemark und ließ sich deshalb in Oslo nieder.

1933, nach der Trennung von seiner Frau Annie, wurde die Balletttänzerin Elsa Lindenberg, die Reich in Berlin kennengelernt hatte, im skandinavischen Exil ohne formelle Eheschließung seine zweite Frau. Sie blieb jedoch, als Reich 1939 nach New York emigrierte, in Norwegen.

In den USA heiratete Reich Ilse Ollendorff, ebenfalls eine Emigrantin aus Deutschland. Diese Ehe, aus der 1944 der Sohn Peter hervorging, wurde 1954 geschieden.

Der Fall Wilhelm Reich (Spielfilm)Nach seiner Emigration in die USA entdeckte er 1938-1940 die »Orgon-Energie«, an deren Erforschung er bis zu seinem Tod 1957 arbeitete.

Ein 1955 verfügtes gerichtliches Verbot der Verwendung dieser Orgon-Akkumulatoren sowie die Verfügung, diese Geräte selbst sowie alle seine Bücher zu vernichten, wurde von Reich nicht akzeptiert, da es sich um eine wissenschaftliche Frage handele, die nicht von einem Gericht zu klären sei.

Nachdem ein Mitarbeiter Reichs gegen das gerichtliche Verbot verstieß, Orgon-Akkumulatoren über Grenzen der US-Bundesstaaten zu transportieren, wurde Reich 1956 zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen „Missachtung des Gerichts“ verurteilt.

Die Ereignisse rund um das Orgon-Projekt wurden in dem Spielfilm "Der Fall Wilhelm Reich" aufgearbeitet.

Weitere INFOs zur Orgontherapie auf der Website der "Wilhelm-Reich-Gesellschaft" >>>

DER FALL WILHELM REICH (Trailer zum Spielfilm) >>>

Leseprobe aus dem Buch "Rede an den kleinen Mann":

Ich sage dir kleiner Mann: Du hast den Sinn für das Beste in dir verloren. Du hast es erstickt und du mordest es, wo immer du es in anderen entdeckst, in deinen Kindern, in deiner Frau, deinem Mann, deinem Vater und deiner Mutter. Du bist klein und willst klein bleiben, kleiner Mann.

Woher ich das alles weiß, fragst du? Ich will es dir sagen:

Ich habe dich erlebt, mit dir erlebt, dich in mir erlebt, dich als Arzt von deinen Kleinlichkeiten befreit, als Erzieher dich oft auf den Pfad der Geradheit und Offenheit geführt. Ich weiß, wie sehr du dich gegen die Geradheit wehrst, welche Todesangst dich befällt, wenn du deinem wahren echten Wesen folgen sollst.

Du bist nicht nur klein, kleiner Mann, du hast, ich weiß es, deine ‚großen Augenblicke‘ im Leben. Du kennst ‚Aufschwung‘ und ‚Erhebung‘. Doch du hast nicht die Ausdauer, deinen Aufschwung immer höher zu schwingen, deine Erhebung dich immer höher tragen zu lassen.
Du hast Angst zu schwingen, du hast Angst vor Höhe und Tiefe. Das hat dir schon Nietzsche viel besser als ich gesagt. Aber Nietzsche sagte dir nicht weshalb du so bist. Er wollte dich zum Übermenschen erheben, um den Menschen in dir zu überwinden. Sein Übermensch wurde zu deinem ‚Führer Hitler‘. Und du bliebst der ‚Untermensch‘.

Ich will, daß du aufhörst, Untermensch zu sein und daß du ‚du selbst‘ wirst. ‚Du selbst‘ sage ich! Nicht die Zeitung, die du liest, nicht die Meinung des bösen Nachbarn, die du hörst, sondern ‚du selbst‘. Ich weiß, du weißt nicht, was und wie du wirklich zutiefst bist. Du bist zutiefst, was ein Reh, dein Gott, dein Dichter, dein weiser Mann ist. Du aber glaubst, daß du ein Mitglied der Kriegsveteranen, des Kegelklubs oder des Ku-Klux-Klans bist. Und da du dies glaubst, handelst du so, wie du eben handelst.

Buchempfehlung zum Buch "Rede an den kleinen Mann":

Wilhelm Reich: "Rede an den kleinen Mann"Wilhelm Reichs "Rede an den kleinen Mann" ist die brillante Abrechnung eines genialen und unbeugsamen Wissenschaftlers mit den Niedrigkeiten von Einfalt, Engstirnigkeit und Totalitarismus.

