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Hitlers Wien - Lehrjahre eines Diktators

Brigitte Hamann: Hitlers Wien - Lehrjahre eines DiktatorsAutorin: Brigitte Hamann
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 642 Seiten
Verlag: Piper
Auflage: 2 (2012)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3492226530

Altersempfehlung: Ab 16 Jahre

 

 

 

 

 

 


Klappentext:

Brigitte Hamann hat mit diesem Buch die umfassende, kenntnisreiche und glänzend geschriebene Biografie des jungen Adolf Hitler vorgelegt. Nirgends vorher ist so klar herausgearbeitet worden, welche Ideen und Menschen den späteren Diktator geprägt haben und welchen Anteil daran die ihm verhasste Stadt Wien hatte.

 

Über die Historikerin Brigitte Hamann:

Brigitte Hamann (Historikerin)Brigitte Hamann wurde am 26. Juli 1940 in Essen, Deutschland, als Brigitte Deitert geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Münster/Westfalen und (ab dem Wintersemester 1961/62) Wien, "und zwar deshalb, weil der von mir sehr verehrte Herbert von Karajan Direktor der Wiener Oper war", wie sie im Vorwort zu "Österreich. Ein historisches Portrait" bekannte.

In Wien hörte sie vor allem Vorlesungen bei dem Kulturphilosophen und Historiker Friedrich Heer und bei ihrem späteren Gatten, dem Historiker Günther Hamann. 1963 bestand sie die Lehramtsprüfung (Examen) für Realschulen an der Universität Münster und absolvierte ein Volontariat bei der Deutschen Presseagentur (DPA) in Essen, Düsseldorf und Köln. 1964 war sie als Feuilletonredakteurin bei der "Neuen Rhein/Ruhr Zeitung" in ihrer Heimatstadt Essen tätig.

Im September 1965 heiratete sie ihren Lehrer Univ.-Prof. Dr. Günther Hamann (gest. 1994) und übersiedelte nach Wien. Nach der Geburt dreier Kinder setzte sie ab 1974 ihr Studium an der Wiener Universität fort und wurde bei Adam Wandruszka mit einer Dissertation zum Thema "Biographie des Kronprinzen Rudolf nach neuen Quellen" zur Dr. phil. promoviert. Seit dieser Zeit arbeitete Brigitte Hamann als freiberufliche Historikerin. In enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann entwickelte sie eine eigene Methode, populäre Themen der Geschichte auf der Grundlage intensiver Archivarbeit wissenschaftlich aufzuarbeiten und in möglichst verständlicher Sprache einem breiteren Publikum zu vermitteln.

Brigitte Hamann hat sich seit dem Erscheinen der gekürzten Buchfassung ihrer Dissertation ("Rudolf. Kronprinz und Rebell", Amalthea-Verlag 1978) einen guten Ruf als Spezialistin für die Geschichte des Hauses Habsburg im 19. Jahrhundert erworben. Für das Kronprinz-Rudolf-Buch, in dem sie ein tiefschürfendes Bild vor allem der von außen auf ihn wirkenden Einflüsse zeichnet, erhielt sie schon im Erscheinungsjahr 1978 den "Heinrich Drimmel-Preis".

Schon ein Jahr später edierte Brigitte Hamann unter dem Titel "Majestät, ich warne sie..." eine Auswahl aus den privaten und politischen Schriften des Kronprinzen. Einen überaus großen Erfolg errang Brigitte Hamann mit ihrem 1981 erstmals erschienenen Buch "Elisabeth. Kaiserin wider Willen", das ins Italienische, Französische, Englische, Spanische und Ungarische übersetzt wurde. Die ungarische Auflage betrug nicht weniger als 100.000 Stück, und für die italienische Ausgabe erhielt die Autorin den Comisso-Preis in Treviso. Sowohl die Rudolf- als auch die Elisabeth-Biographie wurden wiederholt neu aufgelegt und sind auch als Taschenbuch bzw. als E-Book erschienen. Beide Publikationen gelten als Standardwerke.

