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Märchenspiegel der Aramesh

Märchenspiegel der Aramesh (Barbara-Naziri), Karina Verlag 2017Autorin: Barbara Naziri
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 316 Seiten
Verlag: Karina Verlag / Nova MD
Auflage: 1 (Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3961119356
Altersempfehlung: Ab 10 Jahre

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Die Rahmenfigur, die uns zu allen Märchen führt, ist das Mädchen Aramesh. Ein harter Schicksalsschlag zerstört ihre glückliche Kindheit.

So flieht sie aus dem Morgenland, in dem Krieg und Willkür herrschen, über das Meer einem neuen Leben entgegen. Ihre einzige Habe ist eine Walnussdose, in der sich ein geheimnisvoller Inhalt verbirgt.

Auf ihrem abenteuerlichen Weg in eine fremde Welt findet sie Freunde und Zuflucht in zauberhaften Märchen der Menschheit, in denen das Gute und die Liebe böse Mächte überwinden, bis auch sie endlich in ihrem neuen Leben ankommt.

Die Autorin Barbara Naziri über ihr Leben und ihre Werke:

Barbara Naziri (Autorin)Jeder Mensch nimmt seinen Platz im Leben ein. Ich habe erst spät begriffen, worin meine Aufgabe liegt, bis ich erkannte, ich kann eine Brückenbauerin sein, eine Brückenbauerin zwischen den Kulturen. Mein Elternhaus war iranisch-jüdisch geprägt und ich bin in Norddeutschland aufgewachsen. Darum bezeichne ich mich gern selbst als eine Pflanze mit yiddischen Wurzeln in persischer Erde, Blütestandort Norddeutschland.

Ich entstamme einem sehr liberalen Elternhaus. Religion spielte eher eine unbedeutende Rolle. Ich lernte, Menschen nicht an ihrem Status oder Titeln zu messen, sondern ihre inneren Werte zu erkennen und zu schätzen. So schaue ich in die Herzen der Menschen, denn Liebe öffnet ihre Türen und verbindet uns miteinander.

Im Gegensatz zu meiner sehr musikalischen Familie, konnte ich mit einem Musikinstrument weniger anfangen. Anstatt nach Noten zu spielen, begann ich zu schreiben. Mein Instrument wurde der Füllfederhalter. Schon als Kind entdeckte ich meine Liebe zum Geschichtenschreiben und zum Dichten. Sie wurde meine Passion, denn hiermit konnte ich meinen Gefühlen Ausdruck verleihen und Menschen berühren.

Behütet und beschützt und rückblickend auf eine wunderbare Kindheit, die mir für das Leben ein starkes Fundament gab, habe ich den Stürmen des Lebens gut standgehalten und mich stets für die Liebe entschieden, besonders in den dunklen Tagen, in denen ich mit ansehen musste, wie Menschenrechte gebrochen, die Würde, unser kostbarstes Gut, mit Füßen getreten wurde. 

Hier wie auch dort, wo meine zweite Heimat Iran hinter einem Schleier verborgen liegt. So nahm ich mich der Flüchtlinge an, deren Sprache ich sprach und erfuhr von traurigen Schicksalen, die meine Seele berührten.  

Ich wurde Menschenrechtsaktivisten und Gründungsmitglied beim Hamburger Flüchtlingsrat. Ebenso unterstütze ich die weltweite Vereinigung Madarane Irani, die iranischen Mütter, die um ihre ermordeten und verschwundenen Kinder trauern und regelmäßig an die Öffentlichkeit treten, um auch hier in Deutschland auf die Zustände im Iran aufmerksam zu machen. Weiterhin bin ich Mitglied im Auschwitz-Komitee. Meine Zielvorstellung und Wunsch sind die Einigung aller iranischer Gruppen, die sich für Freiheit und Demokratie im Iran einsetzen.

 Relativ spät kam ich auf die Idee, meine Schriften auch zu veröffentlichen, denn ich habe verstanden, dass ich nicht nur lustige und nachdenkliche Geschichten und Gedichte schreiben kann, sondern meinem Land helfe, indem ich mich als Schriftstellerin und Dichterin sowohl literarisch als auch politisch über Iran äußere.

