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Heinrich erzählt: Jugendliche im Nationalsozialismus

Ein Schreib- und Buchprojekt der 9ten Klassen der Oberschule Emstek in Zusammenarbeit mit dem Geest-Verlag

Alfred Büngen: Heinrich erzählt - Jugendliche im NationalsozialismusHerausgeber: Alfred Büngen
Bearbeitung: Sabrine Ferber, Gesa Bürster
Format: Broschiert
Seitenzahl: 200 Seiten
Verlag: Geest-Verlag
Auflage: 1 (2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3866855625

Altersempfehlung: ab 14 Jahre

Über Alfred Büngen (Geest-Verlag)
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Klappentext:

Mehr als 50 Jugendliche der 9ten Klassen der Oberschule Emstek schlüpften in diesem Projekt in die Rollen gleichaltriger Jugend­licher am Ende der Weimarer Republik und durchlebten auf der Basis einer an die örtlichen Verhältnisse angepassten Biografie die Jahre des Nationalsozialismus.

Auch wenn die Mehrheit der Jugendlichen christlich orientiert war, nur wenige anfangs in der HJ oder im BDM Mitglied waren, funktionierten die Mechanis­men des Aufbaus der faschistischen Machtstruktu­ren auch in diesem ländlichen Ort des Südoldenburger Landes.

HitlerjugendDie Jugendlichen entwickelten ihre Rollen anhand von Ereig­nissen, die vorgegeben wurden. So wurde die vierteljüdi­sche Mitschülerin der Schule verwiesen, wurde ein Mädchen wegen ihrer zwei behinderten Brüder sterilisiert, wurden die Jungen gemustert und bald zum Militär eingezogen. Der erste Mitschü­ler starb an der Front, musste als Held für die anderen Jugend­lichen herhalten.

Die Jugendlichen des Dorfes schwankten zwischen Anpassung und Widerstand. Einer brachte sogar den Mut auf, die vierteljüdische Judith zu verstecken und zu schützen.

Doch mit steigendem Druck passte sich die Mehrheit an. Wer nicht den Weisungen folgte, geriet mit der Gestapo in Konflikt oder kam gar ins Jugenderziehungslager. Nicht alle Jugendlichen überlebten Faschismus und Krieg.

Über den Herausgeber:

Alfred Büngen ist Leiter des Langfördener Geest-Verlags. Nach dem Studium der Germanistik, Politik und Pädagogik in Vechta begann er vor 16 Jahren, den Geest-Verlag aufzubauen, der heute Heimat für über 600 Autoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Norwegens geworden ist.

Der Herausgeber über sich selbst:

  • Alfred Büngen1999 gründete Alfred Büngen den Geest-Verlag, damals noch in Ahlhorn, seit Anfang 2002 in Vechta-Langförden.
  • Nach einer Kindheit an vielen Orten, bestimmt durch den häufigen beruflichen Ortswechsel des Vaters, endlich im Norden der Bundesrepublik beheimatet. Abitur in Oldenburg.
  • Die Liebe zur Literatur begann in geschwänzten Schulstunden, die er mit den 'Deutschen Heldensagen' und Vater Readers Digest-Büchern verbrachte.
  • Früh schon intensives soziales und politisches Engagement.
  • Nach der Bundeswehrzeit im SAR-Dienst, Studium der Germanistik und Politikwissenschaft.
  • Am Ende beschlossen, doch kein Lehrer für die Sekundarstufe II zu werden, da er mit Mitte 20 noch nicht wissen wollte, was er mit 60 tat.
  • Dissertationsprojekt über Erich Mühsam und andere individualistische linke Autoren zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik.
  • Anschließend fast 20 Jahre intensivste Jugendarbeit mit intensiver Kulturarbeit in den Bereichen Kinder- und Jugendcirkus (mit dem Cirkusprojekt 'Die Ballonier' zahllose Auftritte mit Sprechtheater-Cirkusprojekten in ganz Europa).
  • Heirat und Geburt seiner beiden Kinder Frauke und Daniel, inzwischen getrennt lebend.
  • Dann 1999 der Schritt in die Selbständigkeit. Seit dieser Zeit nur noch geringe eigene Schreibtätigkeit. Und wenn dann unter Pseudonym, häufig auch im europäischen Ausland.
  • Liest  gern und glaubt man dem Puplikum, auch nicht gerade schlecht, absolviert so ca. 30 Lesungen im Jahr.
  • In der Prosaliteratur geprägt vom Schreiben eines Heinrich Manns, eines Tucholskys, eines Musils aber auch zahlreicher, heute weitgehend in Vergessenheit geratener Autoren.
    Quelle: http://geest-verlag.de/autoren/büngen-alfred