Mit dem dichterischen Schaffen der Kaiserin Elisabeth setzte sich Brigitte Hamann in "Kaiserin Elisabeth. Das poetische Tagebuch" auseinander. Es enthält mit Einleitung und Kommentar die nunmehr im Schweizer Bundesarchiv in Bern verwahrten, meist in überaus kritischem Ton gehaltenen Gedichte der Kaiserin. Da die Kaiserin verfügt hatte, dass die Gedichte nicht vor 1950 veröffentlicht werden und ein Gewinn "politisch Verurteilten und deren hilfsbedürftigen Angehörigen" zugutekommen sollte, fließen alle etwaigen Erträge dieses Publikationsprojekts an den Flüchtlings-Hilfsfonds des UN-Hochkommissariats für Flüchtlingshilfe.

1983 gab Brigitte Hamann unter dem Titel "Mit Kaiser Max in Mexiko" Auszüge aus dem Tagebuch des Fürsten Carl Khevenhüller heraus, der den unglücklichen Bruder Kaiser Franz Josephs auf seiner Reise nach Mexiko begleitet hatte. Auch dieses Buch enthält eine ausführliche Einleitung.

1986 brachte Brigitte Hamann im Piper Verlag eine Biographie Bertha von Suttners heraus ("Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden"). In dieser Biographie, die unter eingehender Benützung der Archive, vor allem des bisher noch unausgeschöpften Nachlasses in der Bibliothek der UNO in Genf, entstand, zeichnet die Autorin nicht nur den (bekannten) Kampf der Bertha von Suttner für den Frieden, sondern auch den in der Öffentlichkeit weniger bekannten Kampf gegen den Antisemitismus des ausklingenden 19. Jahrhunderts nach.

In Zusammenarbeit mit zahlreichen namhaften Fachhistorikern edierte Brigitte Hamann 1988 das biographische Lexikon "Die Habsburger", ein Standardwerk zur Geschichte des ehemaligen österreichischen Herrscherhauses.

Neben den genannten Werken stellte Brigitte Hamann je einen Bildband über Kaiserin Elisabeth ("Elisabeth. Bilder einer Kaiserin", 1982, weitere Auflage 1986) und Kronprinz Rudolf ("Rudolf. Der Weg nach Mayerling", 1988) zusammen, ließ in der Reihe "Die bibliophilen Taschenbücher" des Harenberg-Verlages "Sisis Familienalbum" (1980) und "Sisis Fürstenalbum" (1981) erscheinen und verfasste auch zwei Kinderbücher.

In "Ein Herz und viele Kronen" stellte sie das Leben der Kaiserin Maria Theresia für etwa zehn- bis zwölf-jährige Kinder zusammen. Ihr Jugendbuch "Nichts als Musik im Kopf" über das Leben W. A. Mozarts entstand im Auftrag der Stadt Wien (1990).

Quelle: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Brigitte_Hamann

Leseprobe aus dem Buch "Hitlers Wien":

Brigitte Hamann: Hitlers Wien - Lehrjahre eines Diktators (Leseprobe)

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Rezensionen zum Buch "Hitlers Wien":

Was Hitler in Wien lernte

Es gilt als Standardwerk: „Hitlers Wien“ der am 4. Oktober verstorbenen Historikerin Brigitte Hamann. In akribischer Recherche zeigt sie, dass das Wien in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg so gar nicht die künstlerisch-intellektuelle „Fin de Siècle“-Weltstadt eines Freud oder Schnitzler war.

Vielmehr war es „das Wien der Zukurzgekommenen“, die bestrebt waren, „im ‚Rassenbabylon‘ des Vielvölkerstaates“ zum „deutschen Edelvolk“ zu gehören. Der junge Gelegenheitsarbeiter Hitler, der die von ihm gemalten Postkarten teils durch Juden verkaufen ließ, studierte hier den Antisemitismus und Populismus Karl Luegers und lernte Germanenkult und Zuchtgedanken kennen.

30 Jahre später machte er all die kruden Ideen „zur gefährlichen Munition, die Unheil über die Welt brachte“ ...

Gerlinde Pölsler | FALTER 41/2016

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Aus Männerheimbewohnersicht - Eine Studie über Hitlers prägende Jahre in Wien

Zwischen 1907 und 1913 lebte der junge Adolf Hitler in Wien. Trotz intensiver Forschungen der Geschichtswissenschaft lagen viele Probleme dieser Jahre bislang noch im dunkeln. Brigitte Hamann hat sie so weit erhellt, wie das möglich zu sein scheint. Jeder noch so vagen Spur, jeder in Frage kommenden Quelle, jeder zu bedenkenden Konjektur ist die österreichische Historikerin nachgegangen. Vorgelegt hat sie eine Biographie des "jungen Gelegenheitsarbeiters" Adolf Hitler, die gleichzeitig eine Kultur- und Sozialgeschichte Wiens für die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg darstellt.

