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Der unwegsame Pfad der Zeit

Barbara Siwik: Der unwegsame Pfad der Zeit (Karina Verlag, 2018)Autorin: Barbara Siwik
Format: Hardcover
Seitenzahl: 392 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3961119257

Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsene

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Klappentext:

Der Lebensweg eines Menschen ist nicht vorhersehbar, denn nicht er selbst ist seines Glückes Schmied die Zeit schwingt blind den Hammer. Sie fügt auch in diesem Roman zwei Familien zusammen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Wurzeln der einen Familie reichen bis ins 13. Jahrhundert zu einer Burg zurück, die der anderen krallen sich um Bedeutungslosigkeit. Doch auf dem unwegsamen Pfad der Zeit schlägt der Hammer des Schicksals auf die eine wie die andere emotionslos ein ...

Er formt und er zertrümmert Schlag um Schlag familiäres Glück auf dem Amboss der Weltgeschichte durch Krieg, Tod und Vertreibung. Nie wieder wird die Zeit Teile eines ehemals Ganzen in alter Weise zusammenfügen, nie wird sie letzte Klarheiten schaffen über den Verbleib eines Verschollenen.

Tatsache ist am Ende nur, dass sie bereits neue Eisen im Feuer liegen hat, um sie zu bearbeiten, dass nichts endet, sich vieles nur ändert

Über die Autorin Barbara Siwik:

Barbara Siwik (Autorin)Barbara Siwik verbrachte ihre Schulzeit von 1945 bis 1957 in Falkenberg/Elster und Herzberg/Elster. Eigentlich sollte es nach dem Abitur mit einem Germanistikstudium weitergehen, aber - der Mensch denkt sich etwas und Vater (DDR-)Staat denkt anders.

Eine sozialpädagogische Ausbildung auf kirchlicher Ebene (FS) in Berlin machte aus ihr eine gangbare Erzieherin, zuerst in einem christlichen Kinderheim in Calbe/Saale, später in einem christlichen Kindergarten in Halle/Saale.

Wer heiratet bekommt in der Regel Kinder und die brauchen Zuwendung: Nach der Tätigkeit als Erzieherin folgte eine mehrjährige Karriere als Hausfrau und zeitgleich als Fernstudentin an der Fachschule für Bibliothekare in Leipzig.

Noch vor Abschluss des Studiums erhielt sie eine Stelle als Bibliothekarin in der Stadt- und Kreisbibliothek Merseburg und wurde von 1990 bis 1999 deren Leiterin. Während dieser Zeit veröffentlichte sie gelegentlich fachbezogene Artikel, erst im Ruhestand begann sie zu schreiben, anfangs Lyrik, später auch Erzählungen.

Gedichte von ihr erschienen in zahlreichen Anthologien, darunter einige in italienischer Sprache (Antologia "Oltre le nuvole", Sanremo 2003; Antologia "diVersi nel Vento", Marcerata 2006; Antologia "La parola sensuale, Marcerata 2007). Ebenfalls in Anthologien erschienen Märchen, Kriminalerzählungen und Fantasy-Geschichten.

In ihren Gedichten bevorzugt die Autorin philosophische und zeitbezogene Themen, versteht sich aber auch auf humoristische und satirisch-kritische Töne. Ihre Erzählungen bewegen sich oft am Rand der Wahrheit, d.h. die Grenze zwischen Möglichem und Nichtmöglichem gestaltet sich fließend.

Bei gegenwartsbezogenen Prosatexten fließen meist Episoden aus dem immerhin viele Jahrzehnte langen Leben der Autorin ein, oft wahrheitsgemäß, zumindest aber nur wenig verfremdet. Märchen spinnt sie aus dem Zwirn, den der Teufel wachsen lässt und den Tränken, welche die Hexen brauen, die nicht immer die Bösen sein müssen.

2007 veröffentlichte sie gemeinsam mit Wolfgang Reuter im Schmökerverlag Garbsen ein Bändchen politisch-satirischer Gedichte unter dem Titel "High-matt-Land". 2010 erschien im Fhl-Verlag Leipzig ein Fantasy-Roman der Autorin unter dem Titel  "Das Erbe des Casparius". Das Buch wurde in 2015 vom Sarturia-Verlag Unterensingen neu verlegt und kurz darauf erschien im gleichen Verlag der zweite Band der Geschichte "Das Buch der magischen Sprüche" (Lesealter ab 12).

Im Oktober 2015 folgte der Familienroman"Wohin du gehen wirst".

Im September 2016 erschienen im Karina-Verlag, Wien gesammelte Märchen unter dem Titel "Die Märchenweberin".

Barbara Siwik ist Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller Sachsen-Anhalt.

Die Anthologie "Drachenstarker Feenzauber" erhielt in 2007 den Deutschen Phantastik-Preis. Beitrag der Autorin "Die Ausreißerin".

Quelle: http://www.literaturport.de/Barbara.Siwik/

Leseprobe aus "Der unwegsame Pfad der Zeit":

Die Hochzeit meiner Eltern

Barbara Siwik: Der unwegsame Pfad der Zeit (Karina Verlag, 2018)Die Hochzeitsgesellschaft fand sich um die Mittagszeit vor der Dreifaltigkeitskirche ein. Erika hüpfte aufgeregt neben ihrer Mutter hin und her. Sie fühlte sich in ihrem weißen Kommunionkleid wie eine Prinzessin. Gleich würde sie einen langen Schleier tragen dürfen - den Weg über den Vorplatz und die Stufen hinauf in die Kirche bis hin zum Altar.

