Karina Verlag: Letzte Beiträge

Warum soll ich nicht fröhlich sein? (Jedes Wort ein Atemzug)

Warum soll ich nicht fröhlich sein (Jedes Wort ein Atemzug); 2016 Karina VerlagAutor/innen: Britta Kummer,  Christine Erdic, Sandra Böttrich, Artur Belja, Veronika M. Dutz, Verena Grüneweg, Walter Penfine, Lisa Gruener, Werner Thieke, Asmodina Tear, Sally Bertram, Caroline Regnard-Mayer, Elfriede Stehle, Maria Goethling,  Sebastian Görlitzer, Bernadette Maria Kaufmann, Wiebke Worm
Herausgeberin: Karin Pfolz
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 156 Seiten
Verlag: Karina Verlag
Auflage: 1 (2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3903056794

Altersempfehlung: Ab 14 Jahre, Erwachsene

Website von Karin Pfolz

Karin Pfolz auf Facebook


Klappentext:

Dieses Buch ist ein Werk der Gemeinschaft. Die Geschichten schrieb das Leben und die Menschen, die sie erzählen, möchten damit anderen Kraft geben.

Die Worte hier sind ein Weg zum Gemeinsamen. Sie sollen die Angst nehmen und für ein besseres Zusammenleben von Gesunden und Kranken sorgen.

Bei den Interviews zu diesem Werk habe ich viele Menschen getroffen. Manche, die am Selbstmitleid fast zerbrochen sind, andere, die trotz schwerster Einschränkungen eine unglaubliche Stärke ausstrahlen und solche, die einfach nicht verstehen, warum gesunde Menschen sich so negativ gegenüber Behinderten verhalten. Aber eines haben sie alle gemeinsam - eine unglaubliche Herzlichkeit.

Kurzgeschichten der witzigen, manchmal ironischen, aber ehrlichen Art, geschrieben von den Autorinnen und Autoren der Autorengruppe "Respekt für Dich" runden dieses Buch ab.

Begleitet werden die Zeilen von Fotografien der Künstlerin Karin Pfolz, die alle im Schlosswald des Schloss Freiland in NÖ entstanden sind.

Über die Herausgeberin Karin Pfolz:

Karin Pfolz (Autorin, Herausgeberin, bildende Künstlerin)Karin Pfolz lebt in Wien. Sie arbeitet als Autorin, Herausgeberin und bildende Künstlerin.

Ihre schriftstellerische Arbeit begann sie mit Kurzgeschichten für Kinder, die 2011 und 2012 mit dem "Sparefroh-Preis- Österreich" ausgezeichnet wurden. Ihr Roman "Manchmal erdrückt es mich, das Leben" erschien in der Erstauflage 2012. Der Thriller Du lügst dich durch mein Leben“ folgte 2014.

Sie unterstützt mit ihren Büchern die "Autonomen Österreichischen Frauenhäuser", hält "Gewalt-Präventions-Work-Shops" an Schulen und spricht offen in den Medien über das "Tabu-Thema" familiärer Gewalt. Zahlreiche Fernseh- und Radiointerviews begleiten sie auf ihrem Weg gegen Gewalt.

Seit 2014 ist sie Vorstandsvorsitzende des Vereins "Respekt für Dich - AutoInnen gegen Gewalt" und Geschäftsführerin von Karina-Verlag.

Leseproben und Illustrationen aus der Anthologie
"Warum soll ich nicht fröhlich sein?":

Elfriede Stehle: "Froh zu sein bedarf es wenig"

Wer meint, Menschen mit einer Behinderung können nicht fröhlich sein, irrt sich gewaltig. Weshalb ich das weiß? Ganz einfach…

Bereits seit 2004 begleite ich taubblinde Menschen auf ihren Reisen. Keine Reisen, die sie mit ihrer Familie unternehmen könnten. Nein, hier handelt es sich um Internationale Kultur- und Begegnungswochen für sehbehinderte, hörbehinderte und für taubblinde Menschen.

Illustration aus "Warum soll ich nicht fröhlich sein (Jedes Wort ein Atemzug)"; 2016 Karina VerlagVon einigen Erlebnissen solcher Begegnungswochen möchte ich hier berichten.