Brigitte Hamann: Hitlers Wien - Lehrjahre eines DiktatorsAllerdings: "Hitlers Wien ist nicht das künstlerisch-intellektuelle ,Fin de siècle Vienna', also jenes längst zum Klischee erstarrte Wien, das durch Sigmund Freud, Gustav Mahler, Arthur Schnitzler oder Ludwig Wittgenstein repräsentiert wird . . . Hitlers Wien stellt eher ein Gegenbild zu dieser glanzvollen Kunstmetropole dar. Es ist das Wien der ,kleinen' Leute, die der Wiener Moderne voll Unverständnis gegenüberstanden, sie als ,entartet', zuwenig volksverbunden, zu international, zu ,jüdisch', zu freigeistig ablehnten." Dieses Wien "der Zukurzgekommenen, der Männerheimbewohner", nicht selten "Menschen voller Ängste", die "im ,Rassenbabylon' des Vielvölkerstaates dem ,deutschen Edelvolk' anzugehören und eben nicht Slawe oder Jude zu sein" bestrebt waren, umgab die "Lehrjahre eines Diktators".

Brigitte Hamann: Hitlers Wien - Lehrjahre eines DiktatorsBei Karl Lueger, dem populären Wiener Bürgermeister der christlich-sozialen Bewegung, studierte Hitler die Taktik eines Volkstribunen, "der die Massen zu Gefühlsstürmen bewegt, der sich für seine Anhänger . . . aufopfert und ihr Selbstgefühl steigert, indem er eine Minderheit ausgrenzt und dem Hohn preisgibt". Bei Georg Schönerer, dem Begründer der Los-von-Rom-Bewegung, lernte er "das nationale Ziel eines ,Alldeutschland' kennen, das endlich auch die österreichischen Deutschen umfassen sollte". Mehr noch: Das Wien der Vorkriegsjahre machte Hitler mit der Aggressivität der außerparlamentarischen Opposition bekannt, mit dem "Heil"-Gruß und dem Hakenkreuz, mit dem Germanenkult und dem Zuchtgedanken.

Das alles entfaltet die Autorin unter umfassender Heranziehung der verfügbaren Materialien, unter sorgfältiger Auseinandersetzung mit den bisherigen Forschungsergebnissen und mit minutiöser Genauigkeit. Ihre Schlußfolgerung lautet: "Erst in Deutschland ordneten sich all diese Stücke wie auf einem Magnetfeld in eine ,Weltanschauung' auf der Grundlage des Rassenantisemitismus".

Eben dieses zentrale Element seiner Gedankenbildung und Politik aber hat sich noch nicht im Wien dieser Jahre herausgebildet. Hitlers Verhältnis zu den Juden, unter denen er damals nicht wenige Freunde hatte, war noch nicht so, wie er es in seiner Programm- und Propagandaschrift "Mein Kampf" im Hinblick auf seine Wiener Zeit stilisiert hat: "Die entscheidende Frage", so stellt Brigitte Hamann über diesen zentralen Gegenstand der Geschichtswissenschaft fest, "wann der Antisemitismus für Hitler zum Kern-und Angelpunkt wurde, kann aus seiner Linzer und Wiener Zeit nicht beantwortet werden.

Diese Entwicklung ist späteren Jahren zuzuordnen. Als Hitler 1919 als Politiker in München in die Öffentlichkeit trat, operierte er jedenfalls bereits mit aggressiven antisemitischen Parolen. So muß dieser große Bruch in die Weltkriegsjahre, vor allem aber in die Umbruchszeit 1918/19, zu verlegen sein."

Diese revolutionäre Zeit der grassierenden Unsicherheit war anfällig für jene scheinbar alles erklärende Parole, die Hitler aus dem Wien der Vorkriegszeit nur allzu vertraut war: "Die Juden sind an allem schuld." Warum allerdings aus dem unkonturierten Motto vieler Verunsicherter das erklärte Ziel eines Besessenen wurde, harrt nach wie vor, wenn sich diese monströse Verwandlung überhaupt deuten läßt, der wissenschaftlichen Erklärung.

