Dynamik von Borderline-Beziehungen mit Kindern und Jugendlichen

Borderline-Beziehungen mit Kindern und Jugendlichen

Eben ist die Welt noch in Ordnung, doch im nächsten Augenblick ist man einem Wechselbad extremer Gefühle ausgesetzt, das man nicht mehr selbst in den Griff bekommt.
Derartige  Stimmungsschwankungen sind deutliche Hinweise auf eine Borderline-Erkrankung, denen man nachgehen sollte.
Nach Schätzungen dürften zwischen 5 und 11 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von Borderline betroffen sein.  

Ein guter Einstieg zum Thema "Borderline"

Dynamik einer Borderline-BeziehungGerade in Phasen starker hormoneller Umstellungen wie der Pubertät, wissen Kinder und Jugendliche oft nicht, was sie wirklich wollen und wie sie ihre Gefühlen in den Griff bekommen sollen. Kommen dann noch zusätzliche Probleme hinzu, können daraus ernsthafte psychische Störungen entstehen. Diese können dann auch für die Gesundheit gefährlich werden. Borderline-Störungen gehören zu diesen Erkrankungen.

Der Begriff "Borderline" (Grenzbereich) wurde bereits im 19. Jahrhundert für ganz unterschiedliche Krankheitsbilder im Übergangsfeld zwischen Neurose, schwerer Charakterstörung und Psychose verwende. Heute gelten Borderline-Störungen zu den am besten erforschten Störungsbildern und es stehen zahlreiche Therapiemöglichkkeiten zur Verfügung.

In ihrem vielbeachteten Buch "Am Ende bleibt der Schmerz und die Frage WARUM: Dynamik einer Borderline-Beziehung" versuchen die Autoren Suzana Pavic und Ed Hellmeier, Borderline-Störungen sowie Beziehungen zwischen den Betroffenen und deren Angehörigen verständlich zu erklären.
Obwohl hier alle Altersgruppen angesprochen werden, empfehlen wir dieses Werk auch Eltern und Erziehungsberechtigten als ersten und umfassenden Einstieg in die Borderline-Thematik ...

Woran erkannt man Borderline-Störungen?

Borderline bei Kindern und JugendlichenMenschen mit Borderlinestörung können ihre Gefühle schwer steuern und leiden an starken emotionalen Schwankungen. Hinzu kommen meistens auch noch Störungen des Selbstwerts sowie eine Ablehnung des eigenen Körpers verbunden mit Essstörungen. Betroffene können nur schwer Beziehungen eingehen, haben Probleme, sich mitzuteilen und fühlen sich einsam. Der daraus resultierende Gefühlsstau füht häufig zu "Explosionen", da die Betroffenen kein Regulativ haben, um ihre Gefühlsausbrüche zu dosieren.

Menschen mit einer schweren Borderline-Symptomatik verletzten sich häufig selbst, denken an Selbstmord oder greifen zu Alkohol und Drogen. Borderline-Störungen beginnen meist in der Kindheit bzw. Jugend und führenb zu einem starken persönlichen Leidensdruck. Das soziale und berufliche Umfeld wird stark beeinträchtigt.

Eine strenge Grenzziehung zwischen einer krankheitsbedingten Störung und dem, was noch als gesund gilt, ist in vielen Fällen schwer möglich. Die Diagnose von Borderline sollte man daher auf jeden Fall Expert/innen überlassen, da einzelne Symptome auch unabhängig davon und in Kontext mit bestimmten Lebensituationen auftreten können.

Häufige Symptome von Borderline bei Kindern und Jugendlichen

Borderline bei Kindern und JugendlichenDie Diagnose Borderline wird umso wahrscheinlicher, je länger und je häufiger die oben beschriebenen Symptome gemeinsam in mehreren Lebenszusammenhängen (Eltern, Freundeskreis,Schule) auftreten. Die Grenzen zur vorübergehenden Pubertätskrise sind oft schwer zu erkennen und verlaufen ebenfalls fließend.

Eltern erkennen an folgenden Verhalten, ob ihr Kind betroffen oder gefährdet ist:

  • Sehr starke Gefühlsschwankungen
  • Intensive „Auszucker“, also wütendes, aufbrausendes Verhalten und emotionale Ausbrüche. Die Kinder sind oft unfähig, ihr impulshaftes Verhalten zu kontrollieren und leben diese Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen aus
  • Selbstmorddrohungen oder tatsächliche Suizidversuche
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Konsum von Alkohol und Drogen, der weit über das Maß eines Probierkonsums hinausgeht
  • Leistungsabfall in Schule oder Lehre

Quelle: Dr. Thomas Hartl (2010): Borderline bei Jugendlichen; FORUM Gesundheit.

Behandlung von Borderlinestörungen

Kinderfreie Hotels: Problem Kinder und ihr Bewegungsdrang?Die Borderlinestörung lässt sich am besten mit einer Mischung aus Psychotherapie und Training der sozialen Kompetenzen behandeln. Die Betroffenen müssen lernen, mit ihren Gefühlen anders als bisher umzugehen.

Borderlinestörungen sind meist sehr hartnäckig: Sie sitzen sehr tief und halten lange an. Die Eltern sollten daher auf jeden Fall in die therapeutischen Maßnahmen mit einbezogen werden, damit sie die Störung nicht noch zusätzlich verstärken oder an Überforderung scheitern.

Häufig kommt es schon nach kurzer zeit zu Therapieabbrüchen. Der lange Therapiebedarf bei kurzem Durchhaltevermögen schmälert die Chance auf Heilung erheblich. In solchen Fällen sollte sofort nach anderen Therapieformen gesucht werden bzw. stehen allen Betroffenen Selbsthilfegruppen zur Verfügung.

Allerdings: Wenn aber alles klappt, dann kann man nach einem Jahr Einzeltherapie plus Training mit hoher Wahrscheinlichkeit eine deutliche Verbesserung und eine Rückkerhr in die Normailtät erreichen.

Adressen

Selbsthilfe für Angehörige von Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung / Borderline:
HPE Österreich: Hilfe für Angehörige und Freunde psychisch Erkrankter


Buchempfehlung:
Am Ende bleibt der Schmerz und die Frage WARUM:
Dynamik einer Borderline-Beziehung

Am Ende bleibt der Schmerz und die Frage WARUM: Dynamik einer Borderline-Beziehung

Autoren: Suzana Pavic, Ed Hellmeier
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 202 Seiten
Verlag: Verlag Dietmar Klotz GmbH
Auflage: 1 (2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3880743960

Homepage von Suzana Pavic
Facebook-Seite von Suzana Pavic

Klappentext:

Das Buch soll der Aufklärung dienen. Es richtet sich an alle diejenigen, die sich mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung auseinandersetzen wollen. Ziel dieses Buches ist es, die Dynamiken einer Borderline-Beziehung zu erklären, auf rationaler, sowie auf emotionaler Ebene.

Aufgrund eigener Erfahrungen wissen Suzi Pavic und Ed Hellmeier, dass Aufklärung und Verständnis sowohl für Betroffene, als auch deren Partner wichtig sind, um besser mit dieser komplexen Krankheit umgehen zu können. Die Autoren versuchen dies mit einfachen Worten und bringen Klarheit, was sich hinter den gängigen Fachbegriffen verbirgt. Sie räumen dabei auch mit dem einen oder anderen Klischee auf.


Gewlnnspiel: 5x Bücher von Suzana Pavic „Dynamik einer Borderline- Beziehung" zum Verlosen

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