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Das Koma: Mein größtes Glück

Reinhard Belser: Das Koma - Mein größtes GlückAutor: Reinhard Belser
Formate: Hardcover, Taschenbuch, E-Book
Seitenzahl: 168 Seiten
Verlag: tredition
Auflage: 1 (November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3734570063

Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsene

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Klappentext:

Nach einer Überdosis Heroin fiel Reinhard Belser in der Silvesternacht 2006 ins Koma. Die Ärzte sahen ihn bereits tot - aber er überlebte. Doch niederschmetternde Diagnosen und Prognosen wie gelähmte Beine, geistige Verwirrung, versagende Organe und anderes mehr, machten ihn zum hoffnungslosen Fall.

Therapien wurden nicht vorgesehen, er kam zum Sterben in ein staatliches Pflegeheim. Dies wollte Reinhard Belser jedoch nicht akzeptieren.

Mit Willenskraft, Geduld und Zuversicht kämpfte er sich Schritt für Schritt ins Leben zurück. Inzwischen ist er vollständig geheilt.

Über den Autor Reinhard Belser:

Reinhard Belser (Autor)Reinhard Belser wurde 1961 in München geboren. Nach abgeschlossener Kochlehre arbeitete er mehrere Jahre in der Gastronomie. Später studierte er BWL und arbeitete anschließend viele Jahre als Steuerfachangestellter in verschiedenen Steuerkanzleien und als Finanzbuchhalter in der Industrie.

Nach einem schweren Schicksalsschlag in der Silvesternacht 2006 wurde er zu einem »hoffnungslosen« Fall. Doch unter Mobilisierung aller ihm zur Verfügung stehenden Kräfte konnte er sich von seinem Leiden befreien.

Er hat seine Geschichte niedergeschrieben, um anderen Betroffenen Mut zu machen. Bloß weil Ärzte einen aufgeben, muss das nicht das Ende sein.

Leseprobe aus dem Buch "Das Koma - Mein größtes Glück":

2007

DER LANGE WEG ZURÜCK INS LEBEN

Reinhard Belser: Das Koma - Mein größtes GlückAls ich zu Bewusstsein kam und die Augen öffnete, war da nur Leere. Wo ich war, woher ich kam, wie viel Zeit vergangen war - keine Ahnung.

Es war seltsam, aber ich war mir mit dem Erwachen meiner Existenz im wirklichen wie auch im metaphysischen Sinne bewusst, aber viele Erinnerungen an die Vergangenheit fehlten. Selbst meinen Namen wusste ich nicht mehr.

Schleichend formte sich aus vermeintlicher Leere eine weiße Wand, die ich wahrnahm. Auch machten sich erste Schmerzen im Rücken bemerkbar, die zunehmend stärker wurden.

Noch hatte ich keine Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen, um sie wenigstens ein bisschen zu lindem, denn ich konnte weder sprechen noch meine Glieder auch nur im Geringsten bewegen.

Seltsame Geräusche ließen mich meine Schmerzen vergessen. Ich versuchte, diese Geräusche zu orten, was allerdings nicht gelang.

Immerhin vermochte ich, zwischen Dunklem und Hellem zu unterscheiden. Ob die Helligkeit von Sonne oder elektrischem Licht herrührte, konnte ich nicht erkennen.

Im Laufe der nächsten Tage erkannte ich dann sogar die Stimme meiner Ehefrau Sandy, die mich regelmäßig in der Klinik besuchte. Ich glaubte, mit einem Lächeln darauf reagiert zu haben. Später erzählte mir Sandy, dass ich sogar versucht hätte, mit ihr zu reden.

Während der langen Schlafperioden haben mich fürchterliche Albträume heimgesucht, von denen etliche haften geblieben sind, wie zum Beispiel dieser:

Verschwommen - wie durch schmutzige Brillengläser - erblickte ich eine Wiesenlandschaft mit einem sich dahinter erstreckenden dunklen Waldstrich, in dessen Innerem sich ein Gebäude erhob. Ich ging auf das Gebäude zu und betrat es durch eine breite Tür.

Das Innere erinnerte an eine Musikkneipe, in der eine Party stattfand. Unter den Gästen erkannte ich einige mir bekannter Menschen, die ich als ehemalige Kollegen meiner letzten Arbeitsstelle identifizierte.

Plötzlich saß ich mit ihnen um einen Tisch: Wir plauderten miteinander, hörten gemeinsam Musik und tranken dazu.

Jäh wurde die heitere Stimmung der Gruppe durch das Erscheinen meines ungeliebten Vorgesetzten gestört. Wie aus dem Nichts kam er mit erhobener Pistole in der Rechten.

Er trat stumm auf mich zu, hielt die Waffe gegen meine Schläfe und sagte: »Jetzt knall ich dich ab!« Und dann drückte er tatsächlich eiskalt ab.

So verwirrt wie ich war, hielt ich es für real, nicht für einen Traum, und rechnete mit dem Schlimmsten ...

