Karina Verlag: alle Genres und Altersstufen

Granatapfelkerne

Barbara Naziri: GranatapfelkerneAutorin: Barbara Naziri
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 146 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (August 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3964431066

Altersempfehlung: ab 10 Jahre
 

Erscheinungstag: 25.08.2018
Vorbestellen bei Karina Verlag >>>
Vorbestellen bei Amazon >>>

Website von Barbara Naziri
Barbara Naziri auf Facebook
"Vor unserer Tür" auf Facebook


Klappentext:

Das Jugendbuch „Granatapfelkerne“ erzählt vom Flüchtlingsschicksal der Familie Azadi zu Zeiten des Umsturzes im Iran. Bereits in seinem Vorwort spricht es die Kinder direkt an und bereitet sie behutsam auf die Handlung vor. Am Schicksal der kleinen Mina erfahren sie, warum Menschen ihr Land verlassen und in welche Situationen sie als Flüchtling geraten ...

Mina Azadi, inzwischen eine erwachsene Frau und selbst Mutter, widmet sich Flüchtlingen und ihren Problemen. In einer Rückblende beleuchtet “Granatapfelkerne“ ihre Kindheit. Mina, ein fröhliches Mädchen, wächst in einem liebevollen Zuhause in der großen Stadt Teheran auf. Ein besonderer Vertrauter wartet jeden Tag auf sie im elterlichen Garten. Es ist ein alter Granatapfelbaum, mit dem sie täglich Zwiesprache hält.

Minas heile Welt gerät ins Wanken, als im Iran die Revolution ausbricht und das Land und kurz darauf ein Krieg mit all seinen Schrecken. Zugleich verändert ein furchtbares Regime das Leben der Menschen und verbreitet ein Klima der Angst und Gewalt, das bis in die Kindergärten und Schulen reicht. Minas Vertrauen wird missbraucht. Ihre Eltern geraten in Gefahr und müssen fliehen. Schweren Herzens nimmt Mina Abschied von allem Vertrauten. Auf die Flucht in eine fremde Welt nimmt sie zwei Dinge mit: ihre Puppe und eine Dose mit Granatapfelkernen… 

Barbara Naziri über ihr Leben und ihre Werke:

Barbara Naziri (Autorin)Jeder Mensch nimmt seinen Platz im Leben ein. Ich habe erst spät begriffen, worin meine Aufgabe liegt, bis ich erkannte, ich kann eine Brückenbauerin sein, eine Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Mein Elternhaus war iranisch-jüdisch geprägt und ich bin in Norddeutschland aufgewachsen. Darum bezeichne ich mich gern selbst als eine Pflanze mit yiddischen Wurzeln in persischer Erde, Blütestandort Norddeutschland.

Ich entstamme einem sehr liberalen Elternhaus. Religion spielte eher eine unbedeutende Rolle. Ich lernte, Menschen nicht an ihrem Status oder Titeln zu messen, sondern ihre inneren Werte zu erkennen und zu schätzen. So schaue ich in die Herzen der Menschen, denn Liebe öffnet ihre Türen und verbindet uns miteinander.

Im Gegensatz zu meiner sehr musikalischen Familie, konnte ich mit einem Musikinstrument weniger anfangen. Anstatt nach Noten zu spielen, begann ich zu schreiben. Mein Instrument wurde der Füllfederhalter. Schon als Kind entdeckte ich meine Liebe zum Geschichtenschreiben und zum Dichten. Sie wurde meine Passion, denn hiermit konnte ich meinen Gefühlen Ausdruck verleihen und Menschen berühren.

Behütet und beschützt und rückblickend auf eine wunderbare Kindheit, die mir für das Leben ein starkes Fundament gab, habe ich den Stürmen des Lebens gut standgehalten und mich stets für die Liebe entschieden, besonders in den dunklen Tagen, in denen ich mit ansehen musste, wie Menschenrechte gebrochen, die Würde, unser kostbarstes Gut, mit Füßen getreten wurde. 

Hier wie auch dort, wo meine zweite Heimat Iran hinter einem Schleier verborgen liegt. So nahm ich mich der Flüchtlinge an, deren Sprache ich sprach und erfuhr von traurigen Schicksalen, die meine Seele berührten.  

