Karina Verlag: alle Genres und Altersstufen

Lyrik in Gänsefüßchen

Volker Maaßen: Lyrik in Gänsefüßchen (Karina Verlag, 2018)Autor:  Volker Maaßen
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 142 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (Juli 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN:
978-3964431028
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsene

Erscheinungstag: 17. Juli 2018

Vorbestellungen >>>

Volker Maaßen auf Facebook
 

 

 


Klappentext:

Was wir heute an moderner Lyrik finden, ist oft reine Prosa, in der nach etwa drei Sekunden - das entspricht dem Arbeitsrhythmus unseres Gehirnes - ein Vers beendet wird. Damit dieser Zeilenumbruch dann als etwas Hochintellektuelles verkauft werden kann, nennt man das Enjembement.

Volker Maaßen traut sich einfach, wieder einen Griff in die alte Formenlehre zu tun und dort den Reim und den Rhythmus herauszuzerren. Nur leiern darf das Gedicht nicht. Komisch dagegen sollte es schon sein, ohne zu sehr ins Kalauerige abzugleiten ...

Dazu benutzt er einige Tipps, die ihm Robert Gernhardt vor über 20 Jahren beibrachte und da Maaßen in Hamburg wohnt, nennt er diese Lyrik nicht mehr, wie Gernhardt die Neue Frankfurter- , sondern die Neue Hamburger Schule .

Reim und Rhythmus sollten schon streng sein, wenn sie nicht gerade chaotisch daherkommen. Ein Tabubruch, z.B. ein Neger darf uns schon mal begegnen.

Naja, kurz sollte das Gedicht sein, damit es, wie schon oben erwähnt wurde, nicht ins Leiern kommt. Und es sollte den Leser auf irgendeine Art bewegen.

Über den Autor Volker Maaßen:

Volker Maaßen (Autor)Volker Maaßen wurde 1943 in Breslau geboren und verbrachte seine Kindheit in Kiel. Es folgte das Studium der Psychologie und Medizin in Kiel und Heidelberg.

Anschließend war Volker Maaßen als Gynäkologe und Pathologe in Berlin, München und Hamburg tätig. Danach arbeitete er 17 Jahre als Chefarzt der Frauenklinik in Hamburg-Harburg. Zur Zeit baut er ein ambulantes Operationszentrum im Süden Hamburgs auf.

Volker Maaßen schreibt seit über 40 Jahren Gedichte und Prosa. Nach dem Kontakt zu Robert Gernhardt 1983 verfasste Maaßen in entsprechender Bierlaune Gedichte. Seit dieser Zeit ist er ein Vertreter der von Robert Gernhardt und F. W. Bernstein begründeten Neuen Frankfurter Schule des komischen Gedichts.

Maaßen veröffentlichte mehrere Bücher mit Geschichten des Seglers Willy, so auch sein neu erschienenes Werk „Segeln mit Fallstricken“.

Mit dem dritten Lyrikband, der Ende 2015 erschien, sind nun mehr als 300 dieser Gedichte auf dem Literaturmarkt.

Volker Maaßen gewann in zahlreichen Gedichtwettbewerben und wurde somit in etliche Anthologien aufgenommen, unter anderem beim deutschen Lyrikpapst Anton G. Leitner.

Es folgten Einladungen zu Lesungen bei hochrangigen Veranstaltungen u. a. auch der Morgenstern-Gesellschaft. Seine aktuellen Termine für Lesungen können der Amazon-Autorenseite entnommen werden.
Volker Maaßens erfolgreiche Bände „Bitterleichte Lyrik“ sind beim elbaol Verlag und im Buch- und Versandhandel erhältlich.