De Hochzeitsgäste bildeten Spalier, als das Brautpaar in einer Droschke vorfuhr. Franz, in Smoking mit Zylinder, stieg zuerst aus. Er schien die Ruhe selbst zu sein. Trudl dagegen wagte sich in dem ungewohnt engen Raum der Droschke kaum zu erheben, aus Sorge, etwas von der weißen Pracht könne verrutschen, obgleich sie in einem Korsett steckte, das Fräulein Kloske erbarmungslos zugeschnürt hatte, getreu dem Spruch 'Wer schön sein will, muss leiden'.

Franz reichte der nervösen Braut die eine Hand und verhalf ihrem unsicher tastenden Fuß mit der anderen auf den Tritt. Als Trudl auf festem Boden stand, atmete sie erleichtert auf, machte einen Schritt nach vorn und spürte, dass die mit Klemmen und Nadeln befestigte Myrtenkrone nachgab, vom straff werdenden Schleier gezogen. Hastig tat sie zwei Schritte rückwärts und wandte vorsichtig den Kopf.

„Bist du verrückt!”, schrie Liesl auf. „Umdrehen bringt Unglück!”

Die Hochzeitsgäste lachten, Franz nestelte den Schleier vom Tritt und 'Prinzessin Erika' kam endlich in den Genuss, das wogende Gewebe mit eifrig zupackender Kinderhand unter ihre Aufsicht zu nehmen. Ja, einen solchen Schleier würde auch sie später tragen und dazu eine Krone aus Myrte ...

Nach der Trauung brachte die Droschke die Jungvermählten zum Atelier Bobke am Ring. Dass Fotografen sowohl das Metier des Dekorierens als auch des bildnerischen Gestaltens beherrschen mussten, begriff das Brautpaar spätestens, als Maestro Bobke nach mancher Hin- und Umstellung seiner lebenden Objekte unters Tuch der großen Kamera kroch, wieder auftauchte und mit gerunzelter Stirn verkündete, das Arrangement lasse eine gewisse Ästhetik vermissen.

Am Prinzesschen sei nichts auszusetzen und Bräute seien grundsätzlich über jeden Zweifel erhaben, aber der Bräutigam, der Bräutigam ... Unwillkürlich zog Franz den Bauch ein. Er war nun mal kein Athlet.

Maestro Bobke verschwand in einem Seitengelass und kam mit einer Fußbank zurück. „Bitte, die Herrschaften! Beiseite treten!”

Folgsam nahm Klein-Erika den kunstvoll drapierten Schleier vom Teppich auf und suchte mit dem Brautpaar die belagfreie Zone des Raumes auf. Maestro Bobke aber kroch mit Oberkörper und Bänkchen unter den Teppich. Es bildete sich mal hier, mal da eine Erhöhung und dann tauchte der Künstler wieder auf - ohne Fußbank.

Mit einladender Handbewegung gab er das Zeichen zum Neuaufstellen: Braut zuerst, Prinzesschen daneben. Andächtig vor beiden kniend, griff er erneut in die Kiste seiner Drapierkünste und ließ sie dem Schleier ein zweites Mal zugutekommen. „Und nun, bitte, der Herr auf die Erhöhung!”, befahl er dann.

Franz hatte längst begriffen, dass es nicht um seinen Bauch, sondern um seine zu kurzen Beine ging. Trudl und er waren gleichgroß. Aber heute trug sie ein Diadem und das verlieh ihr den Vorteil einer gewissen Länge.

Eine Braut, die den Bräutigam überragte? Nie im Leben! Jedenfalls nicht im Atelier und in den Augen eines Fotokünstlers!

Lächelnd stieg Franz auf die kaschierte und kaschierende Fußbank und Maestro Bobke kroch erneut prüfend unter das schwarze Tuch.

„Kommt jetzt endlich ein Vögelchen?”, fragte Erika kichernd.

„Nein, heute blitzt es, weil Hochzeit ist”, flüsterte Franz aus seiner neuen Höhe herab. Da rief Maestro Bobke auch schon dumpf unter seinem Tuch: „Lächeln bitte!”, und das Kamerablitzen setzte ein ...


Barbara Siwik: Die Märchenweberin

Barbara Siwik: Die MärchenweberinAutorin: Barbara Siwik
Format: Taschenbuch; 14,9 x 21,1 cm
Seitenanzahl: 142 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3903161061
Altersempfehlung: 5 - 8 Jahre

Weitere INFOs auf dieser Website >>>


Barbara Siwik: Der Schatz aus der Truhe

Barbara Siwik: "Der Schatz aus der Truhe" (Karina Verlag 2017)Autorin: Barbara Siwik
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 216 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3961116591

Altersempfehlung: 14 bis 17 Jahre

Weitere INFOs auf dieser Website >>>

 

 

 

 

 


Die Märchenweberin (Buchtrailer)

Veröffentlicht am 14. 10. 2016; Dauer: 00:02:42

Wohin du gehen wirst (Buchtrailer)

Veröffentlicht am 15. 10. 2015; Dauer: 00:02:39

Das Erbe des Casparius (Buchtrailer)

Veröffentlicht am 14. 03. 2015; Dauer: 00:01:49

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