Karina Verlag: alle Genres und Altersstufen

Am Tag, als die Tiere verschwanden

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwandenAutor: Hubert Michelis
Illustratorin: Karin Pfolz
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 80 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3964431172
Altersempfehlung: 7 - 9 Jahre

Hubert Michelis auf Facebook >>>

Erscheinungsdatum: 26.10.2018
Jetzt vorbestellen >>>

 

 

Klappentext:

Die Tiere in Wald und Feld führen ein sorgenfreies, glückliches Leben. Doch die Schönheit der Natur und die Idylle des Waldes sind trügerisch: An einem sonnigen Frühlingsmorgen stößt der Eichelhäher plötzlich einen Warnschrei aus.

Die Waldbewohner ahnen, dass ihnen große Gefahr droht ...

Drohendes Unheil wird das Leben der Tiere verändern und es völlig auf den Kopf stellen. Der Dachs spricht von Monstern , die den Wald auffressen wollen, aber auch von Menschen, die den Wald abholzen.

Eine Versammlung wird einberufen. Völlig unerwartet taucht ein merkwürdiger, höchst seltsamer alter Mann auf. Er bietet eine Lösung für das Problem der Tiere, doch diese fürchten sich und halten den Greis zunächst für ein Gespenst ...

Über den Autor Hubert Michelis:

Hubert Michelis (Autor)Hubert Michelis wurde 1958 im rheinischen Düren als Sohn eines Bergbauingenieurs geboren. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Katholische Theologie in Bonn und wurde Mitglied des Franziskanerordens.

Mitarbeit in Indien bei Mutter Theresa. Von Ende 85-87 als Missionar in China (Hongkong und Taiwan). Nach dem Kennenlernen seiner späteren Frau Verlassen des Klosters und seit 1988 berufliche Neuorientierung. Hubert Michelis ist seit 1989 verheiratet und hat drei Kinder.

Seit 1990 lebt der ehemalige Priester bei Frankfurt am Main, wo er über zwanzig Jahre als Bankangestellter bei zwei asiatischen Banken tätigt war. Heute ist Michelis Freiberufler und widmet sich ganz der Schriftstellerei und Landschaftsmalerei.

Lesprobe aus "Am Tag, als die Tiere verschwanden":

IM WALD

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwandenDie Tiere in Wald und Flur führten ein glückliches und erfülltes Leben. Längst bevor die Sonne den Hügel überstieg, der vor ihrem Wald lag, waren sie munter.

Erste goldene Strahlen durchfluteten gerade die Wipfel der hohen Bäume. Sie schenkten Licht und wohlige Wärme. Vögel zwitscherten fröhlich ihre herrlichen Melodien. Auch Amseln machten mit in diesem Konzert und sangen aus kräftigen Kehlen.

Der Dompfaff lockte mit einem kurzen, hoffnungsvollen Pfiff sein Weibchen herbei. Dieses hatte sich aufgemacht, um Moos und kleine Zweige für den Nestbau zu sammeln. Finken, Drosseln und Meisen hüpften lustig zwitschernd und ausgelassen in den Ästen der Buchen und Eichen, während sich die Distelfinken und Sperlinge im Geäst einer morschen Erle sichtlich wohl fühlten.

Das Eulenpaar, das sich von seinen nächtlichen Streifzügen ausruhte, sah allerdings müde aus. Die Augen drohten den Tieren zuzufallen. Doch selbst die schläfrigen Raubvögel erfreute die wohltuende Morgensonne.

Der Dachs reckte und streckte sich vor seinem Bau und überlegte, was er mit diesem Tag anfangen sollte. Die Idee, einen kleinen Ausflug zu machen, sagte ihm zu, und schon zog er los.

Als ihn die kleinen Waldmäuse erblickten, erschraken sie. Geschwind sausten sie zurück zu ihrer winzigen Höhle, in der sie blitzschnell verschwanden.

Der Dachs hatte die scheuen Nager nicht einmal bemerkt. Er hatte ohnehin etwas anderes im Sinn ...

-----------------------------------
ZWEIBEINER

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwandenDer Schock saß tief. Es dauerte eine Weile, bis er wieder zu sich kam und klar denken konnte. Immer noch verwirrt, wusste er auch nicht, was das bedeutete.

Aber er vermutete, dass dieses riesige ‚Ungeheuer‘ mit den ‚Zweibeinern‘ zu tun haben musste. Die Tiere nannten die Menschen gerne so, und der Dachs erinnerte sich, dass seine Artgenossen nie Gutes über diese erzählt hatten.

Die einen sagten, dass die Zweibeiner klug wären und einen viel zu großen Kopf hätten. Andere behaupteten, dass sie in Häusern lebten, die so hoch wären, dass sie den Himmel berührten, höher als die größten Bäume des Waldes.

Ja, dachte der Dachs, diese Zweibeiner sind schlau und tüchtig, aber vermutlich auch gefährlich. Er wusste es allerdings nicht wirklich. Noch nie war er persönlich einem dieser Wesen begegnet.