Der Lyrikpapst Anton G. Leitner schreibt über Volker Maaßen: „Der Realpoet Volker Maaßen weiß mit den Mitteln der Satire ebenso sicher umzugehen wie mit den klassischen Elementen der Lyrik. Er schätzt die Klarheit im Ausdruck und scheut sich nicht davor, Reime als Medium der Gesellschaftskritik zu nutzen.“

Leseproben aus "Lyrik in Gänsefüßchen":

INHALT

  • I. Dichtereien _______________________________ 11
  • II. Ich habe schließlich Tiere gern _________________ 17
  • III. Ob es denn für Liebe reicht ___________________ 35
  • IV. So geht es auch, wenn nichts mehr geht _________ 47
  • V. Ich möchte gerade dieses, weil… und mach genau das Gegenteil ________________ 63
  • VI. Ob er Ali oder Josef heisst ____________________ 77
  • VII. Sole, Pfeffer, Senf und Korn, dann trinken wir nochmal von vorn ______________ 91
  • VIII. Das war nun wieder Dopamin ________________ 103

------------------------------

I. DICHTEREIEN

Volker Maaßen: Lyrik in Gänsefüßchen (Karina Verlag, 2018)Damals war ich wohl etwas überfordert, als die Hormone durch meinen unvorbereiteten Körper tobten und ihren Ausdruck in meiner Sprache suchten. Wie erregte es mich, wenn die von mir damals Angebetete mit wogendem Busen auf mich zukam!

Zu der Zeit hatte ich allerdings noch ganz andere, wohl auch vulgäre, Benennungen, aber kaum Erfahrung, was den Umgang mit diesem wunderbaren Körperteil betraf. Wenn sie sich dann aber näherte, vielleicht auch die Augen schüchtern senkte, wurde die Stimme meiner Sprache so leise, dass sie sich nur noch in Poesie ausdrücken konnte, nicht gerade mit Worten wie „Herz und Schmerz“, darüber war ich schon hinaus, aber romantisch wie „Rosen und kosen“ durfte es schon sein, oder auch mal „Brust“ - bei der war ich ja gerade schon - und „Lust“.

Solch Reime passten zu meiner „poetischen“, aber noch ungeordneten Stimmung. Dann aber vergaß ich nahezu über Nacht die Suche nach Reimen.

Mein Protest gegen jeden und alles, was zehn Jahre und älter als ich war, ließ sich nur noch in freier Lyrik herausschreien; schließlich waren es ja fast schon die 68er-Jahre: Gottfried Benn mit seinem besoffenen Bierfahrer, dem er statt des Herzens die Aster neben die Holzwolle in den Brustkorb zurücklegte (in „Kleine Aster“, 1912), den konnte ich sicher noch toppen, so meine überhebliche Selbstüberschätzung.

Na ja, als dann doch wieder ein wenig die Romantik zu mir zurückkehrte, brach für mich die wahre Dichtkunst auf, mit der ich die Welt zu erobern gedachte. Allerdings war die aber für meinen Deutschlehrer ebenso unverständlich wie Ingeborg Bachmann mit ihrer „auf Widerruf gestundete[n] Zeit“.

„‘Auf Widerruf gestundete Zeit`, das sprengt doch jede traditionelle Bildwelt“, meinte er, der schon lange vor dieser Zeit entnazifiziert war und dennoch von mir wünschte, ich sollte gerne mal wieder ein paar „Windhunde“ oder vielleicht „Kruppstahl“ in meine Gedichte einbringen - oder mindestens eine spannende Handlung einfügen.

„Wie wäre es denn mit so was wie Theodor Fontanes „John Maynard“, der mit seinem brennenden Boot über den Erie See brettert, oder besser noch, schon weil er Deutscher ist, Otto Ernsts „Nis Randers“, der einen Mann aus dem brennenden Schiff rettet und dann seiner Mutter ausrichten lässt: „Sagt Mutter `s ist Uwe“.

Mein Lehrer schien wohl auch bei der Reichsmarine gewesen zu sein. Ich hatte mich natürlich meinem Lehrer widersetzt; es waren ja, s.o., fast schon die 68er-Jahre.

Als ich dann zur Freude meiner Eltern einen ehrbaren und vor allem geldbringenden Beruf ergriff, landeten etwa 300 Gedichte mit freien Reimen auf dem Berliner Müll. In Berlin war es dann aber auch, wo ich Wolf Biermann, Manfred Krug, aber für mich prägend Robert Gernhardt traf.

Über drei Tage lang oder eher drei Abende oder noch eher durch drei Nächte hindurch führte mich Gernhardt in die Geheimnisse der komischen Lyrik ein. Von nun an hatte mich erneut das Dichtfieber gepackt und ich übte mich in der nächsten Zeit im Stil der Neuen Frankfurter Schule.