Brigitte Hamann hat vieles, was man bislang im großen und ganzen gewußt hat, zu wissenschaftlichen Resultaten erhoben; hat durch intensive Quellenkritik den unterschiedlichen Wert der zur Verfügung stehenden Zeugnisse bestimmt; und hat darüber hinaus das Wien der Vorkriegsjahre aus der Perspektive von unten dargestellt. Denn zwischen dem Wiener Fin de siècle und dem "Künstler" Adolf Hitler lagen in der Tat Welten.

Gerade deshalb läßt sich aber aus dieser Untersuchung über die Lehrjahre des Diktators schließen, was sein widersprüchliches Verhältnis zur bürgerlichen Welt ausmachte, warum er diese zu retten versprach und doch zu ruinieren entschlossen war: Was ihn immer wieder bewundernd anzog, stieß er schließlich haßerfüllt von sich, weil es ihn alles in allem nicht zu akzeptieren bereit erschien.

Selbst nach Brigitte Hamanns eingehender Darstellung bleibt freilich manches von jener Ratlosigkeit zurück, die schon die Zeitgenossen befiel, als sie die atemverschlagende Karriere betrachteten, die der Österreicher ausgerechnet in Deutschland machte. Denn aus den Wiener Verhältnissen, so resümiert die Autorin, läßt sich Hitlers Weg "nicht ableiten und schon gar nicht begreifen", war doch das, was er hier hörte und erfuhr, in seiner verschwommenen Mischung aus Metaphorik und Realität sektiererhaft und populär in einem: Allein, "die im Wiener Fin de siècle so belächelten wirren Ideen . . . verbanden sich dreißig Jahre später im krisengeschüttelten Deutschland mit politischer Macht und wurden zur gefährlichen Munition, die Unheil über die Welt brachte".

Klaus Hildebrand | Frankfurter Allgemeine/09.01.1997


Hitler im Männerwohnheim in der Meldemannstraße

Männerheim MeldemannstraßeAdolf Hitler wohnte drei Jahre in diesem Männerheim, laut polizeilichem Melderegister vom 9. Februar 1910 bis 24. Mai 1913.
Morgens las er regelmäßig in der Nichtraucherabteilung des Lesesaals die Zeitungen. Dort malte er auch seine Bilder, diskutierte mit den Heimbewohnern politische Themen und hielt Reden.

Verschiedene Bewohner des Männerwohnheims verfassten später Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit Hitler, namentlich der Landstreicher und Gelegenheitsarbeiter Reinhold Hanisch, dessen Bericht 1939 postum von der amerikanischen Zeitung The New Republican veröffentlicht wurde, ein Mann namens Karl Honisch, der 1938 einen Bericht für das Parteiarchiv der NSDAP in München niederschrieb, der Gelegenheitsarbeiter Josef Greiner, der 1938 und 1947 dünne Erinnerungsbücher präsentierte, sowie ein in der Forschung meist als „Brünner Anonymus“ bezeichneter Unbekannter, dessen Erinnerungen in den 1930er Jahren in einer tschechischen Zeitung erschienen.

Weitere Bewohner des Männerwohnheims, zu denen Hitler während seines Aufenthalts nachgewiesenermaßen zumindest zeitweise in engerer Beziehung stand, waren die Juden Josef Löffner und Eduard Neumann, mit denen Hitler befreundet war, der Drogist Rudolf Häusler, mit dem zusammen er 1913 nach Deutschland auswanderte, sowie der Kunstmaler Karl Leidenroth, den Hitler als seinen Konkurrenten und Feind ansah.

Quelle: Wikipedia


Vorgelesen: Brigitte Hamann - Was Hitler aus Wien mitnahm:

Veröffentlicht am 09.03.2015; Dauer: 00:10:04

Hitler privat - Der Künstler - Über das Leben des Diktators:

Veröffentlicht am 25.06.2018; Dauer: 00:43:59

Wie wurde er zum Diktator und Initiator des Holocaust, zum Führer? Diese Dokumentation versucht dem Menschen Adolf Hitler näherzukommen. Michael Kloft unternimmt in seinen Dokumentationen den Versuch, dem Menschen Adolf Hitler näher zu kommen. Er hat die kompetentesten Wissenschaftler gewonnen, ihn dabei zu unterstützen: Allen voran den Hitler-Biografen Ian Kershaw. In den Jugendjahren Hitlers und der Zeit in Wien kennt sich die Bestsellerautorin Brigitte Hamann aus. Professor Hans-Joachim Neumann hat die Krankengeschichte des Diktators erforscht und entlarvt viele Legenden.

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