Reich wurde von der stalinistisch geprägten kommunistischen Partei ausgeschlossen, dann verboten die Nazis seine Bücher und er mußte fliehen. Nach seiner Emigration wurde er auch in den USA im Zuge der Hetze gegen angebliche und tatsächliche Kommunisten durch den berüchtigten republikanischen Senator Joseph McCarthy schikaniert, beschimpft und von den Behörden verfolgt.

Letztendlich verstarb er 1957 unter mysteriösen Umständen in einem amerikanischen Gefängnis.

Das Buch des Psychiaters Wilhelm Reich mag gerade heutzutage vielen sehr ungelegen kommen, da es einen schonungslosen Blick in die seelischen Abgründe des viel zitierten "kleinen Mannes", heute würde man vielleicht sagen, des "Wutbürgers", gewährt.

Das Mutige an diesem Werk: Der "kleine Mann" wird endlich einmal NICHT seiner Schuld bzw. Mitverantwortung für die Übel dieser Welt enthoben. Er ist nicht das Opfer der Obrigkeit, nicht nur Mitläufer, er wird selbst zum Übeltäter, da die Herrschenden ja nur auf den Schultern vieler "kleiner Männer" ihren perfiden Machtmissbrauch ausüben können. Ohne die Stütze des "kleinen Mannes", seine Ängste, Vorurteile, Kleinlichkeiten und Unterwürfigkeiten können sie ihre Ziele gar nicht erst verwirklichen.

Über manchen Ansätze von Wilhelm Reich, speziell über das umstrittene Orgon-Projekt, mag man gerne diskutieren, wie das bei wissenschaftlichen Theorien der Fall ist. In anderen Bereichen gilt er als unumstrittener Pionier und Vordenker. Die harte Reaktion der Mächtigen wirkt in jedem Fall absurd, da Reich als positiver Vordenker letztlich immer vom Guten im Menschen überzeugt war. Den manchmal "erhobenen Zeigefinger" sollte man verzeihen, da das Werk Ausdruck einer tiefen inneren Verbitterung über die eigenen Erlebnisse und über die zeitgeschichtlichen Ereignisse ist.

Ich würde mir wünschen, dass die "Rede an den kleinen Mann" nicht nur von vielen gelesen, sondern auch als Klassenlektüre an Schulen eingesetzt wird. Gerade in modernen Demokratien kann man nicht oft genug betonen, dass Macht und Verantwortung letztendlich vom Volk, und daher auch vom sogenannten "kleinen Mann" ausgehen.

Martin Urbanek


Wilhelm Reich: Rede an den kleinen Mann - Wie der kleine Mann sich unterdrücken lässt

Veröffentlicht am 01. 01. 2018; Dauer: 00:04:57

Philosophin Dr. Dorchain liest aus Wilhelm Reichs "Rede an den kleinen Mann".

Weitere Lesungen aus der "Rede an den kleinen Mann" auf YouTube

Wilhelm Reich: Rede an den kleinen Mann - Was den kleinen Mann vom Genie unterscheidet >>>

Wilhelm Reich: Rede an den kleinen Mann - Der kleine Mann und seine Probleme mit dem Glück >>>


DER FALL WILHELM REICH (Videotrailer)

Veröffentlicht am 24. 07. 2013; Dauer: 00:02:15

Wilhelm Reich (Klaus Maria Brandauer) ist einer von Deutschlands gefragtesten Wissenschaftler und Psychologen. Doch die Ansichten des Österreichers kollidieren mit denen der Nazis und so muss er im Jahre 1939 in die USA fliehen wo er hofft seine Forschungsarbeiten fortsetzen zu können.

Der Psychoanalytiker beschäftigt sich intensiv mit der von ihm entwickelten Orgon-Therapie und konstruiert zudem noch den „Cloudbuster", eine Maschine, die Regen produzieren soll. Doch sein Hauptaugenmerk legt Wilhelm Reich auf die ursprüngliche Energie des Lebens.

Seine Tochter Eva (Julia Jentsch) und seine neue Frau Ilse (Jeannette Hain) unterstützen ihn bei seiner Forschungsarbeit, doch als ehemaliger Kommunist ist er dein Dorn im Auge von Senator Joseph McCarthy. Er wird beschattet und überwacht.

Zudem wird seine treue Mitarbeiterin Aurora (Birgit Minichmayr) massiv von Regierungsmitarbeitern unter Druck gesetzt. Nachdem er sich wiederholt gerichtlichen Anordnungen und Aufforderungen entzieht, wird er zu einer Haftstrafe verurteilt.

 

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