Ich wurde Menschenrechtsaktivisten und Gründungsmitglied beim Hamburger Flüchtlingsrat. Ebenso unterstütze ich die weltweite Vereinigung Madarane Irani, die iranischen Mütter, die um ihre ermordeten und verschwundenen Kinder trauern und regelmäßig an die Öffentlichkeit treten, um auch hier in Deutschland auf die Zustände im Iran aufmerksam zu machen. Weiterhin bin ich Mitglied im Auschwitz-Komitee. Meine Zielvorstellung und Wunsch sind die Einigung aller iranischer Gruppen, die sich für Freiheit und Demokratie im Iran einsetzen.

Relativ spät kam ich auf die Idee, meine Schriften auch zu veröffentlichen, denn ich habe verstanden, dass ich nicht nur lustige und nachdenkliche Geschichten und Gedichte schreiben kann, sondern meinem Land helfe, indem ich mich als Schriftstellerin und Dichterin sowohl literarisch als auch politisch über Iran äußere.

Mein Buch Grüner Himmel über schwarzen Tulpen wurde zu einer Brücke zwischen der deutschen und der iranischen Kultur, weil es den Schleier des Nichtwissens hebt und ein Land beschreibt, das ich aus tiefstem Herzen liebe: Hinter all dem steht der Wunsch, bei den hier in Freiheit lebenden  Menschen das Verständnis für Iran und seine Menschen zu vermitteln, denen die Würde genommen wurde.

Mein Anliegen besteht darin, Solidarität zu wecken und die Menschen hier zu motivieren, sich für uns einzusetzen, damit unsere Stimmen nicht ungehört verhallen. Denn Menschenrechte sind unteilbar.

"Herbstgeflüster" entstand gemeinsam mit meinem Freund Peter Reuter. In einem sprühenden Schlagabtausch, unsere unterschiedlichen Herkunftsländer auf die Schippe nehmend, pieksen wir Autoren mal satirisch, mal schmerzhaft mitten in ein Problem und entdecken dabei viele Gemeinsamkeiten. Dieses Buch behandelt sowohl politische Themen als auch den Menschen an sich und die Liebe, die uns alle miteinander verbindet.

Meine Lyrik schreibe ich unter dem Namen Aramesh (persisch: Seelenfrieden), hin und wieder unter dem Pseudonym Sedaye Bad (s. mehriran.de/solidarität)

Mein Buch "Märchenspiegel der Aramesh" wurde 2017 veröfentlicht. Dort finden Jung und Alt darin magische und abenteuerliche Geschichten zum Träumen und zum Hoffen.

Quelle: http://barbara-naziri.npage.de/aramesh.html

Über das Projekt "SternenBlick":

"SternenBlick" ist ein gemeinnütziges Publikationsprojekt, das die zeitgenössische Poesie und Dichtkunst durch eröffentlichungen und Lesungen fördert. Die Erlöse aus dem Verkauf der Publikationen werden immer einer Organisation gespendet, die sozial oder gesundheitlich benachteiligte Menschen unterstützt.

„Vor unserer Tür“ von Barbara Naziri ist Teil unserer Reihe „Dichter für Toleranz“, die 2015 ihren Auftakt mit der Anthologie „TrümmerSeele“ hatte. Über 400 DichterInnen hatten sich an der Ausschreibung zur Thematik: Flucht und Vertreibung beteiligt, von denen 136 Beiträge ins gedruckte Buch aufgenommen wurden.

Weitere 75 SprecherInnen verhalfen dem anschließend vertonten Werk dabei, seinen Zweck zu erfüllen, indem es ein poetisches Zeichen für Toleranz und Nächstenliebe setzte.

Leseprobe aus dem Buch "Granatapfelkerne":

Auszug aus dem Kapitel "MINAS FAMILIE FLIEHT AUS DEM IRAN":

Gegen Abend zog der Duft von leckerem Reis und Gewürzen durch das Haus. Mina saß mit ihrem Vater und den Großeltern am Tisch und die Mutter trug gerade das Essen auf. Da pochte es hart an die Tür. Der Vater ging, um zu öffnen. Kreidebleich im Gesicht kehrte er zurück. Ihm folgten zwei Pasdaran. Die Mutter erschrak. Der Teller, den sie gerade füllen wollte, entglitt ihrer Hand und sein Inhalt leerte sich auf dem Teppich.