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Rezension zum Buch "Das Koma - Mein größtes Glück"

Eine Behinderung hilft

Reinhard Belser berichtet in seinem Buch davon, wie ein Koma ihm das Leben rettete. Nach über zwanzigjährigem Drogen- und Alkoholmissbrauch brachte ihn in der Silvesternacht ein Cocktail von zu viel Alkohol und harten Drogen zur Strecke. Er fier ins Koma, alle seine Organe versagten und die Ärzte gaben ihn auf.

Mit Unterstützung seiner Frau, die täglich mit ihm spricht und ihm Cassetten mit seiner Lieblingsmusik oder der Stimme der kleinen Tochter vorspielt, erwacht er nach vielen Tagen aus dem Koma. Die Vergiftung hat die Nervenbahnen gelähmt und er hat nichts außer Schmerzen. Aber ohne Koma wäre der Suizid auf Raten wohl erfolgreich gewesen. Mag es die reine Unvernunft oder blindwütiger Optimismus sein, der Patient nimmt sich vor, wieder gehen zu können.

Wohin seine frustrierende Odyssee durch Pflegeheime und psychiatrische Krankenhäuser, von den Physiotherapeuten über Neurologen zur Reha und zurück führt, kann man in dem Buch detailliert nachlesen. Verstörend und bewegend gleichzeitig. Yes, we can!

Keine leichte Bettlektüre aber doch empfehlenswert!

Quelle: Rezension bei Amazon

Buchempfehlung:

In seinem autobiografischen Werk "Das Koma - Mein größtes Glück" thematisiert Reinhard Belser zwei ganz wesentliche Probleme unserer menschlichen Existenz: das weitverbreitete Phänomen von Suchterkrankungen und die Kraft des eisernen Willens, der sogar in hoffnungslos erscheinenden Lebenslagen Berge versetzen kann. 

Ein Mensch versucht den Schein zu wahren und ein "gutbürgerliches" Leben zu führen, während er wiederholt mit Drogen und Alkoholproblemen ringt. Ein schwerer gesundheitlicher Absturz beendet seine Suchtkarriere, er fällt ins Koma, und zunächst erscheint die Prognose völlig aussichtslos. Die Schulmedizin ist mit ihrer Methode und mit ihrer Weisheit am Ende.

Doch dann beginnen Kräfte zu wirken, die selbst in solchen Situationen noch Chancen eröffnen, dass es irgendwie weitergehen kann: In diesem Fall sind es Überlebenswille, Mut und Entschlossenheit des Patienten, Empathie, Geduld und unermüdliche Zuwendung seitens der Angehörigen bzw. Freunde sowie religiöser Glaube. Sechs Jahre dauert das Ringen mit der Krankheit, immer wieder muss Reinhard Belser schwere Rückschläge erdulden. 

Der Schreibstil ist eindringlich, die Schilderungen sind schonungslos. Wenn man zu lesen begonnen hat, möchte man die Geschichte ohne zu unterbrechen bis zur letzten Seite erfahren.

Ich würde das Buch all jenen empfehlen, die immer noch glauben, dass Sucht selbst verschuldet ist und dass man nach Belieben aussteigen könnte. Tatsächlich ist es das unabweisbare Verlangen nach Substanzen und einem bestimmten Erlebniszustand, mit dem Suchtkranke verzweifelt kämpfen und an dem sie letztendlich zerbrechen. Darüber hinaus ist "Das Koma" ein Buch, das allen Menschen in scheinbar ausweglosen Lebensphasen und deren Angehörigen Mut machen kann.

Letztendlich würde ich mich freuen, wenn das Buch auch als Klassenlektüre an Schulen zur Suchtprävention, aber auch im Religions- oder Ethikunterricht, Verwendung findet.

Martin Urbanek

Reinhard Belser: Das Koma - Mein größtes Glück


Lebenshilfe von Reinhard Belser
"Ich freue mich, wenn ich Menschen mit meinem Buch helfen und motivieren kann, niemals aufzugeben. Meine Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass es im Leben immer noch eine Chance oder auch einen Neubeginn geben kann, selbst wenn die Situation hoffnungslos erscheinen mag. Gerne können Sie mit mir Kontakt aufnehmen, wenn Sie Hilfe, Trost oder Ermutigung suchen. Meine persönlichen Erfahrungen - aus der Sicht eines Betroffenen - gebe ich gerne weiter."

Weitere INFOs auf der Website von Reinhard Belser >>>


Menschenwürde - Im Koma leben

Veröffentlicht am 10.07.2014; Dauer: 00:09:26

Was er­le­ben Men­schen im Wach­ko­ma? Sind Komapatienten wirk­lich nur »leere Kör­per­hül­len«, die vom Leben nichts mehr mit­be­kom­men? Die­ser Film do­ku­men­tiert einen auf­se­hen­er­re­gen­den Koma-Fall und zeigt ein Le­bens­bei­spiel, aus dem deut­lich wird, wie viel Ko­ma-​Pa­ti­en­ten er­le­ben und dass das Wach­ko­ma neu be­wer­tet wer­den sollte.

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