Mein Buch Grüner Himmel über schwarzen Tulpen wurde zu einer Brücke zwischen der deutschen und der iranischen Kultur, weil es den Schleier des Nichtwissens hebt und ein Land beschreibt, das ich aus tiefstem Herzen liebe: Hinter all dem steht der Wunsch, bei den hier in Freiheit lebenden  Menschen das Verständnis für Iran und seine Menschen zu vermitteln, denen die Würde genommen wurde.

Mein Anliegen besteht darin, Solidarität zu wecken und die Menschen hier zu motivieren, sich für uns einzusetzen, damit unsere Stimmen nicht ungehört verhallen. Denn Menschenrechte sind unteilbar.

"Herbstgeflüster" entstand gemeinsam mit meinem Freund Peter Reuter. In einem sprühenden Schlagabtausch, unsere unterschiedlichen Herkunftsländer auf die Schippe nehmend, pieksen wir Autoren mal satirisch, mal schmerzhaft mitten in ein Problem und entdecken dabei viele Gemeinsamkeiten. Dieses Buch behandelt sowohl politische Themen als auch den Menschen an sich und die Liebe, die uns alle miteinander verbindet.

Meine Lyrik schreibe ich unter dem Namen Aramesh (persisch: Seelenfrieden), hin und wieder unter dem Pseudonym Sedaye Bad (s. mehriran.de/solidarität)

Mein neues Buch Märchenspiegel der Aramesh ist nun geboren und im Zauberreich der Fantasie finden Jung und Alt darin magische und abenteuerliche Geschichten zum Träumen und zum Hoffen.

Quelle: http://barbara-naziri.npage.de/aramesh.html

Barbara Naziri über ihr Buch "Märchenspiegel der Aramesh":

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Diesmal habe ich ein Märchenbuch geschrieben für Jung und Alt. Hierfür erhielt ich die schnellste Zusage, die ich je von einem Verlag bekommen habe, nämlich innerhalb von zwei Stunden.

Dieses Buch ist nicht für die Kleinsten geeignet, aber für Kinder/Jugendliche im Alter ab 10 Jahren und natürlich ein Lesegenuss  für Erwachsene, die Märchen lieben.

Rahmenhandlung zu meinem Buch ist ein Flüchtlingsschicksal. Die Rahmenfigur, die uns zu allen Märchen führt, ist das Mädchen Aramesh.

Ein harter Schicksalsschlag zerstört ihre glückliche Kindheit. So flieht sie aus dem Morgenland, in dem Krieg und Willkür herrschen, über das Meer einem neuen Leben entgegen.

Ihre einzige Habe ist eine Walnussdose, in der sich ein geheimnisvoller Inhalt verbirgt. Auf ihrem abenteuerlichen Weg in eine fremde Welt findet sie Freunde und Zuflucht in zauberhaften Märchen der Menschheit, in denen das Gute und die Liebe böse Mächte überwinden, bis auch sie endlich in ihrem neuen Leben ankommt.

Quelle: http://barbara-naziri.npage.de/maerchenspiegelderaramesh.html

Leseprobe aus dem Buch  "Märchenspiegel der Aramesh":

Barbara Naziri: Märchenspiegel der Aramesh (Illustration)Im Morgenland, wo Berge und Meere an Schönheit wetteifern, regierte König Roschan sein Sonnenreich. Jeden Morgen, wenn die Sonne im Osten aufging, sank er vor ihr auf die Knie und bat um Schutz für sein Volk und um reiche Ernten, damit niemand Hunger leiden musste. Die Sonne lächelte darüber und so gediehen die Felder und Gärten im Überfluss und ihr Lächeln schenkte den Menschen Zufriedenheit.