Ein Pasdaran mit buschigen Augenbrauen musterte sie abfällig, warf Mina einen finsteren Blick zu und fuhr den Vater barsch an. »Ihre Tochter Mina hat in der Schule angegeben, dass Sie hier im Haus Musik hören, tanzen und fröhliche Partys feiern, obwohl das Land in Trauer ist! Außerdem schauen Sie westliche Videos!« Er sah sich suchend im Zimmer um. »Her mit den Kassetten!«, herrschte er den Vater an.

Erschrocken öffnete der Vater den Bücherschrank. Die Großeltern saßen bewegungslos auf ihren Stühlen und blickten entsetzt in die Runde. Der Großvater ließ seine Gebetskette (Tasbi) nervös durch die Finger gleiten, wobei er bei jeder Perle eine stille Bitte zum Himmel sandte. »Da haben wir ja eine ganze Sammlung«, rief der andere Pasdaran triumphierend, als er in den Schrank schaute. Er sah den Vater verächtlich an: »Ihnen ist doch wohl bekannt, dass Musik und westliche Videos bei Strafe verboten sind.«

Er packte die Kassetten alle zusammen, um sie abzutransportieren. »Was seid ihr für gottlose Menschen! Habt ihr überhaupt einen Koran im Haus?«

»Wir haben einen Koran«, erwiderte Minas Vater leise und versuchte, das Zittern in seiner Stimme zu verbergen. Er öffnete den Bücherschrank und holte ihn hervor.

Barbara Naziri: Granatapfelkerne»Was sind das für Bücher in dem Schrank?«, fragte der Pasdaran. »Ich hoffe in Ihrem Interesse, dass sich darunter keine Schriften befinden, die sich gegen unsere Regierung richten!«

Dann starrte er auf die Wände. »Warum hängt hier kein Bildnis großen und gütigen Ayatollah Chomeini! Sie wissen, dass in jeder Wohnung so ein Bildnis hängen muss!«

Die Mutter war wie gelähmt, nicht fähig ein Wort zu sprechen. Sie hatte sich schnell ein Tuch um den Kopf geschlungen, denn selbst im eigenen Haus mussten Frauen vor fremden Männern ihr Haar verbergen. Stumm, mit niedergeschlagenen Augen stand sie da. Mina empfand neben der Angst eine tiefe Scham. War das ein böser Traum? Langsam dämmerte es ihr. Nach den Worten des Pasdaran sollte sie schuld an all dem sein.

Eine Eiseskälte kroch ihr den Nacken empor und schien ihr schier den Atem zu nehmen. Sie spürte ihr Herz bis zum Halse klopfen und ihr war zumute, als fülle dieses Klopfen den ganzen Raum aus. Verzweifelt tasteten ihre Hände nach der Hand des Großvaters, der sie sofort ergriff und sanft drückte. Die Pasdaran hatten inzwischen alle Musik- und Video-Kassetten in einer mitgebrachten Kiste verstaut, die sie nun abtransportierten.

Der mit den buschigen Brauen wandte sich an Minas Eltern: »Sie erscheinen morgen um 11 Uhr vor dem Komitee! Weiterhin wird eine gründliche Durchsuchung Ihrer Wohnung stattfinden.« Damit verschwanden beide grußlos und ließen fünf verstörte Menschen zurück.

Mühsam hatte Mina ihre Tränen zurückgehalten. Doch nun strömten sie ohne Unterlass, als wollte ihr das Herz brechen. Tröstend schlang ihre Mutter die Arme um sie und streichelte sie besänftigend.

Nachdem Mina sich etwas beruhigte, berichtete sie stockend, was sich in der Schule zugetragen hatte. Die Eltern waren empört. Wie oft wurden die Kinderrechte in diesem Land verletzt. Was tat man diesen zarten Seelen nur an!

Das Abendmahl war kalt geworden. Niemand konnte jetzt einen Bissen hinunterwürgen. Der Großvater saß wie versteinert auf dem Sofa. Mit unendlich traurigem Blick betrachtete er seinen Sohn, die Schwiegertochter und seine geliebte Enkelin Mina.