Unsere Empfehlung:

Dieses Buch ist gerade erst erschienen und ist das Ergebnis eines einzigartigen und von Expert/innen geleiteten Unterrichtsprojekts, bei dem die Schüler/innen selbst zu Autor/innen und Protagonist/innen ihres eigenen Romans werdens. Die Jugendlichen erleben und entwickeln die Rollen von Gleichaltrigen zur Zeit des NS-Regimes und durchleben dabei ein finsteres Kapitel europäischer Zeitgeschichte ganz hautnah.

Bei der Lektüre dieses Romans können die Jugendlichen an den auf Quellenmaterial beruhenden authentischen Schicksalen, die ihrer Altersgenoss/innen an der Oberschule Emstek erarbeiteten, teilhaben und gewinnen so einen direkten Zugang  zur Zeitgeschichte.

Das Buch ist als Klassenlektüre, Diskussionsgrundlage und Ausgangsmaterial für eigene Unterrichtsprojekte hervorragend geeignet. Und es sollte zur selbständigen und kritischen Auseinandersetzung mit historischem Quellenmaterial aus der Zeit der Großeltern anregen.

Die Themen "Nationalsozialismus" und "Rechtsextremismus" sind noch lange nicht abgedroschen. Das zeigen die aktuellen politischen Entwicklungen in Europa, die immer noch offenen Wunden und die Tatsache, dass gerade heute wieder Geschichtsrevisionisten vom rechtsextremen Rand des politischen Spektrums mit Holocaust-Leugnung und Verzerrung von historischen Fakten versuchen, massiven Einfluß auf Jugendliche auszuüben.


Weitere Buchempfehlung zu einem Unterrichtsprojekt:
So bleibt mir nur die Hoffnung:
Roman über das Leben von Jugendlichen im Nationalsozialismus

So bleibt mir nur die Hoffnung: Roman über das Leben von Jugendlichen im NationalsozialismusHerausgeber: Olaf Bröcker
Autoren: Lukas Bert, Phillip Bert,
Frederik Bösing ... et. al.

Format: Broschiert
Seitenzahl: 516 Seiten
Verlag: Geest-Verlag
Auflage: Auflage: 1 (2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3866855502

Altersempfehlung: ab 14 Jahre

 

 

 

 


Inhalt:

Zwei Jahre lang forschten, überlegten, schrieben, erlebten 20 Schüler und Schülerinnen unter Anleitung von Olaf Bröcker in diesem Projekt. Jede Schülerin und jeder Schüler übernahm dabei die Rolle einer oder eines Jugendlichen zur Zeit des Nationalsozialismus, im Rahmen einer fiktiven Gymnasialklasse.

Mit der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 und seinen dämonischen nationalsozialistischen Ideologien ändert sich alles bisher Erlernte und Vertraute. Von einem Tag auf den anderen ziehen nicht nur Hakenkreuz, Führergruß und Rassenkunde sondern auch Propaganda und Hass, aber auch Begeisterung und Angst in den Schulalltag ein. Aus Freundschaft wird plötzlich Feindschaft ...

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