Nachdenklich lege ich den Telefonhörer auf.
„Wer war es denn?“, fragt mich mein Mann, als ich mich wieder zu ihm aufs Sofa setze.
„Andys Mutter“, antworte ich knapp.
„Aha“, meint mein Mann nur. Er weiß genau, dass ich ihm gleich vom Inhalt dieses Telefonates berichten werde…
„Andy lässt fragen, ob ich ihn nach Zug begleiten kann.“
„Nach Zug? Wo liegt denn das?“
„Zug liegt in der Schweiz zwischen Zürich und Luzern. Es ist eine wunderschöne Altstadt an einem See, dem Zuger See“, sage ich, „und ehrlich gesagt, würde mich dieses Städtchen schon reizen.“

Mein Mann lacht und meint: „So wie du schwärmst, kann es sich nur um einen wunderschönen Ort handeln. Du wirst doch bestimmt zusagen … oder hast du das schon?“
„Nein, habe ich noch nicht“, entgegne ich schmunzelnd.
„Aber du hast Recht, ich werde Andy nach Zug begleiten. Er soll gleich meine Zusage per Mail bekommen.“
„Moment mal“, wendet mein Mann ein, „wieso per Mail? Ich denke, er ist blind und taub. Geht das da überhaupt?“
„Aber natürlich mein Schatz, das geht. Und zwar über die Braillezeile. Ganz genau kann ich es dir nicht erklären. Ich weiß nur, dass vor etwa 30 Jahren die Braillezeilen entwickelt wurden, damit Blinde auch mit dem Computer Blindenschrift lesen können. Mit Hilfe von USB oder Bluetooth werden heute diese Geräte mit dem PC verbunden, und der Bildschirmtext wird auf einer Zeile in Blindenschrift übertragen.“

Lachend winkt mein Mann ab und sagt: „Schon gut. Das ist mir zu kompliziert. Aber ich weiß jetzt immerhin, dass Andy deine E-Mailnachricht lesen kann. Und nun mach schon, sag ihm zu.“
„So, weggeschickt“, murmle ich und fahre den Computer runter.

Während ich wieder in das Wohnzimmer zu meinem Mann gehe, empfängt mich Kaffeeduft. Schade, dass wir noch nicht im Freien sitzen können, denke ich, öffne die Terrassentür und trete hinaus. Dieser kurze Moment und ein Blick auf das Thermometer beweisen mir, dass es noch zu kalt dafür ist.

Wir haben zwar schon Mitte Mai, aber der Winter zog sich diesmal besonders lange hin. Ich schließe die Tür wieder und freue mich auf einen gemütlichen Nachmittag mit meinem Göttergatten auf der Couch.

Er reicht mir die Tasse mit meinem Lieblingsgetränk und sieht mich fragend an.
„Was ist?“, will ich von ihm wissen.
„Weiß Andy nun Bescheid, und ist er froh, dass er wieder von dir begleitet wird?“, fragt er.

„Keine Ahnung“. Ich zucke die Schultern. „Der PC ist aus. Ich schaue abends noch mal nach. Lasse es dir jetzt schmecken“, und ich beiße genüsslich ein großes Stück vom Streuselkuchen ab.

Ich merke eine gewisse Unruhe bei meinem Mann. Sage aber nichts. So vergehen einige Minuten.

Noch kauend meint er plötzlich: „Kannst du mir die Geschichte mit dem Eis noch einmal erzählen, oder die, als du Andy Wasser anstatt Bier gegeben hast, oder…“.

Wie kommt er jetzt darauf?, frage ich mich, nicke aber zustimmend. Dann nehme ich noch einen Schluck Kaffee, lehne mich auf dem Sofa zurück und beginne zu erzählen:
„Es war im Sommer 2008. Ich war wieder mal in Landschlacht im Internationalen Blindenzentrum, im ‚IBZ‘, wie du weißt. Dort begleitete ich diesmal nicht Andy, sondern Heinz. Heinz ist blind und schwerhörig. Wir saßen alle im Speisesaal und bekamen gerade unseren Nachtisch, ein Pückler-Eis.

