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Ich habe den Todesengel überlebt: Ein Mengele-Opfer erzählt

Eva Mozes Kor: Ich habe den Todesengel überlebt: Ein Mengele-Opfer erzähltOriginaltitel:
Surviving the Angel of Death:
The Story of a Mengele Twin in Auschwitz

Autorinnen:
Eva Mozes Kor, Lisa Rojany Buccieri
Übersetzerin: Barbara Küper
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 224 Seiten
Verlag: cbj
Auflage: 1 (2012)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3570401095

Altersempfehlung: ab 12 Jahre

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Klappentext:

Berührend und authentisch - eine der letzten Zeitzeuginnen erzählt.

Eva Mozes Kor ist zehn Jahre alt als sie mit ihrer Familie nach Auschwitz verschleppt wird. Während die Eltern und zwei ältere Geschwister in den Gaskammern umkommen, geraten Eva und ihre Zwillingsschwester Miriam in die Hände des KZ-Arztes Mengele, der grausame »Experimente« an den Mädchen durchführt. Für Eva und ihre Schwester beginnt ein täglicher Überlebenskampf ...

Die wahre Geschichte einer Frau mit einem unbezwingbaren Überlebenswillen und dem Mut, die schlimmsten Taten zu vergeben.

Über die Autorinnen:

Lisa Rojany Buccieri ist erfolgreiche Autorin von über 100 Kinderbüchern und international bekannte Verlegerin. Sie hat es übernommen, die Biographie von Eva Mozes Kor aus Sicht des Auschwitz-Opfers zu verfassen.

Eva Mozes KorEva Mozes Kor, geboren 1934, ist eine Überlebende des Holocausts und wurde zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Miriam von Josef Mengele für menschenverachtende medzinische Experimente missbraucht. Heute lebt sie in Terre Haute, Indiana, und ist eine international gefragte Referentin zu den Themen Holocaust, Menschenrechte und Ethik in der Medizin. Der Dokumentarfilm „Forgiving Dr. Mengele“ erzählt von ihrem Schaffen.

Eva Kor nahm in späteren Jahren eine zur Versöhnung aufgeschlossene Haltung ein. So zeigte sie beispielsweise die Bereitschaft, sich mit Rainer Höß zu treffen, dem Enkel des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß. Hierfür wurde sie von anderen Juden stark kritisiert, da Rainer Höß im Jahr 2009 versucht hatte, aus Hinterlassenschaften seines Großvaters Profit zu schlagen indem er Yad Vashem diese zum Kauf anbot, statt sie unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2014 trat sie mit Rainer Höß auf mehreren Veranstaltungen gegen Rechtsextremismus auf.

Im Jahr 2015 wohnte Kor als Nebenklägerin dem Auschwitz-Prozess gegen Oskar Gröning bei. Gröning hatte - anders als die meisten Angeklagten in NS-Prozessen - am ersten Verhandlungstag moralische Mitschuld eingestanden, zeigte Reue und bat um Vergebung.

Eva Kor reichte dem Anklagten später die Hand, als Geste der Versöhnungsbereitschaft. Sie dankte ihm ausdrücklich, da er seine Aussage nicht verweigerte und den Holocaust nicht leugnete, sondern schilderte.

Eine Haftstrafe für den 93-Jährigen hielt sie als Nebenklägerin für nicht anstrebenswert, ihr ginge es vielmehr um Aufklärung zu den Taten in Vernichtungslagern und um die Bekämpfung von Rechtsextremismus. Der Richter solle ihn dazu verurteilen, vor jungen Deutschen den organisierten Massenmord zu bezeugen.

In einer Erklärung wurde sie von 49 Nebenklägern kritisiert: sie habe die große Öffentlichkeit – die sie als Nebenklägerin im Hinblick auf 300.000 ermordete, ungarische Juden erhalten hat - für eine persönliche Verzeihungsgeste genutzt, die ihrer Rolle als Nebenklägerin völlig widerspreche.

Kor gründete die "Children of Auschwitz-Nazi’s Deadly Lab Experiments Survivors" (C.A.N.D.L.E.S.) und konnte bisher 122 Überlebende der Zwillingsexperimente ausfindig machen. Sie kämpft bis heute darum, die medizinischen Folgen und Hintergründe der Versuche in Erfahrung zu bringen – nur so können die Opfer hinreichend behandelt werden. Die Filmemacher Bob Hercules und Cheri Pugh begleiteten Kor über Jahre hinweg mit der Kamera, woraus der Film "Forgiving Dr. Mengele" entstand.

