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Was bleibt, ist qualvolle Angst - Autobiografie

 Eva-Luisa Menderes: "Was bleibt, ist qualvolle Angst - Autobiografie"Autorin:  Eva-Luisa Menderes
Format: Taschenbuch, E-Book
Seitenanzahl: 140 Seiten
Verlag: epubli
Auflage: 2 (Mai 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3745074574
Altersempfehlung: Erwachsene

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Klappentext:

Schläge, Erniedrigung, Flucht und Verderben … Eine Hölle, die an körperliche und seelische Grenzen und darüber hinaus führt. Eine Hölle, die in der psychiatrischen Anstalt endet.

Dies ist keine erfundene Geschichte, sondern mein Leben. Mein Leben! Mein Leben, dass ich mit Mühe und Not überlebte!

Über die Autorin Eva-Luisa Menderes:

Eva-Luisa Menderes (Autorin)Eva-Luisa Menderes wurde 1951 in Gerolstein geboren. Im Mai 2016 fing sie an, ihre Autobiografie zu schreiben, um ihre schreckliche Vergangenheit zu verarbeiten.

Leseprobe: "Was bleibt, ist qualvolle Angst":

RAFAEL DU TEUFEL

... Ich musste also zuschauen, wie die arme Frau von ihrem Mann verprügelt wurde. Ich weinte ohne Ende, aber ich schrie nicht.

Eva-Luisa Menderes: "Was bleibt, ist qualvolle Angst - Autobiografie"Fatima, so hieß diese arme Frau, blutete wie verrückt und er schlug fast dreißig Minuten auf sie ein. Nachdem er endlich aufgehört hatte, lag sie halb tot im Wohnzimmer. Irgendwann stand sie auf und torkelte ins Bad um sich zu waschen.

Ich hatte dich beobachtet und sah dich lächeln. Lächeln, oh mein Gott wie konnte man bei solch einem Anblick noch lächeln? Wenn ich gekonnt hätte, dann hätte ich dich und ihn sofort umgebracht.

Kurze Zeit danach merkte ich, dass ich wieder schwanger war. Zuerst freute ich mich, aber dann kam große Angst in mir auf, als ich an die Sache mit Fatima dachte.

Was passiert mit mir und dem Kind, wenn es ein Mädchen wäre? Doch trotzdem wollte ich das Kind ... und es wurde ein Mädchen.

Während der Schwangerschaft stand ich eines Tages in der Küche und war am Spülen, als du reinkamst und ohne Worte auf mich einschlugst bis ich am Boden lag. Ich krümmte mich vor Schmerzen, trotzdem schlugst du weiter auf mich ein und tratst mich in den Unterleib.

Nachdem ich mich wieder aufgerappelt hatte, schlugst du wieder zu, ich fiel um und lag unter dem Tisch. Ich blutete aus dem Unterleib und bettelte dich an mir zu helfen, weil ich so wahnsinnige Schmerzen hatte.

Doch du gingst laut lachend die Treppe hoch, als ob es dich nichts anginge. Ich brauchte Stunden, um aufstehen zu können.

Am darauffolgenden Tag warfst du mich mit Gewalt auf den Wohnzimmerteppich, und knietest dich mit deinem ganzen Gewicht auf meinen Bauch, hieltst mir Mund und Nase zu. In dem Moment dachte ich, du wolltest mich umbringen, obwohl ich im achten Monat schwranger war.

Als ich das überlebte, fragte ich mich, ob du überhaupt noch ganz richtig im Kopf sein konntest, sein eigenes Fleisch und Blut so zu treten. Bloß gut, dass zu der Zeit niemand wusste das ich ein Mädchen in mir hatte, Du hättest mich und das Ungeborene wahrscheinlich nicht nur misshandelt, Du hättest uns umgebracht ...

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 Eva-Luisa Menderes: "Was bleibt, ist qualvolle Angst - Autobiografie"

Buchempfehlung zu "Was bleibt, ist qualvolle Angst":

Ich habe schon einige Bücher bzw. Berichte zum Thema häusliche Gewalt gelesen und ich kenne auch aus meinem Bekanntenkreis Schilderungen von Opfern physischer und psychischer Misshandlungen. Allerdings übertrafen die autobiografischen Schilderungen von Eva-Luisa Menderes alles, was mir bisher untergekommen ist. An Schlaf war nach der abendlichen Lektüre nicht mehr zu denken.

Das Buch "Was bleibt, ist qualvolle Angst" ist eine Chronologie des Grauens, die ein ganzes Leben umfasst. Sie beginnt bereits im zarten Kindesalter in der Familie und im dörflichen Milieu, in dem die Protagonistin aufgewachsen ist. Die immer wiederkehrende Flucht in die Stadt, Konflikte mit dem Gesetz und mehrere von Brutalitäten gekennzeichnete Beziehungen zu Männern bestimmen den Lebenslauf dieser Frau. Am Ende bleibt eine körperlich und psychisch schwer gezeichnete Persönlichkeit zurück.   

Der Schreibstil ist sehr direkt und in weiten Teilen deskriptiv, wobei die Leser/innen von drastischen Details nicht verschont bleiben. Erklärungsversuche für die hier beschriebenen Verhaltensmuster werden weitgehend den Leser/innen überlassen.
So drängt sich immer wieder die Frage auf, warum bestimmte Menschen in einen derartigen Teufelskreis aus immer wiederkehrenden Gewalterfahrungen hineingeraten können, ohne sich selbsttätig daraus zu befreien. Warum hat niemand helfend eingegriffen? Warum haben Andere, sogar Behörden, so lange zugesehen ohne einzuschreiten? Fragen über Fragen ...

Eva-Luisa`s Lebensgeschichte ist für mich ein einzigartiges Werk, das man unbedingt lesen sollte, da es finstere Abgründe der menschlichen Seele, aber auch unseres Gemeinwesens offenlegt. Es sollte zu einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit den Ursachen und Dynamiken von Gewalt, bereits in ihren Ansätzen, anregen. Wenn das gelingt, dann hat das Buch gewiss einen sehr positiven Zweck erfüllt.   

Martin Urbanek


Videotrailer: "Was bleibt ist qualvolle Angst"

Veröffentlicht am 14.09.2017; Dauer: 00:01:19

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