Als Heinz das Eis essen wollte, rutschte es immer wieder von seinem Löffel. Nach einigen missglückten Versuchen meinte er grinsend: ‚Das ist ein neues Angelspiel für Blinde.‘

Das hatte ich noch nie gehört, und ich musste herzlich lachen. Heinz lachte mit.“

Mein Mann schaut mich an und meint:
„Das wundert mich aber. War er nicht sauer, und resignierte er nicht?“
„Nein, ganz und gar nicht. Weißt du, ich finde es immer schön, wenn behinderte Menschen sich selber auf die Schippe nehmen. Und mag es nur Galgenhumor sein. Vielleicht gelingt es ihnen so, besser mit ihrem Schicksal klar zu kommen?“

„Das kann sein. Aber wie war die Geschichte mit dem Wasser?“
„Mit dem Wasser? Ach so. Die Geschichte meinst du. Das war auch lustig.
Wir waren …

© Elfriede Stehle

(Quelle: Website von Elfriede Stehle)

Textauszug von Britta Kummer:

Illustration aus "Warum soll ich nicht fröhlich sein (Jedes Wort ein Atemzug)"; 2016 Karina VerlagAn einem schönen Sonntagnachmittag war ich im nahegelegenen Park unterwegs. Das Wetter war einfach traumhaft und deshalb nutzte ich die Gelegenheit, meinem Rollstuhl und mir etwas frische Luft zu gönnen.

Leider dachten viele andere Menschen auch so. Es war reger Verkehr und ich musste wirklich aufpassen, niemanden über die Füße zu fahren. Auch hier durfte ich mir wieder strafende Blicke entgegenwerfen lassen, wenn ich und der böse Rollstuhl jemandem zu nahe kamen.

Ich machte einen kleinen Zwischenstopp an einer Bank, als auf einmal ein kleines Mädchen mit ihrem Opa vor mir stand. Die zwei kamen mir irgendwie bekannt vor. War das nicht der Herr, der sich vorhin beschwert hatte, weil ich zu dicht an ihm vorbeigefahren war? So sieht man sich wieder.

Mit großen Augen musterte mich die Kleine. Wie Kinder so sind, wollte sie natürlich sofort wissen, warum ich in diesem Ding saß. Ich versuchte es ihr so kindgerecht wie möglich zu erklären.

Ihr Kommentar war nur: „Ach so“ und damit war die Sache für sie erledigt. Kein Wieso, Warum, Weshalb. Würden die Großen doch auch einmal so einfach denken und nicht alles hinterfragen! Schließlich sucht sich so etwas keiner selbst aus ...

Der ältere Herr wollte sein Enkelkind gerade zum Gehen animieren, als die Lütte, ihr Name war Pia, zu mir sagte: „Darf ich auch mal fahren?“

© Britta Kummer

(Quelle: news4press.com)

Rezensionen von Leser/innen:

"Diese Form von Buch, wo die Geschichten zur Ermutigung anderer gedacht und dabei nicht nur ausgedacht, sondern genauso aus dem Leben gegriffen sind, finde ich sehr wichtig. Zeigen sie doch, wie wichtig und wie viel das Leben auch für kranke und Menschen mit Barrieren bereit hält.
Man sollte sich niemals aufgeben. Jeder hat seinen Platz im Leben. Das beweist auch dieses Buch, geschrieben von verschiedenen Autoren.
Jede einzelne dieser verschiedenen Erzählungen und Erinnerungen sind faszinierend. Bewegen und berühren ... "

"In diesem Buch vereinen sich die verschiedensten Geschichten, die einem ganz konkret zeigen, das man nie den Mut verlieren sollte!"

(Quelle: http://amzn.to/2wZcPjX)


Warum soll ich nicht fröhlich sein? (Videoclip)

Veröffentlicht am 14.03.2016; Dauer: 00:01:39

Warum soll ich nicht fröhlich sein? Das Buch für besseres Verständnis und mehr Menschlichkeit. Geschichten zum Lachen.

Warum denken Gesunde oft, dass Menschen mit Einschränkungen nicht fröhlich sein können? Warum haben Gesunde Angst vor dem Umgang mit Behinderungen?

Dass solch ein Verhalten unnötig ist, beweist dieses Buch. Vollgefüllt mit lustigen und schönen Erlebnissen aus dem wahren Leben. Begegnungen der witzigen Art, die zum Lachen und zum fröhlich sein einladen.

Die Worte in diesem Werk stehen für ein Miteinander und sollen den Leser nicht nachdenklich machen, sondern einfach nur ein Lächeln herbeizaubern.

(Karin Pfolz)

Teilen
Go to top