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Lauf, Junge, lauf (Roman)

Uri Orlev: Lauf, Junge, lauf (Roman)Autor: Uri Orlev
Übersetzer: Mirjam Pressler
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 232 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg
Auflage: 13 (2015)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3407741073

Altersempfehlung: 12 bis 15 Jahre

 

 

 

 


Klappentext:

"Wie der kleine Jurek durch den Krieg kommt, das ist so ungeheuerlich wie im Simplizissimus: Er hat ein wenig Glück in einer grausamen Welt. Seine Flucht gibt Menschen Gelegenheit sich gut oder böse zu verhalten. Eine Lehre, herzerweichend."

BuchMarkt Jurek ist ungefähr neun, als ihm die Flucht aus dem Warschauer Ghetto gelingt und er sich allein durch die Wälder schlagen muss, bis zum Ende des Krieges. Er lernt, wie man auf Bäumen schläft und mit der Schleuder Eichhörnchen erlegt. Doch die Einsamkeit treibt ihn immer wieder in die Dörfer. Dort trifft Jurek Menschen, die ihm helfen, und solche, die ihn verraten werden. Ein ergreifendes Buch, das auf einer authentischen Geschichte basiert.

Über den Inhalt:

Lauf, Junge, lauf ist der Titel einer Bearbeitung einer authentischen Lebenserfahrung als Jugendroman von Uri Orlev. Der Roman wurde von Mirjam Pressler aus dem Hebräischen ins Deutsche übersetzt und erschien erstmals in deutscher Übersetzung im Jahr 2004 bei Beltz & Gelberg.

Warschauer GhettoDem jungen Jurek, einem Juden, gelingt die Flucht aus dem Warschauer Ghetto während des Zweiten Weltkriegs. Von jetzt an muss er sich bis zum Kriegsende durchschlagen. Immer wieder schließt er sich anderen Menschen an und muss doch wieder fliehen.

Dabei macht er überraschende, intensive Erfahrungen. Nicht nur von deutschen Soldaten, auch von polnischen Landsleuten droht Gefahr. Manche Menschen helfen ihm, andere nicht. Er kann bis zum Kriegsende überleben, verliert jedoch seinen rechten Arm.

Seine Identität findet er mit Hilfe einer Betreuerin aus dem jüdischen Kinderheim, in das er zwangsweise eingewiesen wird. Als Erwachsener wandert er nach Israel aus, wo er eine seiner Schwestern wiedertrifft und eine schöne Frau heiratet.
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lauf,_Junge,_lauf)

Auszeichnungen:

  • 2005 "Goldener Lufti" der Lufti-Jugendbuchjury der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft
  • 2005 Nominierung zum "Deutschen Jugendliteraturpreis"

Verfilmung:

Der Regisseur Pepe Danquart verfilmte das Buch unter dem Titel Lauf Junge lauf als deutsch-polnisch-französische Koproduktion. Die Erstaufführung für Mitteldeutschland war am 1. April 2014 in Halle (Saale).

Über den Autor:

Uri OrlevUri Orlev  ist ein polnisch-israelischer Autor von Kinder- und Jugendbüchern. Er ist einer der noch wenigen lebenden Holocaust-Zeitzeugen und gilt weltweit als einer der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautoren.

Er wurde 1931 als Jerzy Henryk Orłowski in Warschau als Sohn jüdischer Eltern geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit Anfang der 1940er Jahre im Warschauer Ghetto. Sein Vater war Arzt und kam als Offizier der polnischen Armee in sowjetische Gefangenschaft, während seine Mutter, eine Chemikerin, von Deutschen erschossen wurde.

1943 wurde Orlev zusammen mit seinem Bruder und seiner Tante in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Nach der Befreiung durch die US-amerikanische Armee 1945 gelangten Orlev und sein Bruder als Waisen über eine Kinderhilfsorganisation erst nach Paris und anschließend im Frühherbst 1945 in das britische Mandatsgebiet Palästina, das spätere Israel.

Er lebte zwanzig Jahre lang in einem Kibbuz. 1976 schrieb Orlev erstmals für Kinder und Jugendliche und hat bis heute 31 Bücher veröffentlicht, die in 25 Sprachen übersetzt wurden. Seine Geschichten spielen meist in der Zeit des Nationalsozialismus und handeln davon, wie Jugendliche mit dessen Schrecken umgehen.

Seine bekanntesten Werke sind "Die Bleisoldaten" und "Lauf, Junge, lauf". Viele Geschichten haben autobiographische oder biographische Elemente. Daneben übersetzt er auch Bücher aus dem Polnischen ins Hebräische, u.a. von Janusz Korczak und Stanisław Lem.

Sein Buch "Die Insel in der Vogelstraße" wurde 1997 verfilmt, ebenso sein Buch "Der haarige Dienstag", das Søren Kragh-Jacobsen verfilmte. Für sein Gesamtwerk erhielt Orlev 1996 den Hans-Christian-Andersen-Preis. 1985, 1992 und 1996 wurde er mit dem Mildred L. Batchelder Award ausgezeichnet.

Die Übersetzerin:

Mirjam PresslerMirjam Pressler, geb. 1940 in Darmstadt, besuchte die Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt und lebt heute als freie Autorin und Übersetzerin in Landshut. Sie veröffentlichte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, darunter die Romane "Bitterschokolade", "Novemberkatzen", "Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen" (Deutscher Jugendliteraturpreis) "Malka Mai" (Deutscher Bücherpreis), "Die Zeit der schlafenden Hunde", "Wundertütentage", "Golem stiller Bruder" und zuletzt "Nathan und seine Kinder".

Mit "Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anna Frank" schrieb sie eine eindrucksvolle Biographie von Anne Frank, deren Tagebuch sie neu übersetzt hat. Ihre Bücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, für ihre "Verdienste an der deutschen Sprache" wurde sie 2001 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille geehrt, für ihr Gesamtwerk als Autorin und Übersetzerin erhielt sie den Deutschen Bücherpreis.

Unsere Empfehlung:

Warschauer GhettoDas Buch erzählt die Geschichte eines Knaben, der vor einer barbarischen Bedrohung davonlaufen muss, deren Ursache er nicht versteht.

Selbst Erwachsene können es bis heute nicht begreifen, wie Deutschland, das einst als "Land der Dichter und Denker" gepriesen wurde und integrer Bestandteil unserer europäischen Kultur ist in die Niedrungen eines Rechtsradikalismus, damals mit faschistischer Prägung, abdriften konnte. Was ist da schief gelaufen und kann Ähnliches wieder passieren?

Der Autor erzählt in diesem autobiografisch geprägten Roman viel von seinen eigenen Ängsten und Erlebnissen als 10-jähriger und von seinem Leben danach. Wir werden Zeuge, wie er ums nackte Überleben kämpft, wie er sich als Kind seine Nahrung selbst beschaffen muss, ständig in der Gefahr, durch die SS oder Denunzianten verraten zu werden. Der psychische Druck und die physischen Entbehrungen sind unvorstellbar.

Ein erschütterndes Dokument, dass noch lange nach dem Lesen nachwirkt und hervorragend als Klassenlektüre zum Zeitgeschichteunterricht geeignet ist.

Christin Adlaßnig und Martin Urbanek


Lauf, Junge, Lauf (Filmtrailer)

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