»Ihr müsst sofort fliehen!«, flüsterte er mit tonloser Stimme. »Zum Glück haben sie euch nicht gleich mitgenommen. Das war der Anfang. Sie werden wiederkommen, immer wieder, und euch nicht mehr in Ruhe lassen. Die morgige Befragung dürft ihr gar nicht erst abwarten. Alles, was nun passiert, kann für euch schlimme Folgen haben.«

Mit einem Seitenblick auf Mina fuhr er fort: »Komm, meine Süße, wir gehen ein wenig in den Garten und genießen nach diesem Schreck die frische Nachtluft. Draußen ist der Mond schon aufgegangen.«

Barbara Naziri: GranatapfelkerneDer Garten wirkte friedlich wie immer. Wie zum Schutz breitete sich der Nachthimmel über ihn. Der volle Mond hing darin wie eine Laterne. Um ihn herum scharten sich die Sternenkinder, von denen jedes auf ein Kind dieser Welt Obacht gibt. Der Jasmin verströmte seinen honigartigen blumigen Duft. Nur die Stimmen der Zikadenmännchen, die ihre Liebeslieder für ihre Weibchen sangen, unterbrachen die Stille. Ein paar Fledermäuse flatterten lautlos über ihren Köpfen.

Über all dem erhob sich der alte Granatapfelbaum und schien Mina zu rufen. Sie ging zu ihm und legte ihre Arme um seinen Stamm. Die verstohlenen Tränen in den Augen ihres Großvaters, der ihr mit der Hand zärtlich über das Haar fuhr, sah sie nicht. Sein Herz war schwer und traurig, denn ein langer Abschied stand bevor ...

Hier könnt ihr die gesamte Lesprobe als E-Book ansehen >>>

Leseprobe als PDF herunterladen >>>


Barbara Naziri: "Märchenspiegel der Aramesh"

Märchenspiegel der Aramesh (Barbara-Naziri), Karina Verlag 2017Autorin: Barbara Naziri
Illustrationen: GreybearMH & Hokuspokus
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 316 Seiten
Verlag: Karina Verlag / Nova MD
Auflage: 1 (Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3961119356
Altersempfehlung: Ab 10 Jahre

Bestellen bei Amazon >>>

Weitere INFOs zum Buch auf dieser Website >>>


Granatapfelkerne von Barbara Naziri (Buchtrailer)

Veröffentlicht am 21. 08. 2018; Dauer: 02:09

Vor unserer Tür - Barbara Naziri (Buchtrailer)

Veröffentlicht am 10. 09. 2017; Dauer: 02:09

Buchtrailer: Märchenspiegel der Aramesh (Barbara Naziri)

Veröffentlicht am 26. 08. 2017; Dauer: 2:21

Buchtrailer Iran: Grüner Himmel über schwarzen Tulpen (Barbara Naziri)

Die Deutsch-Iranerin Barbara Naziri wünscht sich einen Iran, der die Menschenrechte achtet, der nicht mehr im Namen des Islam Verbrechen begeht, Frauen nicht mehr unterdrückt und in dem alle ihren Glauben ausüben dürfen -- ohne verfolgt und mit der Todesstrafe bedroht zu werden.

Doch sie leidet sehr unter dem verzerrten Bild, das der Westen vom Iran zeichnet. Daher nimmt sie uns mit auf ihre Reisen in das Land ihrer Sehnsucht und lässt uns teilhaben am Leben ihrer Familie. Führt uns im Vielvölkerstaat zu Menschen verschiedener Religionen und unterschiedlicher Herkunft, die miteinander und mit dem Rest der Welt in Frieden leben wollen. Durch ein Vierteljahrhundert begleiten wir die Autorin, die uns mit ihrer wunderbar poetischen Sprache eindrucksvolle Stätten der reichhaltigen Kulturgeschichte des alten Persiens zeigt, aufschlussreiche Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Landes gibt und gleichzeitig vom modernen iranischen Alltag erzählt.

Dabei erfahren wir von der Stärke iranischer Frauen, wie sie hinter dem Schleier die Verbote der Moralpolizei umgehen oder offenen Widerstand gegen die Scharia leisten und wie sie sich 2009 unter Lebensgefahr an den landesweiten Demonstrationen der Grünen Demokratiebewegung beteiligten.

(Kommentar zum Video;  Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=60_GwipRvp0)

Veröffentlicht am 05. 06. 2011; Dauer: 8:08

Teilen
Go to top