Dazu gehörte, dass die Gedichte einen strengen Reim und Rhythmus aufweisen mussten. Und um gar nicht erst Gefahr zu laufen, dass diese Gedichte ins Leiern kamen, mussten sie natürlich kurz sein ...

------------------------------

II. ICH HABE SCHLIESSLICH TIERTE GERN

Friedhofgans

Die Weihnachtsgans, die macht Diät
und hofft, es ist noch nicht zu spät,
dass, wenn sie wenig wiegen tät,
wohl keiner ihr den Hals umdreht.

Sie trägt kaum Fleisch am dürren Bein,
das reicht nicht mal für Gänseklein.
Sie winkt kachektisch und lässt grüßen,
auf ihren beiden Gänsefüßen.

Vielleicht ja reichen ein paar Krümchen
am Friedhof bei den Gänseblümchen.
Sie wär ganz gern mal wieder satt
und stolpert matt ins grüne Grab.

So merkt sie, dass die Nulldiät
am Friedhof leicht danebengeht.

***

Wer schreibt, der bleibt

Ein kleiner Archeopterix,
der las nicht und der schrieb auch nix.
Mit Federn wollt´ er, statt zu schreiben
lieber in die Lüfte steigen.

Mit den stolzen Vogelschwingen,
blieb er so vor allen Dingen,
Schreibversuchen gut und gern
weiter fern.

Er wollt´ fliegen und nicht schreiben,
also konnte er nicht bleiben.
Federführend mit Applaus
starb er aus.

------------------------------

III. OB ES DENN FÜR DIE LIEBE REICHT

Was ich mögen möchte

Ich möchte
mit dir streiten,
ich möchte
deine Grenzen fühlen,
meine Haut
um deine breiten,
ich möchte das
Dazwischensein
und dann verschwinden.
Ich möchte
alles was ich bin
an deine Seele binden

***

Beischlaf auf Rezept

Mir kommt´s beim Beischlaf
zweifelsfrei
viel zu schnell,
dann ist´s vorbei.

So ist das Ganze
nicht gedacht,
dass man erregt
ins Laken macht.

Mein Doktor rät mir:
„Lass dir Zeit,
wie wär´s mal mit
Gelassenheit.“

Dann hat er mir,
nur für das Lieben,
zum Ruhigwerden
was verschrieben.

Grad bei so mancher
heißen Diva,
benutze ich jetzt
Sedativa.

Ich hab’ mich lässig
eingeführt,
doch leider
hab’ ich nichts gespürt.

Ich bin, der Amor
will mich strafen,
bei jedem Beischlaf
eingeschlafen.

So hat beim ganzen
Her und Hin,
das Wort vom Beischlaf
seinen Sinn.


Volker Maaßen: "Querschläger - Satirische, witzige und ehrliche Kurzgeschichten"

Volker Maaßen: Querschläger - Satirische, witzige und ehrliche Kurzgeschichten (Karina Verlag, 2018)Autor:  Volker Maaßen
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 144 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3961117123
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsen

 

 

 

 

 

 

Klappentext:

Die Kurzgeschichtensammlung lässt uns ein wenig hinter die Gardinen mancher Menschen blicken. Satirisch und witzig, aber auch melancholisch und nachdenklich, erzählt der Autor kurze Blickpunkte aus dem Leben.

Bedeutende Tage, die sich als Querschläger des Lebens herausstellen ...

Weitere INFOs zum Buch auf dieser Website >>>


»Lyrik auf Rezept« von Dr. Volker Maaßen in der Flussschifferkirche in Hamburg

Veröffentlicht am 10.07.2017; Dauer: 01:19

Aufgenommen während der Veranstaltung »Drei Männer (wieder) in einem Boot«: Karsten Meyer, Elimar Heinz Beilcke und Volker Maaßen! Am Akkordeon: Jürgen Preuß!


Volker Maaßen am 26.03.2013 im Westend

Veröffentlicht am 16.04.2013; Dauer: 03:14

Volker Maaßen liest am 26.03.2013 selbstgedichtetes beim WortKunst Poetry im Westend in Hamburg Wilhelmsburg.

Teilen
Go to top