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WUT: Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen

Julia Ebner: WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machenAutorin: Julia Ebner
Format: Taschenbuch; E-Book
Seitenanzahl: 336 Seiten
Verlag: Konrad Theiss Verlag GmbH
Auflage: 1 (März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3806237016
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsene

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Klappentext:

Der Extremismus ist auf dem Vormarsch in Europa und den USA. Lassen sich westliche Demokratien in eine Spirale der Wut ziehen, die sowohl Islamisten als auch Rechtsradikalen zugute kommt?

Die Extremismusforscherin Julia Ebner beschäftigt sich länderübergreifend mit Gruppierungen unterschiedlicher Ausrichtung. Mit gezielten Undercover-Recherchen und Gesprächen mit Radikalen beider Seiten zeigt sie, wie sich die Strategien von Islamismus und Rechtsradikalismus wechselseitig ergänzen und verstärken ...

Mit hetzerischer Rhetorik online wie offline schüren sie Hass und treiben einen Keil in die Gesellschaft: die eigene Gruppe wird zum Opfer, die andere zum Feind.

Wird dadurch der von beiden Seiten als »unvermeidbar« propagierte Krieg zwischen dem Islam und dem Westen zur realen Gefahr?

Die Autorin geht den Ursachen der wechselseitigen Radikalisierung auf den Grund und zeigt, wie Extremisten Angst, Verunsicherung und Wut instrumentalisieren.

Über die Autorin Julia Ebner:

Julia Ebner (Autorin)Die gebürtige Wienerin Julia Ebner lebt heute in London, wo sie als Extremismus- und Terrorismusforscherin beim Institute for Strategic Dialogue (ISD) tätig ist.

Sie arbeitete zwei Jahre für die weltweit erste Organisation zur Extremismusprävention Quilliam, die von ehemaligen Islamisten gegründet wurde. Diese Organisation, die versucht, extremistische Gruppen einzudämmen und junge Menschen vor islamistischen Rekrutern zu schützen.

Für die Europäische Kommission und die Kofi Annan Foundation leitete sie Studien, sie schreibt regelmäßig für "The Guardian" und "The Independent", hält Workshops an Schulen und Universitäten und berät Regierungen und Tech-Firmen in Bezug auf Radikalisierungsprävention.

Leseprobe aus "WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen":

VORWORT:

Julia Ebner: WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machenAlles sah anders aus, als ich im Mai 2016 begann, dieses Buch zu schreiben: Brexit und Trump lagen außerhalb der Grenzen des Vorstellbaren, die AfD saß noch nicht im Bundestag und die FPÖ noch nicht in der österreichischen Regierung.

Deutschland war bis dato vom Terror verschont geblieben, und der Großteil der Bevölkerung hatte den Glauben an ein gemeinsames „Wir schaffen das“ noch nicht aufgegeben.

Doch bereits wenige Wochen später wurde die Regionalbahn bei Würzburg zum ersten Schauplatz einer Terrorwelle, die über Deutschland hereinbrechen und zum politischen Wendepunkt werden sollte.

Schnell stand fest: Der IS hatte Europas Achillesferse entdeckt. Nicht einmal, nicht zweimal, sondern Dutzende Male trafen seine Anhänger uns dort, wo es besonders weh tut: wo wir uns sicher fühlten, wo wir feierten, tanzten und tranken; und wo sie unseren Alltag am meisten beeinträchtigen konnten.

Schon bald begannen die Zustimmungsquoten für Merkels Willkommenskultur ihre rasante Talfahrt und hinterließen ein Vakuum, das die politischen Ränder ebenso wie antidemokratische, extremistische Bewegungen bereitwillig füllten.

Julia Ebner: WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machenPolitisch motivierte Strafdelikte und Terror-Ermittlungsverfahren stehen derzeit in Deutschland auf einem neuen Höchstniveau. Prozesse gegen Terrorgruppen wie den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), die Bürgerwehr Freital und die Oldschool Society rückten das Problem des Rechtsextremismus, das bislang im Schatten der dschihadistischen Bedrohung stand, stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2016 insgesamt 1698 rechtsmotivierte Gewalttaten und 995 Straftaten gegen Asylunterkünfte gezählt. Etwa 23.100 Personen sind in rechtsextremen Organisationen aktiv, die Hälfte davon werden als gewaltorientiert eingestuft.

Gleichzeitig hat sich die Zahl der bundesweiten Salafisten seit 2010 fast verdoppelt: Das Bundesministerium für Inneres geht derzeit von ungefähr 8000 Salafistlnnen bundesweit aus, davon knapp 700 gewaltbereite „Gefährder/innen“.