Soeben hatte er allerdings dieses ‚Monster‘ gesehen, und jetzt war er der festen Überzeugung, dass dies mit diesen Zweibeinern zu tun haben musste. Trotz seiner Furcht gab er nicht auf und behielt das Geschehen weiter im Auge.

Als wäre er von allen guten Geistern verlassen, schlich er sich sogar noch ein gutes Stück näher heran. Wagemutig, aber mindestens ebenso neugierig, erspähte er weitere dieser ‚Ungeheuer‘, und bald auch Menschen - die ersten in seinem Leben.

Im halbhohen Gras, auf dem Bauch liegend, nahm er sie genau unter die Lupe. Sie standen in kleinen Gruppen beisammen und redeten miteinander. Einige liefen auch umher, gestikulierten oder riefen sich etwas zu.

Andere saßen in noch weiteren ‚Monstern‘. Eines war größer als das andere. Und was die für einen Lärm machten!

Dem armen Dachs wurde schwindelig und ihn befiel eine seltsame Angst. Dennoch beschloss er, sich im Graben des Feldrains noch ein paar Meter näher heranzupirschen.

Sein Instinkt warnte ihn. Er ahnte, wie gefährlich es für ihn war. So nahe dran war er am Geschehen, kaum einen Steinwurf weit entfernt.

Was er allerdings jetzt sah, verschlug ihm völlig den Atem! Er war benommen, drohte, in Ohnmacht zu fallen und stotterte verstört: „Diese Monster machen ja riesige Löcher in die Felder und fressen die Bäume auf!“

Fassungslos erkannte er mit einem Mal große, kahle Flächen. Wo zuvor Wald gewesen war, stand nun kein einziger Baum mehr. Er traute seinen eigenen Augen nicht, doch er war sich sicher und täuschte sich nicht. Er hätte es beschwören können.

In diesem Moment erinnerte er sich an das schlimme Unwetter im letzten Winter. Es lag nur wenige Monate zurück, und seine Erinnerung daran war sehr frisch. Ein gewaltiger Orkan hatte in einem größeren Waldstück sämtliche Bäume entwurzelt und in den Forst eine breite Schneise der Verwüstung gerissen. Daran musste er jetzt denken, als er sah, dass es dieses Waldstück nicht mehr gab.

„Die riesigen gelben Monster fressen die Bäume auf!“, hauchte er, sich wiederholend, entsetzt ...

-----------------------------------

WEITERE LESEPROBEN:

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwanden (Flipbook)Leseprobe als Flipbook >>>

Leseprobe als PDF >>>

 

 

 

 

"Am Tag, als die Tiere verschwanden" -

Illustrationen von Karin Pfolz:

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwanden

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwanden

Hubert Michelis: Am Tag, als die Tiere verschwanden

Rezension eines Lesers:

Das im Wiener Karina-Verlag erschienene Kinderbuch "Am Tag als die Tiere verschwanden" richtet sich zwar in erster Linie an Kinder. Aber auch für Erwachsene ist die Fabel durchaus sehr reizvoll und lesenswert. Auch die Illustrationen mit den Tierbildern von Karin Pfolz sind hervorragend und werden Ihrem Kind oder Enkel sehr viel Freude bereiten.

Zum INHALT: Durch den Bau eines Großflughafens, sehen sich alle Tiere in dem Wald, in dem sie leben, in ihrer Existenzgrundlage bedroht, da das Bauprojekt ihren Lebensraum zerstört. Die ersten Bagger und Planierraupen, die für die Tiere schreckliche "Monstermaschinen" sind – beginnen bereits, den Wald der Tiere zu vernichten und damit ihre Heimat zu zerstören.

Die Tiere sind verzweifelt und berufen In ihrer Verzweiflung eine Vollversammlung ein. Doch dort kommt es zum Richtungsstreit, denn sie sind geteilter Meinung, ob sie die Menschen frontal bekämpfen sollen oder es lediglich bei einem Protest belassen sollen. Wie aus dem Nichts platzt plötzlich mitten in ihre Versammlung ein seltsames Wesen hinein. Ist es ein Mensch? Die Tiere wissen es nicht, vertrauen aber schließlich diesem seltsamen Wesen, das wie ein Waldschrat aussieht.

Der seltsame Alte weiß Rat in höchster Not und hat auch einen Plan, um die Tiere zu retten. Sie sollen ihm ins 'Paradies' folgen, das er ihnen zeigen möchte. Doch die Tiere können sich nicht einigen, denn bei aller Gewaltlosigkeit, die der Alte vertritt, wird sein Plan, mit dem er die Tiere retten will, für die Menschen schreckliche Folgen haben ...

„Am Tag als die Tiere verschwanden“ ist eine spannende, flüssig geschriebene und angenehm zu lesende Fabel, die den Menschen mit den Folgen seines rücksichtslosen Handelns der Natur und Umwelt gegenüber konfrontiert. Auch deshalb ist sie nicht nur für schulpflichtige Kinder im Grundschulalter, sondern auch für junge Erwachsene oder ältere Menschen sehr zu empfehlen. Die Geschichte ist zudem überaus lehrreich. Absolute Leseempfehlung.

[Dr. Stefan Schweizer, Literaturwissenschaftler und freier Schriftsteller]

Teilen
Go to top