Über das Buch (aus Rezensionen):

Eva Mozes bei der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar 1945"Ich habe den Todesengel überlebt" ist ein Erfahrungsbericht der Eva Mozes Kor, eine der noch wenigen lebenden Mengele-Opfer. Ihre wahre Geschichte wurde von Lisa Rojany Buccieri in einer Art und Weise aufgeschrieben, die es auch Jugendlichen ermöglicht, einen einfach Zugang zu Eva Mozes Kors schrecklichen Erlebnissen zu erhalten. Der Bericht ist größtenteils chronologisch ausgerichtet, jedoch findet der Leser des Öfteren auch Exkurse in spätere Jahre, solange die dann gesammelten Erkenntnisse etwas mit den damaligen Geschehnissen zu tun haben.

Den Abschluss bildet Buccieri mit einem Nachwort. Hierin beschreibt sie den Weg, den Prozess, den Eva Mozes Kor (nach dem Krieg verheiratet, hat sie den Familiennamen ihres Manns hinter ihren Namen gestellt) gegangen ist, um den Lagerärzten und insbesondere Dr. Mengele zu vergeben und mit ihrer Vergangenheit im Rahmen des denkbar möglichen abzuschließen.

So schreibt sie auf Seite 190: „Zorn und Hass sind die Saat, aus der Krieg erwächst. Vergebung ist ein Same des Friedens. Sie ist der letzte Akt der Selbstheilung.“

Ergänzt wird Eva Mozes Kors Biografie durch einige Karten von Osteuropa, Fotos ihrer Familie, dem KZ Auschwitz und Josef Mengele. Im Anhang finden sich neben Anmerkungen der Autorin, Kurzbiografien von Eva Mozes Kor und Lisa Rojany Buccieri und Bildnachweisen eine Zeitleiste, welche den Aufstieg und das Ende des Nationalsozialismus‘ mit den wichtigsten Ereignissen von Eva Mozes verknüpft. Abschließend folgen in einem Glossar Erläuterungen zu Begriffen, Orten und enigen Persönlichkeiten, unter anderem zu Dr. Mengele.

Quellen: http://claudias-buecherregal.blogspot.co.at/2012/01/rezension-eva-mozes-kor-lisa-rojany.html
http://www.leser-welt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5273:ich-hIch
https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Mozes_Kor

Unsere Empfehlung:

Kaum ein anderes Werk ist als Klassenlektüre besser geeignet, Jugendlichen einen Zugang zu einem der finstersten Kapitel europäischer Zeitgeschichte und den grauenhaften Folgen der NS-Ideologie zu ermöglichen.

Das Buch ist in einem einfachen Schreibstil verfasst ist und besitzt neben Karten- und anderem Faktenmaterial am Ende ein Glossar, welches Begriffe aus der NS-Zeit und dem kulturellen Umfeld von Juden erklärt. Gerade in Zeiten, da Geschichtsrevisionisten und Holocaust-Leugner Kinder und Jugendliche vermehrt mit verfälschtem Quellenmaterial bearbeiten, ist es wichtig, die Berichte von Zeitzeugen mit Daten und Fakten zu ergänzen.

Das Buch ist auch ein wesentlicher Beitrag zu den Themen "Vergeben" und "Vergessen". Eva Mozes Kor betonte selbst einmal, dass  das Vergeben wichtig sei, aber man nicht Vergessen dürfte.

Wie schwer Vergeben sein kann, musste Eva Mozes Kor selbst erfahren, nachdem sie dem Täter Rainer Höß die Hand zur Versöhnung gereicht hatte. Insofern ist für ausreichend Diskussionsstoff gesorgt, der eine weitere Vertiefung in die Problematik von Täter- und Opferrollen, nicht nur im historischen Kontext, ermöglichen kann.

Dieser Roman stellt eine Lektüre dar, die sowohl Lehrer, als auch Schüler und engagierte Eltern ansprechen wird!


ZEITZEUGEN | Auschwitz - Eva Mozes Kor berichtet

Veröffentlicht am 05.04.2010 Dauer: 04:37

Der Todesarzt Hitlers Helfer Josef Mengele

Veröffentlicht am 17.05.2013 Dauer: 51:30

 

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