Als Analystin bei der Londoner Extremismusbekämpfungsorganisation Quilliam, die von ehemaligen Islamisten gegründet wurde, war es mein oberstes Ziel, die Pläne von Terroristen zu durchschauen und frühzeitig zu durchkreuzen.

Meine damaligen Bosse - der eine ehemaliger Anführer der in Deutschland verbotenen islamistischen Organisation Hizb ut-Tahrir, der andere Ex-Al-Qaida Feldherr - haben mich gelehrt, so zu denken wie Terroristen.

Julia Ebner: WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machenMein Zugang zu den internen Diskussionen von Dschihadisten hat mir dabei geholfen, die scheinbar willkürlichen Anschläge als das zu sehen, was sie sind: Teil eines inszenierten Schauspiels, hinter dem sich ein raffiniertes Drehbuch verbirgt.

Zu meinem Entsetzen tanzen Politiker, Journalisten und Wähler nach dem von Terroristen verfassten Skript. Es ist genau das eingetroffen, worauf Dschihadisten in ihren Privatchats spekulierten: eine zunehmend gespaltene Bevölkerung, die es ihnen leicht macht, die verschiedenen demokratisch legitimierten Akteure gegeneinander auszuspielen und den politischen Diskurs zu bestimmen.

In meinen Gesprächen mit Extremisten in rechtsradikalen Foren erkannte ich, dass das Drehbuch der Rechtsextremen dem der Islamisten erstaunlich ähnlich ist. Beiden ging und geht es darum, durch kontrollierte Provokation und strategische Polarisierung das selbstzerstörerische Potenzial der Gesellschaft freizusetzen, sodass sie letztendlich freie Bahn haben, um ihr eigenes radikales Modell zu etablieren ...

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Julia Ebner über ihre Motive für das Buchprojekt "WUT":

Julia Ebner: WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“Jede Art des Extremismus beginnt mit der Entmenschlichung des anderen”, erklärte mir mein ehemaliger Boss Maajid Nawaz, ein Ex-Islamist, als ich meinen Job bei der weltweit ersten Anti-Extremismus-Organisation Quilliam im Herbst 2015 antrat.

Das war der Zeitpunkt als ich beschloss, Extremismus und Terrorismus mit mehr – statt weniger – Menschlichkeit zu bekämpfen.

Mein Buch “Wut: Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen” begann ich daher mit Exkursionen in die Herzen extremistischer Organisationen – mit dem Ziel, die Motivation und das Verhalten von deren Mitglieder besser zu verstehen ...

Rechtsextremismus und Islamismus haben Vieles gemeinsam

Beide plädierten für die Rückkehr zu einer ethnokulturell einheitlichen Gesellschaft basierend auf Familiensystemen, in der Frauen als Gebärinstrumente für das Fortleben der eigenen Rasse oder Kultur verstanden
werden.

  • Weg von Diversität, Feminismus und Wissenschaftlichkeit lautete die gemeinsame Antwort auf den rasanten Fortschritt, zu dessen Verlierern sich sowohl Rechtsextreme als auch Islamisten zählen.
  • Die einen wollen den Westen “von muslimischen Einflüssen säubern”, die anderen den Islam von “westlichen Einflüssen”.
  • Die einen reden von einer ”Übernahme der arabischen Welt durch ungläubige Eindringlinge”, die anderen von einer “Invasion des Westens durch muslimische Migranten”.

Das Ziel meines Projektes “WUT" war es zu verstehen, wie aus besorgten Müttern und misstrauischen Bürgern gewaltbereite Extremisten mit apokalyptischen Zukunftsvisionen werden konnten.

Was macht der Terror mit unserer Gesellschaft und wie profitieren menschenfeindlich agierende Gruppen von dem aufgeheizten politischen Klima?

Auzüge aus einem Beitrag von Julia Ebner in der "Huffingtonpost" am 20.02.2018

Rezension zu "WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen":

SPANNEND, LESENSWERT, GUT RECHERCHIERT

Es war an der Zeit, dieses Thema komprimiert und zusammenfassend zu beleuchten. Die Autorin erzählt glaubhaft, authentisch und auf höchst interessante Weise, was sie selbst in Undercover-Aktionen sowie persönlichen Interviews mit Gruppierungen und Protagonisten aus der jeweiligen Szene erfahren hat.

Offenkundig ist ihre absolut neutrale, vorurteilsfreie Betrachtungsweise und die humane Einstellung zu den Betroffenen aus beiden Lagern.