Im Palastgarten wuchsen in allen Farben der Welt die herrlichsten Rosen. Ihr lieblicher Duft schwängerte die Luft und verhieß jedem einen Hauch des Paradieses, der den Garten betrat. Inmitten bunter Blumenrabatten und blühenden Sträuchern tummelten sich zahme Leoparden und Antilopen zwischen weißen und blauen Pfauen, den Lieblingsvögeln des Königs. Täglich in den Nachmittagsstunden suchte Roschan seinen Garten auf.

Sobald die schönen Vögel seiner ansichtig wurden, scharten sie sich um ihn, rieben zum Gruße ihre Köpfe an seinem Gewand und liebkosten ihn mit ihren Flügeln. Da kam dem König der Gedanke, die Treue der Pfauen auf seinem Herrschersitz zu verewigen.

Er erteilte seinen Goldschmieden den Auftrag, die schönsten und stärksten Federn zu sammeln, sie in Gold zu gießen und mit den kostbarsten Edelsteinen zu verzieren. Mit den goldenen Federn ließ er seinen Thron fächerartig schmücken, um dem Antlitz der Sonne zu huldigen. Die Sonne erfreute das und sie schenkte dem Herrschersitz ein paar Strahlen, worauf der Thron von innen zu leuchten begann, sobald der König den Pfauenthron bestieg. Regierte er, verschmolz er mit ihm und tauchte sein Reich in Licht, denn die Menschlichkeit hat ihr eigenes Leuchten.

In der dunklen Jahreszeit, als Kälte und Frost das Land überzogen und die Tage immer kürzer wurden, ward der Sonne ein Sohn geboren. Sie nannte ihn Mithra. Sein Leuchten verleitete selbst den grimmigen Frost zu einem Lächeln, das den kühlen Winterhimmel in ein leuchtendes Blau tauchte.

Eines Morgens, als der König wieder betend den Sonnenaufgang herbeisehnte, sprach die Sonne zu ihm: „Du warst mir immer treu ergeben und bist ein gerechter Herrscher, der gütig für sein Volk sorgt. Die Tage, an denen ich Dir Kraft und Wärme spenden kann, werden weniger. Dafür sind die Nächte lang und die Menschen werden von Schwermut geplagt. Ich werde Dir meinen Sohn Mithra zur Erde senden, damit er euch in Zeiten der Dunkelheit Trost und Zuversicht spenden möge.“

Der König dankte ihr unter Tränen. Da sprach sie weiter: „Doch ich habe eine Bedingung. Erfüllst Du sie gewissenhaft, dann wird Dein Reich stets in Frieden leben und die Menschen werden einander mit Achtung und reinen Sinnes begegnen. Doch versagst Du, dann wird das, was Dir heute Wärme scheint morgen als Feuer über Dir brennen.“

Der König neigte das Haupt: „So sprich, liebe Sonne, ich werde alles tun, um Dein Begehren zu erfüllen.“

„Es hört sich einfach an, König Roschan, aber für die Menschen ist es nicht leicht, diese Regeln durchzuhalten. Öffne Dein Gewand. Ich werde sie Dir mit meinen Strahlen auf Deine nackte Brust zeichnen.“

Roschan öffnete sein Gewand und die Sonne schrieb:

Gut denken - Gut sprechen - Gut handeln.

Dem König aber war zumute, als habe sie diese Worte direkt in sein Herz geschrieben. Er fiel in einen tiefen Schlaf und als er daraus erwachte, war die Nacht erhellt. Überall brannten Kerzen und sein Volk lachte und sang fröhliche Lieder.

Mithra, der Sonnensohn, hatte Einzug gehalten und die Menschen feierten seinen Geburtstag. Diesen Tag nannten sie Yalda, die Wintersonnenwende. Von nun an feierte das Sonnenland jedes Jahr die Yalda-Nacht, um der Sonne Sohn zu huldigen. Die Freude darüber verkürzte die dunkle Jahreszeit.