Besonders aufschlussreich fand ich die umfassend recherchierten Basis-Informationen über den globalen dschihatistischen Aufstand und die Renaissance der extremen Rechten, die das Gesamtthema aus beiderlei Sicht dem Leser/der Leserin verständlich machen.

Es mag sein, das dem einen oder der anderen die Thematisierung des Links-Extremismus fehlen. Aus meiner Sicht besteht der extreme Spannungsbogen jedoch genau aus den gegenseitigen Feindbildern von einerseits islamistischen und andererseits rechtsextremen Fanatikern, die einander gleichen wie "zwei Seiten derselben Medaille".

Das Buch liest sich wie ein spannender Roman, wenngleich es auf höchst wissenschaftlichen "Beinen" steht. Seite für Seite will man wissen, wie es weiter geht und regt an, sich über die behandelten Themen weiter zu informieren.

Höchst empfehlenswert für alle, die fundierte Informationen zu diesem Thema suchen.

Quelle: Rezension bei Amazon

Buchempfehlung:

In ihrem akribisch recherchierten Sachbuch "WUT - Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen" analysiert die renommierte Extremismusforscherin Julia Ebner die höchst gefährliche Spirale der Radikalisierung zwischen zwei ideologischen Extremen an den Rändern des politischen Spektrums.
Das Erschreckende daran: Die Extremisten sind bei der Rekrutierung von Mitläufern und Aktivisten durchaus erfolgreich und auf dem besten Weg, den demokratischen Rechtsstaat zu destabilisieren.

Die Drahtzieher der extremen Rechten und der radikal-islamistischen Szene bedienen sich bei der Polarisierung der Gesellschaft und bei der Rekrutierung von Anhängern sehr ähnlicher Methoden. Im Aufbau von gegenseitigen Feindbildern sind sie geradezu aufeinander angewiesen.

Die einen wollen sämtliche Errungenschaften von Aufklärung und westlicher Demokratie abwehren, die anderen strapazieren permanent ein Szenario, wonach muslimische Migranten nur darauf warten, in Europa die Scharia einzuführen.

Rechtsextremismus und Islamismus haben Vieles gemeinsam: Beide Seiten vertreten die gefährliche Fiktion von einem ethnisch bzw. religiös homogenen Staatswesen, Pluralismus und Vielfalt werden systematisch bekämpft. Zur Erreichung ihrer Ziele bedienen sie sich professioneller Medienkampagnen.

Bei der Lektüre des Buches merkt man sehr rasch, dass Julia Ebner ein Europa verteidigen will, das nicht für Autokratie und Abschottung vor fremden Einflüssen steht, sondern seine Stärke aus Demokratie, Menschenrechten, Vielfalt, Solidarität und Offenheit schöpft. Der politische wie gesellschaftliche Rechtsruck in ihrer Heimat Österreich macht ihr deshalb auch schwer zu schaffen.

Ebners Undercover-Recherchen haben allerdings auch bewirkt, dass sich ganz aus der Nähe und auf persönlicher Ebene mit den betroffenen Extremisten auseinandersetzen musste. Eine humanistische Grundhaltung, auch diesen Menschen gegenüber, kommt daher in dem Buch immer wieder zum Ausdruck.

Anhand der lebensnahen Schilderungen merkt man als Leser sehr rasch, dass Ebners sachkundige Informationen nicht nur auf Recherchen aus der Ferne beruhen, sonder dass hier auch eigene Erfahrungen und Impressionen aus den jeweiligen Milieus verarbeitet werden.

"WUT" ist eine spannend geschriebene Lektüre, speziell für jene, die an aktuellen politischen Vorgängen interessiert sind und sich um die Zukunft unserer Gesellschaft ernsthaft Sorgen machen.

Das Buch eignet sich auch hervorragend an Schulen als Klassenlektüre zum Thema Extremismusprävention.

Martin Urbanek


Julia Ebner über "Wut. Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen"

Veröffentlicht am 07. 02. 2018; Dauer: 00:02:03

Autorin Julia Ebner spricht über die Zusammenhänge zwischen Islamisten und Rechtsextreme, deren Terror und Propaganda die Demokratie gefährden.

Interview mit Julia Ebner: Wie Rechte das Internet vereinnahmen

Veröffentlicht am 23. 03. 2018; Dauer: 00:05:06

Hassposts und Hetzkampagnen: Im Internet sind rechte Gruppen präsent wie nie. Julia Ebner hat die Szene studiert und weiß, wie es die laute Minderheit schafft, wie die Mehrheit zu erscheinen.

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