Mithra leuchtete ihnen Hoffnung in die Herzen, sodass sie frohgemut den Winter überstanden. Dreimal am Tag beteten die Menschen zur Sonne. Sie besangen sie dankbar jeden Morgen, wenn sie die Nacht verscheuchte und beteten, wenn sie am Mittagstisch das Brot brachen. Nahte der Abend und sie nahm Abschied am Horizont, dankten sie ihr für ihre Wärme und alles Fruchtbare, das unter ihr gedieh. Roschan aber ließ die Worte der Sonne zu Haupte seines Thrones in eine goldene Tafel schlagen, damit sie niemals in Vergessenheit gerieten und jeder sie las, der vor ihm stand.

Die Zeit lief unerbittlich. Was sollte sie auch anderes tun. Sie hat die Aufgabe, nichts festzuhalten und doch ist sie Veränderung, wie auch immer sie sich bewegt. Der König nahm sich eine schöne Frau ...

Quelle: http://barbara-naziri.npage.de/weihnachtliches/der-dritte-koenig.html

Empfehlung:

Barbara Naziri: Märchenspiegel der Aramesh (Illustration)Der "Märchenspiegel der Aramesh" ist die ergreifende und in wunderbare Worte gefasste Flüchtlingsgeschichte eines Kindes, das in den Märchen seinen Trost findet. Wie so viele, die vor  Krieg und Elend fliehen, muss sie ein Meer überwinden. Von ihrer Habe ist ihr nichts verblieben, außer eine kleine Dose und was ihr Kraft gibt ist eine bunte und fantsievolle Gedankenwelt, die sie in eine neue Heimat hinüberretten möchte.

Die Erzählungen sind in einer wunderschönen Sprache geschrieben, voller Poesie und Gefühl. Die zauberhaften Illustrationen untermalen den zauberhaften Charakter der Geschichten.

Die wunderbare und vielseitige Gedankenwelt des kleinen Mädchens Aramesh könnte uns gerade angesichts der laufenden Polemiken über Flüchtligsobergrenzen, gleichzeitig anhaltender Waffenliefungen aus europäischen Ländern in Kriegsgebiete und des Versagens der Flüchtligspolitik auf europäischer und nationaler Ebene neue Dimensionen des Denkens und Nachdenkens erschließen.

Auch aus diesem Grund möchte ich diesen sehr bemerkenswerten Märchenband von der engagierten und mutigen Menschenrechtsaktivistin Barbara Naziri sehr gerne weiterempfehlen und hoffe, dass er sehr viele Leser/innen finden wird.

Martin Urbanek


Buchtrailer Iran: Grüner Himmel über schwarzen Tulpen (Barbara Naziri)

Die Deutsch-Iranerin Barbara Naziri wünscht sich einen Iran, der die Menschenrechte achtet, der nicht mehr im Namen des Islam Verbrechen begeht, Frauen nicht mehr unterdrückt und in dem alle ihren Glauben ausüben dürfen -- ohne verfolgt und mit der Todesstrafe bedroht zu werden.

Doch sie leidet sehr unter dem verzerrten Bild, das der Westen vom Iran zeichnet. Daher nimmt sie uns mit auf ihre Reisen in das Land ihrer Sehnsucht und lässt uns teilhaben am Leben ihrer Familie. Führt uns im Vielvölkerstaat zu Menschen verschiedener Religionen und unterschiedlicher Herkunft, die miteinander und mit dem Rest der Welt in Frieden leben wollen. Durch ein Vierteljahrhundert begleiten wir die Autorin, die uns mit ihrer wunderbar poetischen Sprache eindrucksvolle Stätten der reichhaltigen Kulturgeschichte des alten Persiens zeigt, aufschlussreiche Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Landes gibt und gleichzeitig vom modernen iranischen Alltag erzählt.

Dabei erfahren wir von der Stärke iranischer Frauen, wie sie hinter dem Schleier die Verbote der Moralpolizei umgehen oder offenen Widerstand gegen die Scharia leisten und wie sie sich 2009 unter Lebensgefahr an den landesweiten Demonstrationen der Grünen Demokratiebewegung beteiligten.

(Kommentar zum Video;  Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=60_GwipRvp0)

Veröffentlicht am 05. 06. 2011; Dauer: 8:08

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